„Die Sterne lügen nicht“, sagte der Kapitän. Er hatte alle modernen technischen Geräte an Bord, um sich zu orientieren und das Schiff auf Kurs zu halten. Trotzdem orientierte er sich auch an den Sternen.
Die neuen Fenster der Sankt Hedwigs-Kathedrale, die am kommenden Sonntag wieder eröffnet wird, zeigen die Konstellation der Sterne am 1. Januar des Jahres 0. Die meisten Menschen in unserer Welt nutzen den sogenannten Gregorianischen Kalender, der die Jahre und Jahrtausende unterscheidet in jene vor und jene nach Christi Geburt.
Ganz gleich, was Menschen glauben, bei uns in Berlin nutzen sie diesen Kalender. Er dient dazu, sich zu vereinbaren: Das Treffen für ein Fest, für Arztbesuche und Urlaub, Sitzungen, Konferenzen und Wahlen. Ohne diesen Kalender funktioniert nur wenig. Schuljahr und Legislaturperioden, Geburtstage und Jubiläen, Veranstaltungen jedweder Art sowie Öffnungs- und Schließzeiten sind ohne Kalender unmöglich.
Nun leben wir im Jahr 2024 und bald im Jahr 2025 nach Christus. Das sind etwas mehr als 2000 Jahre einer etwa 40.000-jährigen Geschichte der Menschen in ihrer heutigen Gestalt. Würde man es übertragen auf eine Stunde, so würden wir als Menschen nach Christus lediglich 3 Minuten existieren. Wenn die Erde älter als 4,5 Milliarden Jahre ist, dann reden wir sogar nur von 0,00005 Prozent der Weltgeschichte. Das ist so, wie wenn wir über die halbe Sekunde eines Tages sprechen.
Was würde Jesus dazu sagen? Die Geschichte, die Gott und Menschen miteinander haben, beginnt nicht erst mit Jesus Christus. Sie ist mehr als 4,5 Milliarden Jahre alt. Die Sternenkonstellation bezeugt, dass Gott immer wieder die Beziehung mit Menschen sucht. Die Sterne lügen nicht. Auch am 1. Januar des Jahres 0 sagen sie: Gott gibt die Welt nicht auf, weder vor noch nach Jesu Geburt. Davon zeugen die Sterne eigentlich an jedem Tag des Jahres. Werden sich Menschen durch die Fenster in der Sankt Hedwigs-Kathedrale daran erinnern lassen?