Mit Rückenwind „Zuerst ein Zuhause“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit ehrenamtlichen Küchenhelfern in Evas Haltestelle. Foto: Bundesregierung/Denzel

Seit fünf Jahren verhilft der Sozialdienst katholischer Frauen mit dem Projekt „Housing first“ wohnungslosen Frauen zu einer Mietwohnung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Projekt besucht.

„Evas Haltestelle und Housing First für Frauen sind ganz wichtige Einrichtungen im Kampf gegen Obdachlosigkeit und das an 365 Tagen im Jahr“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, nachdem er am 11. Dezember mit Mitarbeiterinnen und mit Frauen gesprochen hatte, die das Hilfsangebot des Berliner Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Anspruch nehmen. Frauen hätten ihm berichtet, dass eine Wohnung ihnen ein Leben in Würde und Selbstständigkeit ermöglichte, fasste Steinmeier seine Eindrücke zusammen. Ein solides Mietverhältnis sei der Kern, von dem aus sich ein Leben wieder stabilisieren könne.

Seit 2018 konnte das Projekt bereits 86 Wohnungen an wohnungslose Frauen vermitteln, davon gingen acht Wohnungen an Frauen mit Kindern, berichteten die Mitarbeiterinnen. Die Lebenssituation der Frauen habe sich verbessert. Sie seien gesünder, zufriedener, sozial besser vernetzt und vor Gewalt geschützt. Zu den Herausforderungen der Arbeit gehöre es besonders, in Berlin Wohnraum zu finden. Die Mitarbeiterinnen sagten dem Bundespräsidenten auch, wie wichtig es ihrer Ansicht nach sei, aus dem Projekt ein dauerhaftes Angebot zu machen.

Weitere Hilfsangebote in Evas Haltestelle

Sie zeigten ihrem Gast auch „Evas Haltestelle“ mit einem Tagestreff für Frauen, die auf der Straße leben oder vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind und der Winternotübernachtung mit zwanzig Schlafplätzen.

Frauen finden hier einen sicheren Ort, an dem Ruhe, Austausch und Unterstützung möglich sind. In der Notübernachtung können sie von November bis März schlafen, duschen, ihre Wäsche waschen und Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Dagmar Löttgen, die Vorstandsvorsitzende des SkF, wertete den Besuch des Bundespräsidenten und seine wertschätzenden Worte als wertvolle Unterstützung und „Rückenwind“ für die Arbeit des Vereins, der seit mehr als 20 Jahren in der Wohnungslosenhilfe tätig ist.

„Mit diesem Besuch legt er den Fokus auf ein drängendes Thema unserer Gesellschaft: Obdachlosigkeit von Frauen und Müttern mit Kindern.“ Im August war das Projekt Housing First mit der Louise-Schroeder-Medaille ausgezeichnet worden