Pilgern, Engel erleben oder ein Aquarellkurs – all das können Urlauber in der Pfarrei St. Otto Usedom-Anklam-Greifswald erleben.
Tourismusseelsorgerin Saskia Stabenow hat sich einiges ausgedacht.
Wer in der Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi malen und sich dabei spirituell anregen lassen will, sollte Zeit mitbringen. Vier Stunden dauert der Aquarellkurs mit geistlichen Impulsen: „Es soll nicht einfach so husch-husch gehen. Die Menschen sollen sich einfach mal Zeit lassen, sich auf etwas einlassen, gerade in ihrem Urlaub“, erklärt Saskia Stabenow. Eigentlich ist sie Tourismusseelsorgerin in der Pfarrei St. Otto, die sich an der Ostsee von Greifswald nach Usedom streckt. In Abstimmung mit der Tourimuspastoral St. Bernhard kann auch in Stralsund gemalt werden. Sehr zur Freude von Saskia Stabenow: „Man hat selten die Möglichkeit, in einer Kirche zu malen. Das ist eine ganz eigene Stimmung.“ „Ein Bau atmet mit der Geschichte. Die ist in den Mauern drin, auch wenn diese Kirche schon entwidmet wurde.“
Immer wieder schweift man beim Malen in die normale Sichtweise ab, dabei sollen die Räume zwischen den Gegenständen gemalt werden, nicht die Gegenstände selbst. „Wenn ich die Zwischenräume male, nähere ich mich Gott an, weil er der Schöpfer aller Dinge ist. Wie wenn man in eine Wohnung kommt und der Besitzer ist nicht da: Du näherst dich dem an, dem diese Wohnung gehört“, erklärt Saskia Stabenow.
Der Bereich der Tourismuspastoral ist für sie ein weites Feld. „Es gibt hier wahnsinnig viele Möglichkeiten“, stellte sie nach Analyse der Orte der Pfarrei St. Otto fest. Saskia Stabenow sah Potenzial vor allem in Anklam und Umgebung. So wurde die Klosterruine Stolpe an der Peene bei Anklam Ausgangspunkt für unterschiedliche Angebote. „Hier biete ich einen Malkurs unter freiem Himmel an, ebenfalls mit Aquarellmalerei und spirituellen Inhalten. Wir setzen uns in die Landschaft, malen und genießen. Die schöne Umgebung ist spirituell geprägt, sowohl durch das älteste Kloster in Vorpommern, als auch durch die wunderbare Natur, die Gott uns dort geschenkt hat.“
Stolpe ist auch Ausgangspunkt für einen Pilgerweg zum heiligen Otto von Bamberg. Gemeinsam mit der Ökumenischen Pilgerinitiative Vorpommern und Johannes Pilgrim, ehemaliger Leiter des evangelischen Bibelzentrums in Barth, hat sie diesen Weg entwickelt. „Es ist ein sehr einfacher Weg. Es gibt ein paar Impulse, die den Weg von der Klosterruine zum Wartislawstein und zurück nach Stolpe begleiten“, sagt sie.
Auch in der Greifswalder Kirche St. Joseph ist Saskia Stabenows Wirken sichtbar. In der Taufkapelle stellt die Berliner Künstlerin Dagmar Döhring gerade einige ihrer Engel aus Keramik sowie Bilder aus Blütenblättern aus. Auf die Glastür hat sie die Umrisse eines Engels gezeichnet, der Besucher begrüßt. Diese können dem Engel ihre Fürbitten und Wünsche anvertrauen. Oder dem Engel Federn ankleben und so die Flügel stärken. Und wer selbst Engel sein will, stellt sich davor und drückt auf den Auslöser.