Katholiken im Erzbistum Berlin wollen und sollen künftig mehr für den Klimaschutz tun. In einem Workshop konnten Vertreter aus Pfarreien und Gemeinden von Fachleuten erfahren, welche Handlungsoptionen bestehen.
„Keine konkreten Entscheidungen treffen, sondern den Blick weiten.“ So lautete das Ziel des Workshops „Klimaneutrale Kirche“, zu dem Generalvikar Manfred Kollig Vertreter von Pfarreien und Diözesanrat sowie Fachleute in den Campus des Europäischen Energieforums in Berlin-Schöneberg eingeladen hatte. Das Erzbistum möchte die von der Bundesregierung ausgegebenen Klimaschutzziele erfüllen und bis 2045 klimaneutral werden.
Statistiken belegen: 40 Prozent des Energieverbrauchs in Europa werden durch Heizen verursacht. Pfarreien sollen prüfen, welche Räumlichkeiten sie wirklich aktiv nutzen. Gebäude, in denen kaum Aktivitäten stattfinden, die aber beheizt werden müssen, könnten verkauft werden. Alternativ sollen Sanierungsoptionen geprüft werden. Klar wurde jedoch: Der Weg dorthin kann für jede Pfarrei anders sein und ist von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abhängig. „So ist beim Bemühen, den CO2-Ausstoß zu verringern, immer zu bedenken, welcher Aufwand etwa für Dämmung nötig ist“, schreibt das Erzbistum. Heißt: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Empfohlen wird, einen Experten zu Rate zu ziehen. Auch seien wegen des rapiden Anstiegs der Energiekosten schon jetzt „Entscheidungen zur Einsparung zu treffen“, so das Erzbistum.
„Es war informativ und für uns als Laien auf diesem Gebiet verständlich gestaltet. Ich habe viel Neues erfahren, zum Beispiel, wie viel Potenzial die Erdwärme birgt“, sagte Karin Pfundstein aus Potsdam, die sich in ihrer Gemeinde St. Peter und Paul auch künftig für Klimaschutz einsetzen möchte und bei dem Workshop auf Gleichgesinnte traf.
Der Impuls, sich künftig stärker für die Erfüllung der Klimaziele zu engagieren, kommt auch aus dem Diözesanrat und dem Sachausschuss „Laudato si“. Dessen Vorsitzender Wolfgang Plehn betont: „Wer sich der Bewahrung der Schöpfung verschrieben hat, muss sich auch sofort und nachhaltig für den Klimaschutz bei den eigenen Immobilien einsetzen. Sonst werden wir als Kirche unglaubwürdig.“
Weil Fördergelder ein wichtiges Thema sind, fordert der Diözesanrat vom Erzbistum unter anderem die Einrichtung einer Anlaufstelle für handlungswillige Pfarreien sowie eines Klimaschutzfonds.