Pilgern geht überall Sabine Petters entwickelt neue Pilger-Formate für Vorpommern

Sabine Petters vor ihrer Ideenwand

Sabine Petters vor ihrer großen Pinnwand in ihrem Stralsunder Büro. Hier sammelt sie Ideen, Kontakte und Projekte rund ums Pilgern im Nord-Osten. Foto: Goritzka

Sabine Petters ist Referentin für Pilgerprojekte. In Stralsund entwickelt sie neue Formate für Vorpommern. Dabei liegen ihr besonders kleine Formen am Herzen – etwa 30-minütige Pilgerauszeiten.

„Wir können überall beten. Dann können wir auch überall pilgern“, ist Sabine Petters überzeugt. Seit November ist sie Referentin für innovative Pilgerprojekte in der katholischen Pfarrei St. Bernhard mit Sitz in Stralsund. Ihre Aufgabe: Pilgerformate in Vorpommern zu entwickeln, die es so noch nicht gibt.

Derzeit sammelt sie an einer großen Magnetwand Ideen, Kontakte, Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Auch kleine Miniformate sind schon in Planung – etwa das „5-Minuten-Pilgern“. Das kann der Arbeitsweg mit geistlichen Impulsen oder ein längerer Spaziergang sein. „Ähnlich der Exerzitien im Alltag plane ich 30-minütige Pilgerauszeiten“, verrät Petters. So könne das Stralsunder Heiligen-Geist-Kloster innerhalb dieser Zeit erkundet werden. Diese kleinen Angebote sind ihr sehr wichtig. „Wenn man regelmäßig etwas tut, wird es zur Gewohnheit und der Körper erinnert sich daran. Ein Spaziergang wird dann automatisch zum Pilgern“, ist sie überzeugt.

Sabine Petters kann sich auch vorstellen, mit Pilgern – ähnlich der Stadtpilgertouren in Stralsund – die Stadtmauer zu umrunden. „Die Pilgererkundung kann dann unter dem Spruch ‚Mit dir, mein Gott, kann ich über Mauern springen‘ stehen“, sagt sie. Außerdem plant sie gemeinsam mit der Greifswalder Agrarinitiative (GAI) einen Weg entlang des Flusses Ryck, von der Quelle bis nach Greifswald, wo er in den Greifswalder Bodden mündet. „Unterschiedliche Themen können dabei betrachtet werden: Nachhaltigkeit, Ernährung, Wasser, Schöpfung. Es könnte entsprechende Themenwege geben.“ An der Quelle selbst könnten Fragen wie „Was nährt mich?“ oder „Wo sind meine Quellen?“ im Mittelpunkt stehen, sagt die Pilgerbegleiterin.

Aus der Kooperation soll auch eine Broschüre entstehen. „Diese soll aber so gehalten sein, dass sie an jedem beliebigen Fluss verwendet werden kann. Ich kann mir Pilger dann auch entlang der Alster in Hamburg vorstellen“, sagt Petters. Sie selbst ist evangelisch, hat die ökumenische Pilgerinitiative Vorpommern mitgegründet, ist Pilgerbegleiterin und hat eine Pilgerherberge in Jager zwischen Greifswald und Stralsund. Mit dem Nachbarschaftszentrum in der Luther-Auferstehungskirche im Stralsunder Stadtteil Grünhufe ist dieses Jahr ein Thementag geplant. „Wir wollen mit den Menschen vor Ort ihren Stadtteil erkunden unter der Fragestellung, wo ihre Kraftorte liegen, ihre Heiligen Orte“, sagt Sabine Petters.