Unterbrechung

Impuls zur Wochenmitte

Ausgehend vom Tagesevangelium sprechen Christinnen und Christen einen Gedanken mitten in die Woche hinein, der zum Nachdenken, zum Nachlesen anregt oder Wegbegleiter für die restliche Woche sein kann.

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22. Jan 2020

Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses, ein Leben zu retten oder zu vernichten? (Mk 3,4)

Eigentlich ist die Antwort doch ganz klar: Gutes zu tun ist eigentlich immer erlaubt, auch am Sabbat, oder …?

Anscheinend für die Pharisäer nicht. Und sie haben zunächst auch guten Grund dafür: ihr Gesetz, ihre Tradition, mit der sie sich jahrhundertelang identifiziert haben. 

Wie groß muss dann in den Augen Jesu der Wert und die Würde dieses Mannes gewesen sein, wenn er seinetwegen eine Ausnahme vom Gesetz und sich damit sogar angreifbar macht.

Wenn ich dieser Mann wäre, ich wäre mächtig stolz darauf … und froh, geheilt zu sein.

Prälat Stefan Dybowski

15. Jan 2020

"Und Jesus ging zu ihr, ergriff ihre Hand und richtete/weckte sie auf." (Mk 1,31)

Berührt, aufgeweckt – handeln: Jesus heilt die Schwiegermutter des Simon. In dieser ersten sehr kurzen Heilungsgeschichte im Markusevangelium hat jedes Wort Gewicht. So klingt mit dem Wort „Auferwecken“ die Auferweckung Jesu an. Die Heilung wird so zur Botschaft vom Leben, vom Neuanfang. Auch die Antwort der Schwiegermutter macht klar, worum es geht: Nachfolge konkret, handeln: „…und sie diente ihnen“ (Mk 1,31). Wen kann ich heute „aufrichten“?
 
Christopher Maaß
Kirchlicher Organisationsberater und Prozessbegleiter

08. Jan 2020

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen (Mk 6,34-44)

Die Bibelstelle empfinde ich immer als besonders Trost spendend. Denn, wenn es im Leben - aus unserer Perspektive - ausweglos zu werden scheint, können wir auf Gott vertrauen: Die Wege, die durch IHN möglich werden und die man selbst nie für möglich gehalten hätte, lassen einen nur staunen. Für diese kleinen Wunder kann man einfach nur dankbar sein.

Carlo Murru, Veranstaltungsmanagement


27. Nov 2019

„…und ihr werdet das Leben gewinnen.“ (Lk 21,19)

„Ich fürchte kein Unheil, denn Du bist bei mir!“ So schreibt der Psalmist im Psalm 23. Mich berühren immer wieder die Texte der Glaubenszeugen, die von dieser Erfahrung der Gottesnähe getragen sind - gerade angesichts von Verfolgung und Tod. Sie ermutigen mich mein Christsein im Alltag zu leben und gegen jede Form der Diskriminierung einzustehen. 

Christopher Maaß
Prozessbegleitung Servicestelle Projekte und Prozesse „Wo Glauben Raum gewinnt“

20. Nov 2019

Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme. (Lk 19,13)

Die Rede von dem anvertrauten Geld ist vielen bekannt; und die Botschaft ist klar: Ich soll aus dem anvertrauten Geld etwas Gutes machen.

Eine kleine Bemerkung gefällt mir gut: Der König verreist, ist also weg und kontrolliert nicht ständig, ob ich schon einen Erfolg vorweisen kann. Erst am Ende muss ich über mein Tun Rechenschaft ablegen. Eine solche Freiheit kann ich bei Gott entdecken … und wünsche sie mir in meiner Beziehung zu vielen Mitmenschen.

Prälat Stefan Dybowski
Orden und Geistliche Gemeinschaften, Projekte und Prozesse

06. Nov 2019

„Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.“ (Lk 14,33)

Provokation. Die Radikalität der Worte Jesu fordert mich heraus: Sich von allem und jedem distanzieren, Nachfolge bis zum Kreuz, Verzicht auf allen Besitz. Diesen Rahmen macht er der Menschenmenge klar, die mit ihm mitzieht. Es geht um die innere Freiheit, die mir ermöglicht, dem eigenen Gewissen zu folgen und für Gerechtigkeit und Freiheit einzustehen. Was hält mich davon ab, Jesus so zu folgen?

