Schutzengelbrote zum Erntedank

Brot macht satt und stiftet Gemeinschaft. 40 Brote backte Bäcker Plentz aus Schwante für die Gemeinde „Zu den Heiligen Schutzengeln“ in Hennigsdorf, Velten und Kremmen. Die Gemeinde spendete dafür reichlich.

Welchen Akzent man in diesem Jahr dem Erntedankfest geben sollte, darüber beriet sich der Pfarrgemeinderat der Gemeinde „Zu den Heiligen Schutzengeln“.

Traditionell spenden die Gartenbesitzer der Gemeinde einen Teil ihrer Ernte, die Gemeindemitglieder ohne Garten kauften Etliches im Laden. Diese Spenden gelangen zur „Fazenda da Esperança“ (dt. Bauernhof der Hoffnung) mit ihren Höfen in Nauen und Riewend, um den Bewohnern zusätzlich Obst und Gemüse aus der Region anzubieten.

Das Ziel dieser Fazendas ist, drogenabhängige Menschen in ein Leben ohne Drogen zu führen. Diese Aufgabe wird mit Hilfe von Therapien für die Patienten und insbesondere mit der Hinführung zu einer persönlichen Beziehung mit Gott angegangen.

In ihren drei Kirchen in Hennigsdorf, Velten und Kremmen verteilte die Gemeinde in diesem Jahr Brote mit Schutzengeln gegen Spende. Ein Gemeindemitglied hatte die Idee, Bäckermeister Plentz aus Schwante, der aktives Mitglied der Evangelisch- Freikirchlichen Gemeinde Oberkrämer ist, zu fragen, ob er 40 Brote mit einem Schutzengel bäckt, damit man diese Brote für einen „guten Zweck“ gegen Spende anbieten könne.

Herzliche Begegnung mit Dank und Gebet

Am Nachmittag des 10. Oktober konnten Vertreter der Gemeinde und Pfarrer Friedrichowicz die Brote in einer herzlichen Begegnung mit Bäcker Plentz in Empfang nehmen. Er nahm sich dafür viel Zeit, es wurde gebetet und für diese Aktion gedankt. Die Brote kamen sogleich in die Gemeinde nach Kremmen und wurden nach der heiligen Messe von der Gemeinde mit Freuden angenommen. Am Sonntag, den 11. Oktober, wurde das Brot in den Gemeinden in Velten und in Hennigsdorf verteilt. Insgesamt wurde ein Spendenbetrag von 514,60 € eingenommen.

Diese Summe ging an das Projekt „Café Rückenwind“ in Berlin-Reinickendorf, in dem sich straffällig gewordene Männer treffen. Die ehemaligen Inhaftierten der JVA Tegel haben durch teilweise lange Haftzeiten die Kontakte zu Familien und Freunden verloren und leben in persönlicher Isolation. Im Café treffen sich zweimal im Monat für einige Stunden ehemalige Inhaftierte, Menschen aus dem Kiez und Gemeindemitglieder zum Gedankenaustausch.

So machte das Brot von Bäckermeister Plentz die satt, die es mitgenommen haben und es stillte den Hunger der anderen, die sich regelmäßig im „Café Rückenwind“ treffen, um dort ein neues „Zuhause“ zu finden.