Geistlich im Prozess

„Wo Glauben Raum gewinnt“


Was will Gott von uns hier und heute?


Was will Gott von uns hier und heute? Mit dieser Frage wird der Kern des Veränderungsprozesses „Wo Glauben Raum gewinnt“ berührt. Antworten können besonders durch das gemeinschaftliche Hinhören auf das Wort Gottes sowie durch das Wahrnehmen der Spuren Gottes in unserem Lebensumfeld und durch das Wahrnehmen seiner heilbringenden Wirklichkeit für alle Menschen gefunden werden.

Bei allen praktischen Überlegungen vor Ort, beim Planen, Sprechen und Nachdenken, bei der Bewertung der Immobilien, bei Finanzfragen und dem Umgang mit unseren Ressourcen genauso wie in der Frage der Gestaltung der Katechese stellt sich als erstes die Frage nach dem Weg mit Gott. Was will Gott von mir, von uns als Gruppe oder Gemeinschaft in der Gemeinde, im Konvent, der Kommunität, in der Beratungsstelle oder der katholischen Schule, was will Gott von uns als Pfarrei, als Erzbistum, hier, heute mit den Menschen, die bei uns leben?

Immer wieder sollte es daher Momente der Orientierung aus dem Evangelium, aus dem Hören auf das Wort Gottes geben, um sich neu auszurichten, sei es in der Stille, im gemeinsamen Gebet oder in der Schriftlesung. Zudem braucht es Teams vor Ort, die den Blick auf die Gegenwart Gottes unter den Menschen in unserem Sozialraum richten. Denn Geist und Struktur, Glaube und Leben gehören zusammen.

Wir unterstützen Sie dabei: durch Impulse, durch Gestaltung von geistlichen „Unterbrechungen“, durch Unterstützung direkt vor Ort.

Wann ist ein Prozess geistlich?


Bei einer Umfrage lauteten die Antworten auf diese Frage:

Geistlich sei er dann,

  • wenn Menschen miteinander wieder reden, die vorher im Streit waren.
  • wenn auf das Wort Gottes gehört wird.
  • wenn mehr gebetet wird.
  • wenn die Menschen mehr in den Blick kommen.
  • wenn die Frage nach Gott wach gehalten wird.
  • wenn es gelingt, Menschen mit Gott in Berührung zu bringen.
  • wenn alles davon geleitet ist, dass Gott es ist, der handelt und mit seinem pilgernden Volk durch die Zeit unterwegs ist.

Der Veränderungsprozess „Wo Glauben Raum gewinnt“ wird als ein geistlicher Prozess sichtbar, in dem er als ein Verwandlungsprozess aus der Begegnung mit Jesus Christus und mit Blick auf alle Menschen entwickelt wird.

Welche Schritte sind notwendig?

Unterbrechung gestalten für ein Sehen-Urteilen-Handeln

Dem Jesaja-Wort folgend – „Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?“ (Jes 43,19) – beginnt der geistliche Veränderungsprozess mit der Bereitschaft, Wandlung und Verwandlung von Gott her zu denken, sich überraschen zu lassen und Neues zu entdecken.
Der konkrete Ausgangspunkt liegt bei Jesaja im Sehen, in der Wahrnehmung. Sie führt in die Haltung der Achtsamkeit und eröffnet neue Perspektiven. Geistliche Prozesse rechnen mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Daher brauchen sie ganz konkret Zeiten der Unterbrechung und des Innehaltens, um Gottes Offenbarung sowie die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute wahrzunehmen und sich neu auszurichten, sprich: zu urteilen, und schließlich bereit zu sein, umzusteuern und anders zu handeln.

Sehen

Ein dreifaches Sehen: Das Wort Gottes hören! – Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen wahrnehmen! – Die Resonanz in mir und in der Gemeinschaft erspüren!

