Der Diözesanrat konstitutiert sich neu und wählt Bernd Streich zum neuen Vorsitzenden. Wolfgang Klose blickt zurück auf die Amtsjahre als Vorsitzender seit 2008.
Bernd Streich ist neuer Vorsitzender des Diözesanrats des Erzbistums Berlin. Die konstituierende Vollversammlung des Laiengremiums wählte ihn im ersten Wahlgang. Darüber hinaus wurden weitere Vertreter bestimmt und erste Anträge behandelt.
Intensiv hatte die Vollversammlung die Kandidaten für den Vorsitz befragt, bevor in nichtöffentlicher Personaldebatte über sie beraten wurde. Das Ergebnis der Wahl war dann eindeutig: Bernd Streich, stellvertretender Leiter der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, gewann mit 51 von 88 abgegebenen Stimmen die Wahl eindeutig vor dem anderen Kandidaten, Rechtsanwalt Christoph Lehmann, der 32 Stimmen erhielt. Fünf der Wahlberechtigten enthielten sich.
Ökumene ist Schwerpunkt des neuen Vorsitzenden
In seiner Vorstellung betonte Streich insbesondere den ökumenischen und interreligiösen Gedanken. Der 63-Jährige zitierte die Charta Oecumenica: „Die wichtigste Aufgabe der Kirchen in Europa ist es, gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen.“ Bernd Streich, Jahrgang 1953, war bereits von 1990
bis 1991 gemeinsam mit Jürgen Meyer-Wilmes Vorsitzender des Diözesanrats. Danach engagierte er sich in unterschiedlichen Funktionen und Positionen mit einem Schwerpunkt im Bereich Ökumene und interreligiöser Dialog. Der bisherige Vorsitzende Wolfgang Klose konnte nach zwei Amtszeiten laut Satzung nicht erneut kandidieren. Er überreichte Streich symbolisch die Glocke der Sitzungsleitung. Bereits zu Beginn der Sitzung hatte Klose auf die „spannenden und guten“ Jahre seit seiner Wahl 2008 zurückgeblickt: Einen Vorsitzenden habe es gegeben, aber zwei Päpste, drei Bischöfe und zwei Generalvikare. In Kloses Amtszeit fielen beispielsweise der Missbrauchsskandal 2010, das Volksbegehren „Pro Reli“ und der Architekturwettbewerb um die St.-Hedwigs-Kathedrale. Begonnen wurde auch der Prozess „Wo Glaube Raum gewinnt“, den Klose „schmerzhaft, aber auch eine Riesen-Chance“ nannte. Er forderte auf, den Prozess „wohlwollend und kritisch-konstruktiv“ zu begleiten. Parallel zu den Wahlen entschied der neue Diözesanrat auch die ersten Anträge: So verlängerte der Rat seine Mitgliedschaft im Maximilian- Kolbe-Werk und kollektierte für Holocaust-Überlebende. Sechs Sachausschüsse wurden gebildet: Kinder, Jugend und Familie; Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung; Migration und Integration; Ökumene und interreligiöser Dialog; Pastoralentwicklung sowie Politik und Gesellschaft.
Drei-Königs-Preis wird erneut ausgeschrieben
Abgelehnt wurde ein Antrag, diözesanratsintern eine Erreichbarkeit der Mitglieder unabhängig von der Geschäftsstelle zu gewährleisten. Die Satzung passte der Rat hinsichtlich der Mitglieder aus dem Rat der muttersprachlichen Gemeinden an. Eine Entscheidung hinsichtlich einer Initiative zur Intensivierung von christlich-islamischen Begegnungen vertagten die Mitglieder. Außerdem beschlossen sie, den Drei-Königs-Preis erneut auszuschreiben.
Gewählt wurden außerdem...
Außer dem Vorsitzenden Bernd Streich wählte der Diözesanrat noch zahlreiche andere Vertreter. Gemeinsam mit Streich bilden Karlies Abmeier, Andreas Kaczynski, Helmut Kanthack, Antje Markfort, Marie-Hélène Müßig, Daniel Rockel, Maria Sternemann und Sebastian Tacke den neuen Vorstand.
Im Zentralkommittee der deutschen Katholiken (ZdK) vertreten Karlies Abmeier, Wolfgang Klose und Bernd Streich die Laien des Erzbistums Berlin. Zusammen mit dem Vorstand und den ZdK-Vertretern gehören dem Geschäftsführenden Ausschuss künftig Claudia Nothelle, Kristin Platek und Barbara Richstein an.
Maria Bexten, Gregor Podschun, Angela Schneider, Burkhard Wilke und Elisabeth Zschache vertreten den Diözesanrat im Pastoralrat.