Öffnung in den Sozialraum
Kooperative Standortnutzung
mia Begegnungszentrum in Löcknitz
Pastoraler Schwerpunkt
Gemeinsam für Löcknitz: Mit dem miaZentrum wurde ein pastorales Konzept in gebaute Wirklichkeit umgesetzt. Im deutschpolnischen Grenzgebiet entstand ein Ort für Austausch, Unterstützung und pastorale Impuls. Im Miteinander von Gemeinde, Caritas, Kitas, Schulen und engagierten Partnern wächst eine lebendige Gemeinschaft
Experimentierort St. Wilhelm in Spandau
Sozialer Schwerpunkt
Ein Ort, der verbindet: St. Wilhelm wandelt sich vom kaum genutzten Gemeindehaus zu einem lebendigen Treffpunkt für Kultur, Demokratiebildung und gelebte Nachbarschaft. Der Experimentierort St. Wilhelm setzt damit ein wirksames Zeichen gegen soziale Isolation und für Zusammenhalt.
St. Martin - Reinickendorf (Foto: katholische Akademie)
Interkultureller Schwerpunkt
Mit der Sanierung von St. Martin entsteht gemeinsam mit der portugiesischen Mission und den Herz-Jesu-Priestern ein internationaler und sozialer Ort der Begegnung – offen und einladend für die gesamte Pfarrei it Strahlkraft ins Märkische Viertel und Reinickendorf.
Gemeindezentrum Laudato Si' in Eberswalde - Scharabi Architekten
Ökologischer Schwerpunkt
Mit dem Gemeindezentrum „Laudato Si” soll in Eberswalde ein neuer Ort des Miteinanders entstehen. Das Projekt vereint soziale, ökologische und spirituelle Aspekte in einem ganzheitlichen Konzept. Als geistlicher Knotenpunkt kann es Kirche, Stadtgesellschaft und Wissenschaft verbinden und Raum für generationenübergreifende Begegnung, solidarisches Handeln und ökologische Bildung schaffen.
Ist unsere Kirche offen und einladend?
Viele Menschen spüren: in teils leerstehenden Gemeindestandorten steckt Potenzial. Manche Gemeinden wären gern offener, möchten ihre Gebäude stärker teilen und stoßen dabei doch auf Grenzen.
Die Fragen, die sich rund um die Öffnung von Gemeindezentren und Kirchen stellen, sind auch pastorale Zukunftsfragen:
- Wie können Gemeinderäume wieder stärker Teil der Nachbarschaft werden?
- Unter welchen Bedingungen können sie anderen zugänglich gemacht werden?
- Welche Formen der Mitnutzung oder Kooperation sind realistisch – und welche Grenzen gilt es zu achten?
- Welche Unterstützung brauchen die Gemeinden, um Räume zu teilen?
- Und: Könnte es für eine Gemeinde eine positive Erfahrung sein, Gast in der eigenen oder anderen Kirche zu werden – und Neues zu entdecken?
Im Themenfeld Öffnung in den Sozialraum bündeln wir Impulse und Ansätze, wie kirchliche Orte gemeinsam mit starken Partnern zu lebendigen Orten der Begegnung werden können und Kirche an Relevanz dazugewinnen kann.
Gemeinsam neue Perspektiven für Kirchen und Gemeindehäuser entwickeln
Gemeinsam neue Perspektiven für Kirchen und Gemeindehäuser entwickeln
„Die aktuelle Lage verschärft die Dringlichkeit: Kosten für Energie haben sich massiv verteuert, Lieferengpässe und Fachpersonalmangel bereiten zusätzliche Schwierigkeiten. Das bedeutet, dass wir in größerem Umfang Immobilien (wie z. B. Pfarr- und Gemeinde häuser sowie Kirchengebäude) anders nutzen oder sogar aufgeben müssen. Dabei geht es keineswegs in erster Linie um den Verkauf von Immobilien. Genauso zielführend sind Umnutzungen, Kooperationen, Verpachtungen oder andere kreative Ideen, die im jeweiligen Sozialraum mit (...) Partnern entwickelt werden können."
Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin
Offene Kirche
Kirche aktiv öffnen und Menschen willkommen heißen
"Eine offene Kirche ist für alle Menschen da – unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Lebensstil, Glaubensfragen oder sozialem Status. Es geht darum, nicht nur räumlich Türen zu öffnen, sondern auch Herzen und Strukturen weit zu machen. (...)
Eine offene und einladende Kirche nimmt Menschen ernst und begleitet sie auf ihrem Weg. Sie folgt Jesus nach: offen, menschenzugewandt, heilend und barmherzig. Das ist sicherlich ein sehr hoher Anspruch an uns selbst – aber kein Traum. Wichtig ist vor allem, den ersten Schritt zu wagen: anzufangen, loszugehen, sich auf den Weg zu machen.
Wir dürfen nicht warten, bis wir abgeholt oder ein geladen werden. Es liegt an uns, aktiv zu werden und die Türen zu öffnen – für alle, die nach Gemeinschaft, Trost und Hoffnung suchen."
Markus Weber, Bereichsleiter Pastoral.
Veranstaltungen
Potenzial kirchlicher Gebäude entdecken
Online-Veranstaltungsreihe
Die 11-teilige Veranstaltungsreihe von SPES e.V. und K-Punkt Ländliche Entwicklung vermittelt Impulse, Wissen, praktische Erfahrungen und konkrete Umsetzungsschritte.
Jeder Abend besteht aus einem inhaltlichen Impuls sowie einem anschließenden Fachgespräch mit Expertinnen und Experten aus Praxis, Politik und Wissenschaft.
Übrigens: Die vergangenen Termine können nachgeschaut werden.
Die Teilnahme ist kostenlos. Es reicht eine einmalige Anmeldung für die gesamte Veranstaltungsreihe.
Unterstützung & Angebote
Haben Sie Fragen zur Mit- und Mehrfachnutzung? Bei größeren Vorhaben ist eine standortspezifische fachliche Beratung durch Expertinnen und Experten für Bau- und Rechtsfragen unerlässlich. Für weitere wiederkehrende Themen bauen wir Schritt für Schritt ein FAQ auf – besonders zu Punkten, die sich vor Ort nicht direkt mit Ihrer Leitung klären lassen.
Reichen Sie Ihre Frage gerne hier ein!
Gemeinsam einen Sozialraum entwickeln
- Möchten Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Bedarfe im Sozialraum bestehen und welche Projekte parallel geplant werden?
- Benötigen Sie Unterstützung bei der Anbahnung von Gesprächen und Gewinnung von Kooperationspartnern?
Wir stellen auf Wunsch Kontakte her – zur Kommune, zu anderen Religionsgemeinschaften, zu zivilgesellschaftlichen Akteuren und zu weiteren potenziellen Nutzungsinteressierten.
Manifesta 16 Ruhr Kreativmarkt, March 2026. Photo © Manifesta 16 Ruhr / Dirk Rose
Lassen Sie sich inspirieren - die Innovationsförderung
Wir arbeiten derzeit an einer Sammlung von Beispielen, die wir Ihnen gerne ab September zur Verfügung stellen. Bis dahin können Sie sich hier einen Überblick verschaffen.
Ein Tipp für einen besonderen Ortsbesuch: vom 21. Juni bis 4. Oktober 2026 findet die Manifesta statt. Die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst zeigt an 13 meist profanierten Nachkriegskirchen, wie Kirchenräume neu genutzt werden können und welche Rolle sie in gesellschaftlichen und ökologischen Transformationsprozessen spielen können. Der Besuch ist kostenfrei und offen für alle. Außer Montag sind die Angebote meist an allen Wochentagen geöffnet. Hier finden Sie Besucherinfos und Exkursionsvorschläge.
Natürlich können Sie auch näher gelegene Orte besuchen. Bei der Auswahl Ihrer Ziele helfen wir Ihnen gern.
Wer konkrete Beispiele der kooperativen Nutzung ansehen, standortbezogene Ideen oder aufsuchende pastorale Angebote ausprobieren will – im Rahmen der Innovationsförderung ist das möglich.
