Die Kulturbuddys der Youngcaritas erkunden Berlin. Bei diesem Projekt teilen junge Ehrenamtliche ihre Freizeit und Erfahrung mit Flüchtlingen. Die vielfältigen Angebote bieten jedem eine Gelegenheit der Integration.
Warum werden Menschen obdachlos? Ist für sie die Rückkehr in ein „normales“ Leben möglich? Welche Hilfen gibt es für sie? Diese Fragen stellten sich die Kulturbuddys der Youngcaritas in Berlin. Antworten und eine neue Sicht auf soziale Probleme fanden sie bei einem Besuch des „Zentrums am Bahnhof Zoo“.
Kulturbuddys: So nennen sich „Kultur-Freunde“ in einem Projekt des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, entstanden aus der Idee einer Schulklasse 2016. Ihr Alter liegt zwischen 18 und 29 Jahren; zwei Drittel Flüchtlinge, ein Drittel Berliner. Ihr Ziel ist es, anderen Menschen mit Respekt, Neugierde und Einfühlungsvermögen zu begegnen. Dafür treffen sie sich zwei- bis dreimal im Monat. Tobias Rabanser (31) aus Südtirol begleitet sie dabei. Als Friedens- und Konfliktwissenschaftler ist er in der Sozialarbeit der Caritas tätig. Weitere Projekte für junge Menschen sind das Upcycling-Projekt „vergissmeinnicht“ und „caridoo“ in der Pappelallee.
Seit sechs Monaten ist auch Muaaz Alfawal aus Syrien dabei. Ursprünglich selbst ein Teilnehmer, bereitet er jetzt mit Tobias Rabanser die Abende vor. „Mir ist der Austausch untereinander sehr wichtig, um über das Naheliegende wie Wohnen und Arbeiten hinauszugehen“, betont er. Dazu plant er auch gemeinsames Kochen, Abendessen, kulturelle und sportliche Angebote nach den Wünschen der Teilnehmer.
So haben die Kulturbuddys in diesem Jahr das DDR-Museum und ein Basketballspiel von Alba Berlin besucht. Ein Wochenend- Workshop hat sie auf Job und Beruf vorbereitet. Ein interkulturelles Dinner hat allen geschmeckt. Der Besuch der St. Hedwigs-Kathedrale war Auftakt einiger interreligiöser Begegnungen. „Chillen bei Fußball und Grillen“ gehört ebenfalls zu den kulturellen Events.
Flüchtlinge müssen auch mal rauskommen
Tobias Rabanser stellt klar: „Mithilfe der Kultubuddys sollen Brücken gebaut werden; Flüchtlingen wird die kulturelle Teilhabe ermöglicht.“ In den Berliner Unterkünften komme es zu selten vor, dass geflüchtete Menschen in die Stadt mitgenommen werden. „Wir wollen die vielfältigen kulturellen Möglichkeiten und Bildungsangebote in Berlin aktiv nutzen und zum Kennenlernen von Berlinern beitragen.“ Darüber hinaus soll spielerisch Deutsch gelernt werden.
Beim Abend im Zentrum am Bahnhof Zoo appellierte Projektkoordinator Wolfgang Nebel von der Berliner Stadtmission an die Kulturbuddys: „Hören Sie auf Ihr Herz! Haben Sie für jeden als Mini-Dialog ein gutes Wort!“ Das Wichtigste im Umgang mit Obdachlosen sei die Begegnung. Das Kasten-Denken im Hinblick auf Menschen an der Armutsgrenze schade der Zukunft der Gesellschaft.
Interessiert an der Mitarbeit bei den Kulturbuddys?
Einfach Kontakt aufnehmen: 0172 / 2 01 67 98 oder t.rabanser@caritas-berlin.de