Von offenen Kirchen und Engelsbänken

Ein Engel von Dagmar Döhring in Maria Meeresstern Sellin. Foto: Anja Goritzka

Seit Pfingsten öffnet die Tourismuspastoral des Erzbistums Berlin auf Rügen in Binz und Sellin die Türen der katholischen Kirchen, täglich, für Einheimische und Urlauber. Dennoch wird in diesem Jahr auf vieles verzichtet.

„Hier in Binz ist es eher ruhig. In  Sellin haben meine Helfer fast den ganzen Tag zu tun“, erzählt Marion von Brechan, Referentin für Tourismuspastoral. An beiden Orten steht das Thema „Engel, die dich begleiten“ im Vordergrund. Während in der Binzer Kirche Stella Maris großformatige Bilder von Gaby Stegmann zu sehen sind, gibt es in Maria Meeresstern Sellin kleine filigrane Engelsfiguren von Dagmar Döhring aus Berlin und das Lichtkreuz von Ludger Hinse zu bestaunen. Auf einer Engelsbank (Bank mit den Engelsflügeln) vor der Kirche können Besucher Platz nehmen, sich fotografieren lassen und mit Abstand mit den Seelsorgern vor Ort und einem Kaffee in der Hand ins Gespräch kommen. Marion von Brechan will auch in Binz eine solche Bank aufstellen. Gemeindemitglied Martin Diener tischlert sie gerade.

„Das ist sehr spannend und interessant“, meint auch Diözesanjugendseelsorger Ulrich Kotzur, der in Sellin eine Woche verbrachte. Zusammen mit Marianne Schalk öffnete er von 12 bis 18 Uhr die Türen des Gotteshauses. „Viele freuen sich, dass die Kirche mal auf ist“, so der Pfarrer. Erfahrungen, die sich auch mit denen von Silke Bährens und Rolf Schudlich deckten. Sie waren in der ersten Juniwoche in Sellin tätig und konnten mit rund 482 Menschen ins Gespräch kommen.

Seit 1. Juli hat Marion von Brechan einen FSJler, der sie unterstützt. Mitte August kommt noch Karmeliten-Bruder Severin Tyburski dazu. In seinem Pastoraljahr ist ein dreimonatiges Spezialpraktikum vorgesehen, was er in der Tourismusseelsorge auf Rügen absolviert. „Eigentlich wollte er ab Juli hier sein. Durch Corona wurde seine Priesterweihe auf Mitte August verschoben. Danach ist er dann hier“, freut sich die Tourismusseelsorgerin, die Ausstellungen und offene Kirchen organisiert. Gerne würde sie noch mehr anbieten: Lesungen, Detektivabende für Kinder oder Taizé-Andachten wie im letzten Jahr. Aber das ist in diesem Jahr nicht möglich. „Meine Mitstreiter und ich entscheiden Woche für Woche, was eventuell möglich ist und was nicht“, räumt sie ein.

Aber ökumenische Veranstaltungen im Freien – wie der Ufergottesdienst zwischen Vitt und Kap Arkona am Hochufer am letzten Sonntag im Monat um 15 Uhr oder Pilgerangebote auf dem Weg der heiligen Birgitta von Schweden zusammen mit der evangelischen Pastorin Ellen Nemitz – seien gut machbar.

Weitere Informationen zur Urlauberseelsorge und Pilgertermine: www.erzbistumberlin.de/hilfe/menschen-unterwegs/tourismus-pastoral