Unterbrechung

Impuls zur Wochenmitte

Ausgehend vom Tagesevangelium sprechen Christinnen und Christen einen Gedanken mitten in die Woche hinein, der zum Nachdenken, zum Nachlesen anregt oder Wegbegleiter für die restliche Woche sein kann.

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23. Juni 2018

„Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen.“ (Mt 6,1)

Barmherzig sein, beten, fasten – drei Ausdrucksformen religiösen Lebens. Der Evangelist Matthäus macht klar: Es kommt dabei vor allem auf die Haltung an; es geht darum in Beziehung zu sein: Zu sich selbst, zu Gott und dem Nächsten.  „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und seine Gerechtigkeit gehen.“ (Mt 6,33

Christopher MaaßProzessbegleiter Stabsstelle „Wo Glauben Raum gewinnt“

Wer meine Gebote hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5,19)

Ab morgen rollt wieder der Ball bei der WM 2018. Seit dem Pokalfinale zwischen Frankfurt und München beschäftigen mich zwei Zitate von Prince Boateng. Vor dem Spiel nahm er einem jungen Spieler das Lampenfieber: Das Finale sei ein Spiel wie früher auf dem Bolzplatz. Nach dem Spiel gab er zu, dass er bei dem nicht gegebenen Elfmeter gefoult hatte. Früher auf dem Bolzplatz galt für uns der Ehrencodex, dass man ehrlich war. Diese „Bolzplatzmoral“ wünsche ich mir auf dem Fußballplatz und im Leben.

Mathias Bröckl, Schulrat, Abteilung Religionsunterricht 

"Er hat uns gerettet..." (2 Tim 1,9)

„…nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade.“ 

Können wir das einfach so annehmen? Können wir glauben, dass wir ohne unser Zutun gerettet sind? Eigentlich wider die menschliche Natur, noch dazu in einer Zeit, in der es scheinbar immer mehr darauf ankommt, was jeder leistet und an Erfolgen hat? Ein starkes Wort von Paulus – auch wenn man das kaum glauben kann.

Mathias Bröckl, Schulrat, Abteilung Religionsunterricht

„O heilger Leib des Herrn“ (GL 718)

Morgen feiern wir Fronleichnam. Leib des Herrn – Leib Christi: Sinnlich erfahrbar in den Elementen von Brot und Wein und sozial erlebbar in der Gemeinschaft aller Getauften. „Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.“ (1 Kor 12,27)

So verstanden ist Fronleichnam nicht katholische Folklore, sondern weist hin auf den alle umfassenden einen Leib Christi.

Hans-Joachim Ditz, Ökumenebeauftragter im Erzbistum Berlin

So Gott will und wir leben! (vgl. Jak 4,15)

In diesem Horizont stehen meine Pläne und Vorhaben. Das ist weniger einschränkende Ungewissheit (falls ich dann noch lebe). Sondern vielmehr große Zuversicht: Getragen von Gott und mit Leben beschenkt, gelingen die kleinen und die großen Dinge. Und zwar direkt ab jetzt. Immer erst noch dies und jenes erledigen zu müssen, bis ich zum Eigentlichen komme, könnte am Ende vertane Zeit gewesen sein. Daher: Heute ist der Tag für die gute Tat und spätestens morgen beginne ich mit dem, was ich schon immer machen wollte. So Gott will und wir leben.

Diana S. Freyer, Geschäftsführerin Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin

„Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe ich sie in die Welt gesandt.“ (Joh 17,18)

In seinem Abschiedsgebet legt Jesus uns gleichsam die Hände auf und segnet uns, sagt uns zu, dass wir an der Heiligkeit Gottes teilhaben. Diese Kraft Gottes gibt mir Mut für den Auftrag, sich im Alltäglichen für das Leben einzusetzen, ganz konkret: Am Arbeitsplatz, in der U-Bahn, im Supermarkt, dort, wo wir gebraucht werden.

Christopher MaaßProzessbegleiter Stabsstelle „Wo Glauben Raum gewinnt“

"EINEM UNBEKANNTEN GOTT" Apg 17,23

Die Athener haben Götter für alle Gelegenheiten. Aber sie wollen sichergehen.

Der Gott, von dem Paulus kündet, ist nicht kleinteilig, ist nicht beschränkt auf ein Spezialgebiet, ist nicht fern in einer Götterwelt. Unser Gott ist universell und zugleich persönlich.

Das ist für die Athener nahezu unglaublich. Nur wenige vertrauen den Worten Paulus.

Wie ist es mit mir?

Uta Bolze

Eine Lektion – nicht nur für die junge Kirche

Da erhoben sich einige aus dem Kreis der Pharisäer, die gläubig geworden sind, und sagten: „Man muss von ihnen fordern, am Gesetz des Mose festzuhalten.“ (Apg 15,5)

Ein erster Streit in der noch jungen Kirche um die Frage, wie weit für sie noch das jüdische Gesetz gilt?Dem „man muss von ihnen fordern“ einiger Pharisäer stehen die Erfahrungen von Paulus und Barnabas gegenüber: Gott spricht in seiner Liebe auch die Herzen der Ungläubigen an. Die junge Kirche musste diese Weite Gottes erst lernen.

Können wir da eine Lektion mitlernen?

Prälat Stefan Dybowski

„Und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Mk 16,15)

Der gekreuzigte Christus lebt! Diese befreiende Erfahrung der Auferstehung übersteigt alles, irritiert: „Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.“ (Mk 16,8)

Dieses Ende des Markusevangeliums wurde schon bald nicht mehr verstanden, daher schrieben die frühen Christen einen neuen Schluss: Die Botschaft der Auferstehung wird konkret erfahrbar und muss weitererzählt werden!  

Christopher Maaß