Urteilen

Sind wir auf dem richtigen Weg? Das gemeinschaftliche Hinhören auf das Wort Gottes und das Wahrnehmen der Spuren Gottes und seiner heilbringenden Wirklichkeit für alle Menschen in unserer Zeit eröffnet Räume des Suchens und Nachdenkens, was Gott von uns erwartet, an diesem Ort, in dieser Zeit.

Handeln

Wo sollten wir umsteuern, etwas verstärken oder verändern: In der Kommunikation, in der Arbeitsweise und im Handeln? Wen oder was haben wir aus dem Blick verloren?


Was braucht es?


Ein hörendes Herz

Was will Gott von mir und von der Kirche von Berlin? Erwarte ich eine Antwort von Gott, und wo kann ich diese finden? In der Heiligen Schrift gibt es viele Erzählungen, in denen Jesus das Ohr bei den Menschen hat. Im Alten Testament hat sich der junge Salomo für seine neue Aufgabe als König von Israel ein hörendes Herz erbeten. Papst Franziskus spricht vom Hören auf Gottes Geist, der uns die Zeichen der Zeit erkennen lässt.

Berufen aus Taufe

Die „ausdeutenden Riten“ in der Liturgie der Taufe (Salbung mit Chrisam, Überreichen von Taufkleid und Taufkerze) sprechen von der Würde der Gotteskindschaft, aber auch von der sich daraus ergebenden Verantwortung für die Getauften: als König, Priester und Prophet.

Communio

Unsere Sendung als eine Sendung in Gemeinschaft, in Communio. Sie gründet in der ursprünglichen Communio, die Gott stiftet, indem er uns in seine Gemeinschaft aufnimmt und beruft, für einander da zu sein. Diese Gemeinschaft mit Gott und die Berufung, füreinander zu leben, diese Communio wollen wir leben. Sie zeigt sich in der Arbeit im Team, in der Vernetzung im Pastoralen Raum und im Dienst für die Welt.


Charismen

Im Ersten Korintherbrief spricht der Apostel Paulus von den unterschiedlichen Gaben, die jeder Einzelne mitbringt und die dem Aufbau der Gemeinde dienen. Charisma und das französische Wort Charme besitzen dieselbe Wurzel. Neben der inhaltlichen Dimension bekommt das Charisma ein personales Gesicht. So gilt es für die Gemeinden, solche Charismen zu entdecken und zu fördern. 

Partizipation

Gott, der das Leben in Fülle will (Joh 10,10), sucht die Nähe zu uns Menschen. Für uns Getaufte heißt das, wie Gott unsere Nähe sucht, ist die Teilhabe am Leben der Menschen, an ihrer Freude und Hoffnung, ihrer Trauer und Angst unsere gemeinsame Sendung. Estela Padilla vom Bukal-Institut in Manila schreibt: „Eine partizipative Kirche hat für uns drei wesentliche Aspekte: Teilhabe am Leben Gottes, gegenseitige Teilhabe am Leben des Anderen und Teilhabe am Leben der Welt.“ Dazu gilt es, Räume der Gotteserfahrung, Orientierung am Leben der Menschen und Befähigung zur Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

Sendung

„Sucht zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,33) „Gott umarmt uns mit der Wirklichkeit“, schreibt Alfred Delp, sprich: Gott ist da im Hier und Jetzt. Das gilt es für uns, zu entdecken. Dabei sind die Menschen mit ihren Nöten und Sorgen im Blick, die im Stadtteil, im Dorf, im Nahraum leben. Die Herausforderung heißt, sich dieser Sendung bewusst zu sein und danach zu fragen, was die Menschen brauchen und wie wir Kirche Gottes für die Welt sein können. Die Sendung wird konkret, wo Menschen, Zeugnis von ihrem Glauben an Jesus Christus geben und sich in den Dienst des Nächsten stellen.

Impulse

Unterbrechung zur Wochenmitte

Ausgehend vom Tagesevangelium sprechen Christinnen und Christen einen Gedanken mitten in die Woche hinein, der zum Nachdenken, zum Nachlesen anregt oder Wegbegleiter für die restliche Woche sein kann.

