Unterbrechung

Impuls zur Wochenmitte

Ausgehend vom Tagesevangelium sprechen Christinnen und Christen einen Gedanken mitten in die Woche hinein, der zum Nachdenken, zum Nachlesen anregt oder Wegbegleiter für die restliche Woche sein kann.

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Zeitraum bis:

22. May 2019

"Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht." (Joh 15,5)

Im stillen Kämmerlein halten wir uns oft für Genies. Aber könnten wir tatsächlich als Einzelkämpfer etwas Großartiges erschaffen? Das Bild vom Weinstock erinnert mich in dem Zusammenhang auch an Projektarbeit: Erst durch das Wirken von „gemeinsam“ oder „Gemeinschaft“, der Kombination von Talenten vieler und dem Sorge-tragen einer/s Verantwortlichen, kann wahrhaft Fruchtbringendes entstehen.

Carlo Murru, Erzbischöfliches Ordinariat/Seminarmanagement

15. May 2019

"Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat." (Joh 12, 44)

Perspektivwechsel - nicht Zauberspiegel: Gott in Jesus und Jesus in Gott, - dessen Zusage klar ist: Leben über den Tod hinaus. Gefragt ist nicht theoretisches Sehen,  sondern praktisches: „Liebet einander, wie ich euch geliebt habe!“ (Joh 13,34f) Für mich heißt das: Leben ermöglichen im konkreten Alltag, heute, hier und jetzt, durch Achtsamkeit und Respekt. 

Christopher Maaß, Prozessbegleitung

 

08. May 2019

"Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten das Wort." (Apg 8,4)

Die Katholiken aus Berlin, denen schon lange mit Gleichgültigkeit und Ablehnung begegnet wird, verlassen ihre Kirchen und Gemeindehäuser.

Sie gehen hin zu den Menschen in ihren Stadtbezirken. Sie besuchen die Obdachlosen, die Arbeitssuchenden, die sozial vernachlässigten Kinder, die vielen einsamen und kranken Menschen. Sie halten Ausschau nach jedem einzelnen, spenden Trost und geben Hoffnung. Sie engagieren sich in Politik und Gesellschaft, um menschenfeindliche Lebensumstände zu verändern. Sie geben ihre Talente, ihre Zeit und ihr Geld. So verkünden sie Christus – mitten im Leben.

Uta Bolze, Projektreferentin für Fundraising-Entwicklung

01. May 2019

„Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?“ (Mt 13, 55)

„Machen ist wie wollen, nur krasser“, steht auf einem Stoffbeutel. Auch Josef war „ein Macher“ geleitet von tiefen Gottvertrauen. Er steht mitten im Leben, findet Lösungen in schier ausweglosen Situationen, ist ein vielseitiger Handwerker und – er war „gerecht“ (Mt 1,19). Einsatz für Leben, Arbeit und Gerechtigkeit - mit dieser Perspektive schaue ich auf den heutigen 1. Mai. 

Christopher Maaß, Prozessbegleitung „Wo Glauben Raum gewinnt“

24. Apr 2019

"Als er (der Gelähmte) nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen. Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: "Sieh uns an!" (Apg 3, 3-4)

Fast täglich erlebe ich sie in der U-Bahn: Menschen, die um ein Almosen betteln. Ob es nur das Geld ist, worum sie betteln? Die meisten Fahrgäste schauen weg. Ganz anders die beiden Apostel. Sie schauen den an, der um Almosen bettelt. Und ihr Blick enthält eine Botschaft: ich nehme dich wahr, du interessierst mich – eine Botschaft, die viel heil machen kann in einer verletzten Seele.
Manchmal erlebe ich dies auch in der U-Bahn – und oft geht ein Lächeln über das Gesicht der Menschen.

Prälat Stefan Dybowski

27. Feb 2019

„Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb.“ (Mk 9,38-40)

Nur wo Nutella draufsteht, ist auch Nutella drin! Echtheitssiegel sind in der Profitwirtschaft ein Muss - für den Apostel Johannes offensichtlich auch. Aber kann man eigentlich den zertifizierten, echten Jesus für sich allein beanspruchen? Ich denke, das ist weder möglich, noch ist es nötig, sich dieses zu fragen: Denn Jesus ist stets der (wahre) Christus - immer, überall, für uns alle. Noch Fragen?