Christopher Maaß, Prozessbegleitung, Servicestelle Projekte und Prozesse „Wo Glauben Raum gewinnt“

30. Oct 2019

"Man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen."

Etwas besorgt wird Jesus gefragt: „Wie können wir sicher sein, dass wir in den Himmel kommen?“ „Bemüht euch mit allen Kräften“, antwortet Jesus. Und er ahnt schon: Wer meint, sich mit Macht und Status einen Platz sichern zu können, wird vor verschlossener Tür stehen. Wer aber lebt, wie Jesus es vormacht, „wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.“ Was für eine Verheißung. Gemeinschaft mit Gott hat, wer gottgefällig lebt. Egal woher er kommt, wie viel er besitzt. Und welch eine Mahnung an alle, die meinen, äußere Kriterien könnten bestimmen, wer dazu gehören darf und wer nicht.

Diana Freyer
Geschäftsführerin des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Berlin

23. Oct 2019

"Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen."

Der letzte Satz des heutigen Tagesevangeliums löst bei mir bisweilen etwas Unbehagen aus. Anforderungen gibt es ja mehr als genug, sowohl im ehrenamtlichen als auch im hauptamtlichen Dienst in unserer Kirche. Vom sich-selbst-fordern (lassen) / Herausforderungen annehmen bis zur Überforderung kann es ein schmaler Grat sein.

Öfter mal das "ich muss" durch ein "ich darf" ersetzen - so empfahl es kürzlich eine psychologisch bewanderte Freundin. Klingt vielleicht nach einer billigen Patentlösung? Mag sein, kann aber tatsächlich helfen: Wird hierdurch doch der Fokus weg von Pflicht und Druck hin zu meinen Ressourcen und Möglichkeiten gelenkt.
Das entspricht der Zusage, dass Gott "einem jeden von uns seine besondere Gabe zuteilt" - " damit sie anderen nützt" (vgl. 1 Kor 12).

Dabei auf andere zu schielen, die vermeintlich die "besseren Knechte" sind, hilft nicht, im Gegenteil. Lassen wir uns lieber von dem Satz ermutigen, der dem englischen Dichters Oscar Wilde zugesprochen wird:
"Sei Du selbst - denn alle anderen gibt es schon!“

Bettina Schade
Erzbischöfliches Ordinariat - Familienpastoral

16. Oct 2019

„Weh euch Pharisäern! Weh auch euch Gesetzeslehrern!“ (Lk 11,42-46)

Die Pharisäer „selbst rühren keinen Finger dafür“, wohl aber den erhobenen Zeigefinger - sogar WhatsApp bietet uns ein Emoticon dafür. Wie sehr diese Verhaltensweise gegenwärtig und in uns verwurzelt ist, zeigt auch die Fülle an Bezeichnungen: Scheinheiliger, Moralapostel, Frömmler. Gegenteile hierzu fallen mir spontan keine ein. Schade eigentlich, denn sonst würden wir miteinander sicher friedvoller durch das Leben gehen.

Carlo Murru, Veranstaltungsmanagement - Bereich Bistumsinterne Organisation

09. Oct 2019

„Das missfiel Jona und er wurde zornig. Und er betete: Ach Herr…“ (Jona 4,1)

In der Experten-Ehre gekränkt, unverstanden, beleidigt, lässt sich Jona am Rand der großen unheiligen Stadt nieder. Zuschauer, distanziert und nicht bei den Menschen. Er weiß genau, dass Gott anders handelt, nicht so, wie ich es mir ausrechne, größer ist: barmherzig und langmütig.

Gott zeigt sich als der, der auf der Seite des Lebens und des Neuanfangs steht - und mir wie Jona manchmal augenzwinkernd einen Wurm schickt, der meinen engen Kokon der Selbstgerechtigkeit aufnagt.

Christopher Maaß, Kirchlicher Organisationsberater und Prozessbegleiter im pastoralen Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“