BZ-Kolumne

Die erste Weihnacht fand in der Stille statt.

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. „Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird‘s auch wieder ruhiger.“ So hat es einmal der deutsche Komiker Karl Valentin gesagt. Darin steckt die Hoffnung, dass nach Weihnachten endlich wieder Ruhe einkehrt: keine blinkenden Lichterketten, keine Weihnachtslieder in den Geschäften, keine langen Schlangen an den Kassen der Einkaufsläden und weniger Gehupe auf den Straßen unserer Hauptstadt.

Wer an Jesus glaubt, erinnert sich an das Lied „Stille Nacht“. Ob Menschen mit Weihnachten die Geburt Jesu verbinden oder nicht: Als damals in Betlehem Jesus geboren wurde, geschah dies eher im Stillen und Verborgenen. Kein grelles Licht und keine lauten Töne, stattdessen fand die Geburt des Kindes in einer Höhle oder in einem Stall statt. Von dieser Stille ist in Berlin wenig zu spüren. Noch weniger in Betlehem, wo aktuell nicht nur die Stille, sondern sogar der Friede so leicht zu verletzen ist.

Was auch immer Menschen mit Weihnachten verbinden: Die erste Weihnacht fand in der Stille statt. Wichtig war nicht die Umgebung. Wichtig waren die Menschen: Maria, Josef, das Baby namens Jesus, Hirten, Engel und andere. Was immer Menschen glauben: Für die meisten Menschen wird es auch heute in unserer Hauptstadt Berlin wichtig sein, wer an Weihnachten mit ihnen an einem Tisch sitzt. Das kann der Tisch im Wohnzimmer oder in einer der Suppenküchen sein, in einem Hotel, in einer Berliner Kneipe oder in einer Kirche. Nicht die Sterne machen den Unterschied an Weihnachten, sondern die Menschen.

Was würde Jesus dazu sagen? Vielleicht das, was ich letztens las, ohne den Autor oder die Autorin dieses Ausspruchs ausfindig machen zu können: „Weihnachten ist, wenn die besten Geschenke am Tisch sitzen und nicht unterm Baum liegen.“