Unterbrechung

Impuls zur Wochenmitte

Ausgehend vom Tagesevangelium sprechen Christinnen und Christen einen Gedanken mitten in die Woche hinein, der zum Nachdenken, zum Nachlesen anregt oder Wegbegleiter für die restliche Woche sein kann.

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17. Jul 2019

„Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt.“ (Ex 3,12)

„Was willst du Gott, das ich tue?“

Was soll ich schon tun als Mutter/Vater, als Lehrer/in, als Schüler/in? Was soll ich denn schon tun in meinem Alltag, bei meiner Arbeitsstelle, in meiner Familie, bei meinen Freunden? Jede/r von uns hat Talente, die wir einsetzen können, um Ge-rechtigkeit, Solidarität, Barmherzigkeit, Zuwendung, Nächstenliebe in den Alltag zu bringen, auf ganz individuelle und vielfältige Weise. Das geschieht ganz unpräten-tiös - Zeugnis des Lebens – im Vertrauen auf Gottes Zusage: Ich bin mit dir. Hab Mut! Komm!

Gabi Wolters UAC, Religionslehrerin

10. Jul 2019

Das könnt ihr auch.

Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. ( Mt 10,1)

Jesus hat an vielen Orten Menschen geheilt. Zu seinen engsten Vertrauten sagt er nun: Das könnt ihr auch.

Ich will gern in der Nachfolge Jesu stehen, aber alle Krankheiten und Leiden zu heilen, das ist mir eine Nummer zu groß. Vorstellen kann ich mir jedoch, dass mein Handeln einen ersten Unterschied macht. Wenn ich mir das Leid eines Menschen zu Herzen nehme, statt gleichgültig zu bleiben. Wenn ich frage, was ich tun kann, statt verloren zu geben.

Ich glaube, dass Jesus mir mit seiner Vollmacht ins Herz gepflanzt hat, not-wendende Veränderung immer für möglich zu halten. Und dass ich die Kraft habe, einen kleinen Schritt zu tun, der dafür not-wendig ist.

Diana S. Freyer, Geschäftsführerin des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin

03. Jul 2019

Heilsame Berührung

„Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ Joh 20,25

Mit dem Auferstandenen, mit seinen Wunden in Berührung kommen. Eine große Gnade, die dem Thomas widerfahren ist.

Mit meinen Verwundungen in Berührung kommen. Sie wahrnehmen und Menschen meines Vertrauens darauf hinweisen.

Denn Berührung ist heilsam. Einander berühren und sich berühren lassen. Gott bietet sich an – mit seinem ganzen Sein als Mensch und als Gott.

Glücklich, wer (das) glauben kann.

Uta Bolze, Projektreferentin für Fundraising-Entwicklung

26. Jun 2019

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. (Mt 7, 16)

Dieser Satz ist für die Caritas gewissermaßen handlungsleitend. Menschen, die mit Jesus gehen und für ihn streiten, erkennt man nicht unbedingt an ihrer Sprache, religiösen Ausdrucksformen, ihrem Taufschein oder daran, ob sie sonntags in der Kirche sitzen. Die beeindruckendste und nachhaltigste Nachfolge Jesu ist die tätige Nächstenliebe, die Hingabe für andere. Wir dürfen immer wieder erleben: "Was ihr den Geringsten tut, das tut ihr mir." 

Bernadette Feind-Wahlicht und Michael Haas-Busch, Caritas im Pastoralen Raum

19. Jun 2019

„Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es Dir vergelten.“ (Mt 6,1-6.16-18)

Transparenz ist ein hohes Gut; das heutige Evangelium fordert zum Gegenteil auf.

In puncto Frömmigkeit, beim Fasten, Beten und Almosengeben empfiehlt  Jesus die Verborgenheit, den Gang in die Kammer, das Schweigen, die Lautlosigkeit. Warum? 