Zum Nachlesen



"Löscht den Geist nicht aus"

Impulse für die Praxis in Sitzungen und Gremien


Geistliche Ideenwerkstatt

Nikodemus-Gespräche zur Zukunft der Kirche in Berlin

Über zwei Jahre lang begleiteten die Nikodemus-Gespräche den Prozess "Wo Glauben Raum gewinnt". Veranstaltet von Diözesanrat, Katholischer Akademie, Canisius-Kolleg und der Prozessbegleitung der Stabsstelle "Wo Glauben Raum gewinnt" stellten sich Impulsgeber und Besucher die Frage: Wenn wir an die Kirche der Zukunft denken, was trauen wir Gott zu? Wohin brechen wir auf, was lassen
wir zurück? Mit der Kraft des gläubigen Staunens rechnen und sich freuen am aufkommenden Wind...

Drei Fazite

 

 

 Rückblick vom 20. Juni 2018 Resümee

Rückblick vom 24. Februar 2017 mit Pater Klaus Mertes SJ

Rückblick vom 5. Dezember 2016 mit Caritasdirektorin Prof. Dr. Ulrike Kostka

Rückblick vom 10. Oktober 2016 mit Schwester Margareta Gruber OSF

Rückblick vom 7. Juni 2016 mit Pater Elmar Salmann OSB

Rückblick vom 9. Mai 2016 mit Wolfgang Thierse, SPD

Rückblick vom 14. April 2016 mit Erzbischof Heiner Koch

Wir bieten Begleitung


Regionalveranstaltungen

Die Prozess-Begleitung der Stabsstelle „Wo Glauben Raum gewinnt“ geht in die Region. Am 13. November in Salvator in Anklam und am 20. November in St. Canisius in Berlin-Charlottenburg stehen jeweils ab 19 Uhr Markus Papenfuß und Christopher Maaß Rede und Antwort. Weitere Regionalveranstaltungen sollen folgen.

Die Mitarbeiter der Stabsstelle informieren über den aktuellen Stand des Prozesses im Erzbistum, stellen Best-Practice-Beispiele vor, gehen auf Detailfragen ein. Gemeinsam mit den Teilnehmern wollen sie anhand der Leitgedanken überlegen, wie die Pastorale Arbeit vor Ort beurteilt werden kann. Eingeladen zu den Regionalveranstaltungen sind Interessierte aus Pastoralausschüssen und Arbeitsgruppen der Pastoralen Räume.

Regionalveranstaltungen:   

  • 13. November 2018, 19 Uhr, Salvator, Friedländerstr. 33/34, 17389 Anklam
  • 20. November 2018, 19 Uhr, St. Canisius, Witzlebenstr. 30, 14057 Berlin-Charlottenburg

 

 


Geistliche Impulse für die Arbeit in Gremien und Gruppen

Wir veranstalten mit Ihnen gemeinsam in Ihrem Pastoralen Raum einen Werkstattabend für Ihre Verantworlichen in Ihren Gremien und Gruppen. Laden Sie uns ein, die Geistliche Begleitung des Pastoralen Prozesses "Wo Glauben Raum gewinnt" kommt gerne zu Ihnen!

Weitere Informationen:
Stefan Dybowski / Christopher Maaß

Sekr.: monika.langer(ät)erzbistumberlin.de

Wer sofort einen Impuls möchte, wie sie/er einen geistlichen Einstieg in eine Gremien-/Gruppensitzung gestalten kann klickt auf unsere

Impulskarte

Kontakt

Prozess-Begleitung

Prälat Dr. Stefan Dybowski

Tel.: (030) 32684-207
E-Mail: stefan.dybowski(ät)erzbistumberlin.de

 

 

Christopher Maaß

Tel.: (030) 32684-522
E-Mail: christopher.maass(ät)erzbistumberlin.de

 

 

Markus Papenfuß
Tel.: (030) 326 84-222
E-Mail: Markus.Papenfuss(ät)erzbistumberlin.de