Babymassage, Erziehungsberatung, Ort für Feiern: Das neue Caritas-Familienzentrum in Michendorf bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Es will Familien frühzeitig helfen, nicht erst in einer Krise.
Claudia Weißgrab ist guter Dinge. Die freundliche und quirlige Diplompädagogin leitet das Familienzentrum der Caritas in Michendorf. Am 1. Januar hat es seine Arbeit aufgenommen. Seitdem, findet sie, ist schon eine Menge entstanden. Neben Schwangerschafts-, Familienund Erziehungsberatung gibt es Kurse zur Geburtsvorbereitung und zur Rückbildung des Babybauches nach der Entbindung. Eine Physiotherapeutin kommt zur Babymassage.
Eine Gruppe für Zwillingskinder hat sich gebildet. Und kaum war die erste Krabbelgruppe für Babys und Kleinkinder gestartet, entstand schon die zweite. Ein Zeichen dafür, dass die jungen Mütter und Familien in Michendorf und Umgebung schnell Vertrauen gefasst haben zu der neuen Einrichtung. Ein Zeichen wohl auch dafür, dass die Gemeinde Michendorf bei der Wahl des Trägers richtig gelegen hat. Oder wie Angela Schmidt-Fuchs es ausdrückt: „Die Kommune hat die gewählt, die vor Ort stark sind.“ Die Beauftragte der Caritas für Potsdam und den Landkreis Potsdam-Mittelmark hat Grund, sich über die Entscheidung der Gemeinde zu freuen. Denn das Familienzentrum in Michendorf ist das bislang einzige im Erzbistum Berlin, das sich in Trägerschaft der Caritas befindet.
Dass die sich in Michendorf gegen die Mitbewerber durchsetzen konnte, hat auch damit zu tun, dass die Caritas hier bereits seit mehreren Jahren Frauen und Familien während der Schwangerschaft und in Erziehungsfragen berät und sich mit der dabei gesammelten Erfahrung für den Aufbau eines Familienzentrums stark gemacht hatte.
Viel Raum für Tagungen und Herberge
Aber auch der Ort, an dem diese Beratungen stattgefunden haben und weiter stattfinden, das Haus St. Georg, war wichtig. Das Gemeindezentrum der Pfarrgemeinde St. Cäcilia, ein mehrstöckiges, lichtdurchflutetes modernes Gebäude stellt für eine Vielzahl von Beschäftigungen Raum und Ausstattung bereit.
Für Tagungen und Seminare bietet es Räume und die erforderliche Technik. Es kann aber auch als
Herberge für kleinere und größere Gruppen dienen. Feste aller Art lassen sich hier gut feiern und für die Freizeitbeschäftigung gibt es sogar eine Kegelbahn. Der Innenhof kann an wärmeren Tagen genutzt
werden und gleich nebenan befindet sich der Zeltplatz. Alles in allem ideale Bedingungen. Manche Kommune wünscht sich eine solche Einrichtung. Die von Michendorf hat deshalb gern darauf zurückgegriffen und die Mietkosten übernommen statt, wie es gewöhnlich gemacht wird, selbst Räume für das Familienzentrum zu stellen. Das war wiederum ganz im Sinne des Pfarradministrators der Pfarrgemeinde St. Cäcilia.
Propst Klaus-Günter Müller hat die Ansiedlung des Caritas-Familienzentrums im Haus St. Georg begrüßt und unterstützt, wohl auch deshalb, weil sie für die dauerhafte Auslastung des großen Gebäudes von Vorteil ist. Nun ist die Arbeit des Zentrums in vollem Gang. „Wir locken die Eltern mit ihren Kindern hierher“, sagt Claudia Weißgrab scherzhaft. Sie weiß, wie das geht, denn sie hat bereits ein Familienzentrum in Beelitz geleitet. Und sie weiß auch, dass früh mit der Unterstützung der Eltern begonnen werden sollte, möglichst schon, bevor die Kinder auf der Welt sind. Die Frauen, die diese
Unterstützung geben, versteht sie als „professionelle Freundinnen“ der Eltern.
Ein Familienzentrum für jede Kommune
Der möglichst frühe Kontakt zu den Müttern und Familien ist auch wichtig, um die Kosten, die in Folge von Fehlentwicklungen beim Umgang mit den Kindern und im Zusammenleben der jungen Familien entstehen
können, möglichst gering zu halten.
Denn an denen haben die Kommunen oft schwer zu tragen. Für sie ist es wesentlich günstiger, mit dem Landkreis zusammen ein praxis- und ortsnahes Präventivangebot zu finanzieren, wie es die Familienzentren sind. Deshalb hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark 2006 begonnen, in jeder Kommune ein solches zu errichten. Das in Michendorf ist das sechzehnte von zwanzig geplanten. Die Kommune setzt große Erwartungen in die Einrichtung. Claudia Weißgrab möchte sie mit ihren Mitstreiterinnen gern erfüllen. Ideen dafür haben sie genug.