Auch bei den frommen Übungen oder den religiösen Pflichten kann Eitelkeit eine große Rolle spielen – Verborgenheit ist der Schutz vor der Verführung, mich vor anderen mit meiner Frömmigkeit zu schmücken.  – eine kluge, klare und einfach zu befolgende Regel, die jegliche Konkurrenz in diesem Punkt verhüten oder beenden kann.

Peter Kloss-Nelson, Referent für pastorales Personal

12. Jun 2019

"Ich bin gekommen, um zu erfüllen" (Mt 5,17)

"Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen." (Mt 5,17)

Damit ist alles gesagt.

Ob Jesus mit seiner (Berg)predigt Beifall gefunden hat? Viele lieben doch kurze Predigten. Ich vermute, die Zustimmung wird bei vielen erst weitaus später gekommen sein. Nämlich wenn man lernt, dass das Gesetz Gottes etwas mit dem Leben zu tun hat. Das wird aber nur der erfahren, der sich bemüht, es zu  erfüllen.

Prälat Stefan Dybowski

05. Jun 2019

"Doch ich habe Gottes Hilfe erfahren bis zum heutigen Tag." (Apg 26,22)

Der Hl. Bonifatius wird häufig dargestellt mit einem Schwert, das die Bibel zerstört. Ein Bild, das mich immer wieder nachdenklich macht.

Der Hl. Bonifatius wurde mit seinen Begleitern von den Friesen im Jahre 754 grausam erschlagen. Gott hat ihm da anscheinend nicht geholfen.

Doch das Wort Gottes hat sich weiter ausgebreitet. Menschen haben erkannt, dass die Liebe stärker ist als alle Gewalt.

Vielleicht braucht man einen langen Atem, um Gottes Hilfe und Liebe erkennen zu können.

Prälat Stefan Dybowski

29. May 2019

„Noch vieles habe ich Euch zu sagen“ (Joh 16, 12)

Jesus sprach: „Noch vieles habe ich Euch zu sagen, aber Ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ (Joh 16, 12)

Während einer Bahnfahrt hörte ich gezwungenermaßen einem Politiker zu, der mit zwei Mitarbeiterinnen einen Auftritt mit Rede plante. „Wir wollen nicht lügen, aber die Wahrheit sag ich nicht“.

Ich dachte: Was wäre, wenn doch? Können Menschen so schwer ertragen, was andere, Kollegen, Freunde, Lieblingsmenschen wirklich denken? Und wie sieht es aus mit mir, mit Jesus? Stelle ich mich seiner ganzen Wahrheit? Kann ich denn sein Liebes-Angebot, zusammen durch mein Leben zu gehen, jetzt wirklich nicht tragen? - Was wäre, wenn doch?

Uta Slotosch, Ehrenamtskoordinatorin

22. May 2019

"Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht." (Joh 15,5)

Im stillen Kämmerlein halten wir uns oft für Genies. Aber könnten wir tatsächlich als Einzelkämpfer etwas Großartiges erschaffen? Das Bild vom Weinstock erinnert mich in dem Zusammenhang auch an Projektarbeit: Erst durch das Wirken von „gemeinsam“ oder „Gemeinschaft“, der Kombination von Talenten vieler und dem Sorge-tragen einer/s Verantwortlichen, kann wahrhaft Fruchtbringendes entstehen.

Carlo Murru, Erzbischöfliches Ordinariat/Seminarmanagement

15. May 2019

"Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat." (Joh 12, 44)

Perspektivwechsel - nicht Zauberspiegel: Gott in Jesus und Jesus in Gott, - dessen Zusage klar ist: Leben über den Tod hinaus. Gefragt ist nicht theoretisches Sehen,  sondern praktisches: „Liebet einander, wie ich euch geliebt habe!“ (Joh 13,34f) Für mich heißt das: Leben ermöglichen im konkreten Alltag, heute, hier und jetzt, durch Achtsamkeit und Respekt. 

Christopher Maaß, Prozessbegleitung