Grundlagen klären - Eignung von Standorts für Mehrfachnutzung
Parallel zur Aufnahme von Gesprächen im Sozialraum, sollte geprüft werden, ob die jeweiligen Standorte grundsätzlich für eine Mehrfachnutzung geeignet sind. Hierfür können Pfarreien das Angebot des Immobiliendienstleisters LI.BA.ST. in Anspruch nehmen.
Tipps für den Start
Wir überlegen, unseren Gemeindestandort stärker zu öffnen – wie sollen wir anfangen?
Es gibt nicht den einen besten Weg, um zu starten. Sinnvoll ist es, parallel mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Zuständigkeiten zu arbeiten: Eine Gruppe prüft das Gebäude und die teilbaren Kosten, eine zweite entwickelt klare Strukturen für die Raumvergabe, und eine dritte nähert sich dem Thema offen und neugierig an. So entsteht Schritt für Schritt ein tragfähiger Prozess, der sowohl die baulichen als auch die organisatorischen und pastoralen Fragen berücksichtigt.
Für den Einstieg empfehlen sich kleine, konkrete Schritte: eine erste Bestandsaufnahme, ein gemeinsamer Ortstermin und ein offenes Gespräch über Chancen, Grenzen und Prioritäten und praktische Aktions-Tage, bei denen zum Beispiel Ausgedientes entrümpelt, der Ort gemeinsam neu wahrgenommen und praktisch erprobt wird.
Weitere Tipps für Kreative finden sich im Methoden-Koffer von midi.
Rettung durch Mehrfachnutzung
Unser Gemeindestandort steht vor dem Aus – können wir ihn durch neue Partnerschaften und eine Mehrfachnutzung doch noch erhalten?
Eine Mehrfachnutzung kann neue Perspektiven eröffnen – sie ist jedoch selten ein einfacher Rettungsweg. Oft bringt sie zunächst zusätzlichen Abstimmungsaufwand, neue Vereinbarungen und mitunter Umbauten mit sich. Auch Verwaltung, Kosten und Kommunikation müssen neu gedacht werden.
Zugleich entstehen im Prozess wertvolle Kontakte und Kooperationen, die einen Gemeindestandort mit frischer Energie beleben können. Wenn alle Beteiligten sich gemeinsam auf den Weg machen, und geduldig Widrigkeiten umschiffen, kann aus dem drohenden Ende ein Neuanfang wachsen.
Wichtig ist, diesen Schritt in enger Abstimmung mit Verantwortungsträgern zu gehen und fachliche Beratung einzubeziehen – so wird aus Mut und Beteiligung eine tragfähige Zukunftsstrategie.
Materialien
- Offene Kirchen
- „Gemeinwohl bauen praktisch“ ist eine kostenfreie Praxisplattform mit Mustervorlagen, Checklisten und Erfahrungswissen für gemeinwohlorientierte Bau- und Immobilienprojekte.
- Der Praxisleitfaden „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ gibt Tipps für die ökumenische Nutzung von Kirchen und Gemeindehäusern.
Unsere Tipps
- Im Podcast „Kirchen aufgeschlossen“ erzählen Menschen, wie kirchliche Orte sich verändern, öffnen und lebendig bleiben. Lassen Sie sich von den Erfahrungen aus Thüringen inspirieren.
- Freie Räume können über die Raumdatenbank des Landesmusikrats Berlin und den RaumFinder von Engagiertes Berlin gezielt beworben werden.
Fragen
zu Sozialraumorientierung / Kooperationen?
margit.beutler(ät)erzbistumberlin.de
Vermittlung von Religionsgemeinschaften?
Koordinierungsstelle Räume für Religionsgemeinschaften
zur Innovationsförderung?
Innovationsförderung für Pastorale Mitarbeitende
Standorteignung für Mehrfachnutzungen?
immobilienentwicklung@erzbistumberlin.de
Öffnung in den Sozialraum und Kooperationen
Margit Beutler
Projektmanagement
Bereich Pastoral
Tel.: 0151 24 03 04 79
E-Mail: margit.beutler(ät)erzbistumberlin.de