Carlo Murru, Seminarmanagement

20. Feb 2019

„Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich.“ (Mk 8,25)

Eine zweite Berührung. Eine wiederholte intensive Begegnung – nun sah der Mann deutlich.
Darauf kommt es an. Die Menschen mir gegenüber deutlich sehen – sie wirklich wahrnehmen, ihnen ihre Bedeutung geben.

Nicht  oberflächlich über andere hinweg sehen oder sie nur schemenhaft, wie aus weiter Ferne, betrachten.

Diese zweite Berührung schärft unseren Blick.

Lassen wir uns von Jesus nochmals und immer wieder berühren, durch sein Wort und Sakrament. Sein Angebot steht!

Uta Bolze, Projektreferentin für Fundraising-Entwicklung

13. Feb 2019

„Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ (Gen 2,9)

In unserer Gesellschaft spielt Wissen eine wichtige Rolle. Wissen ist unentbehrlich, wenn es darum geht, Situationen einzuschätzen und zu beurteilen. Wissen bedeutet jedoch nicht die Erkenntnis von Gut und Böse. Denn was und wer allein, ist schon nur gut oder nur böse?

Entscheidend für unseren Alltag sind doch die Grauzonen und die Erkenntnis, dass wir nicht alles entweder dem Einen oder dem Anderen zuordnen können, sondern, dass es viele Nuancen dazwischen gibt.

Teresa Papenfuß

06. Feb 2019

„Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?“ (Mk 6,3)

Zwischen Staunen und Ablehnung: Gott ist überraschend konkret und nahe. Mit ungläubigem Staunen begegnen sie schließlich Jesus in seiner Heimatstadt.

Wo kann ich die Nähe Gottes in meinem ganz konkreten Umfeld am Arbeitsplatz, zu Hause, dort, wo ich lebe, entdecken? 

Christopher Maaß, Kirchlicher Organisationsberater/Prozessbegleiter

30. Jan 2019

„freeze, fight or flight“ …

Im Rahmen des Fachtags für Seelsorgerinnen und Seelsorger vor einer Woche stellte der Referent die drei archaischen Funktionen negativer Gefühle in einer Bedrohungssituation dar: Entweder ich stelle mich tot, ich kämpfe oder ergreife die Flucht.

Der erste Monat der großen Umstellung im Ordinariat liegt fast hinter uns. Das Alltägliche wird wohl für fast alle kompliziert geworden sein. Die bis vor kurzem noch leicht von der Hand gehenden Routinen werfen plötzlich Fragen auf, lassen Unsicherheiten entstehen und verlangen nach Klärungen. Die sind weder leicht noch schnell herbeizuführen. Das Ganze fühlt sich nicht gut an, wird zuweilen vielleicht sogar als bedrohlich wahrgenommen; … was nun: freeze, fight or flight?

Meine Tochter hat mich aus diesem emotionalen Chaos mindestens vorübergehend gerettet und getröstet. Sie fragte, wann wir denn endlich mal wieder zu ihren Großeltern ins Ruhrgebiet fahren. Die Antwort: „Ostern“. „Wann ist Ostern?“ – „Wenn’s wieder warm und bunt draußen wird.“

Mein Theologenhirn bleibt daran hängen und denkt weiter. Irgendwann wird’s wieder warm und bunt, irgendwann wird’s besser werden, auch in mir, auch bei uns. Ostern kann alles relativieren, weil an und durch Ostern alles gut wird. Auch Ostern und die Umstrukturierung haben einen Zusammenhang - wenn ich ihn herstelle, und obwohl wir Ostern erst in drei Monaten feiern; - irgendwann wird es leicht werden und vieles wird besser funktionieren.

Bis dahin hilft mir Teresa von Avila: „Nichts soll Dich ängstigen, Nichts Dich erschrecken. Alles geht vorüber, Gott allein bleibt derselbe. Alles erreicht der Geduldige und wer Gott hat, der hat alles.  Gott allein genügt.“

Peter Kloss-Nelson, Referent für Pastorales Personal