Zum 50-jährigen Bestehen von Sant‘Egidio hat Erzbischof Heiner Koch das Wirken der Laiengemeinschaft gewürdigt.
Seit 50 Jahren geht die Gemeinschaft Sant ‚Egidio den „Weg des Miteinander in heiterer Communio mit vielen am Rande“, so nannte es Erzbischof Heiner Koch. Dies war der Anlass zu einem Dank- und Jubiläumsgottesdienst in der Kirche Heilige Familie mit vielen Mitgliedern und Gästen. Auch Generalsekretär Cesare Zucconi aus Rom, Erzbischof Heiner Koch, der evangelische Bischof Markus Dröge und Bundesminister Hermann Gröhe waren der Einladung gefolgt.
Rückblickend auf die Ereignisse des Aufbruch-Jahres 1968 betonte Koch den „Weg der Beweglichkeit“ der ökumenischen Gemeinschaft. Von Anfang an sei es ein Weg mit Gott gewesen, ein Sich-Einlassen auf das göttliche Wort, um darauf eine verbindliche Antwort zu geben. So hätten seit der Gründung vor 50 Jahren durch Andrea Riccardi in Rom stets Menschen mit Behinderung und auf der Schattenseite des Lebens im Mittelpunkt der Sorge gestanden. Durch das Miteinander über alle Grenzen hinweg sei Sant‘Egidio zu einem „Spiegelbild des guten Gottes“ geworden. Bischof Dröge beleuchtete das geistliche Leben der Gemeinschaft, das eng mit dem Engagement für die Armen verbunden sei. Sant‘Egidio könne sich deswegen so stark für Versöhnung und Frieden einsetzen, weil die Mitglieder aus dem Gebet lebten. „Das gibt ihnen Spannkraft zu helfen und zu lieben, während andere in Hass und Ablehnung verfallen.“
Maria Herrmann dankte als Verantwortliche für die Berliner Mitglieder für wertvolle Freundschaften. Sie berief sich auf den Gründer, der im Alter von 18 Jahren die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat: „Um die Welt zu verändern, muss man bei sich anfangen.“ Diese Erkenntnis gepaart mit der Leidenschaft für das Evangelium hat seit 1981 auch in Deutschland Fuß gefasst. Niemand sei fremd für den Herrn. „Öffnen wir die Herzen der Menschen, seien wir immer an der Seite der Armen!“ Das Lied zum Auszug brachte diese Grundhaltung auf den Punkt: „Silber und Gold, das haben wir nicht, wir besitzen keinen großen Reichtum. Wir haben nur das Wort des Herren.“
Initiativen für eine menschlichere Welt
Heute zählt die Gemeinschaft weltweit 60 000 Mitglieder in mehr als 70 Ländern. Viele Initiativen sind in den letzten 50 Jahren entstanden: für eine menschlichere Welt, für Barmherzigkeit, für Frieden und Versöhnung in Konflikten, im Einsatz für Ökumene und interreligiösen Dialog. In Berlin arbeiten überkonfessionell 100 Jugendliche mit, unter anderem in den drei „Friedensschulen“.
Jeden Dienstag um 19 Uhr lädt Sant‘Egidio zum Abendgebet in die Kirche Heilige Familie, Wichertstraße 23 in Berlin-Prenzlauer Berg ein.