Fastenimpuls

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31. Mar 2018

Hinabgestiegen in das Reich des Todes.

Hinabgestiegen in das Reich des Todes. (aus dem Glaubensbekenntnis)

Am Karsamstag finden keine Gottesdienste statt. Daher auch kein biblischer Text, kein Wort der Hoffnung.
Doch das Glaubensbekenntnis berichtet: er ist hinabgestiegen in das Reich des Todes. So weit geht Gottes Solidarität mit uns Menschen, dass er uns sogar im Tod nicht allein lässt. Wenn das kein Wort der Hoffnung ist?

Prälat Stefan Dybowski

30. Mar 2018

Doch der Herr fand Gefallen an seinem Knecht (Jes 53,2-3.10)

Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch (Jes 52,14).

Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Doch der Herr fand Gefallen an seinem Knecht (Jes 53,2-3.10).

So beschreibt der Prophet Jesaja den leidenden Gottesknecht: entstellt, von den Menschen gemieden. Diese Beschreibung trifft nicht nur auf Jesus zu, sondern auf ungezählte Menschen, die tagtäglich ihre Leiden ertragen müssen.  
Der Prophet kennt aber doch jemanden, der den entstellten und leidenden Menschen anschauen will: Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht. „Du siehst mich“ – das Leitwort des letzten Kirchentages wird hier zur Botschaft der Hoffnung.

Prälat Stefan Dybowski

29. Mar 2018

„Handelt auch ihr so, wie ich an euch gehandelt habe.“ (Joh 13,15)

Liebe bis zur Vollendung. Der Evangelist Johannes stellt in den Mittelpunkt der Abendmahlsszene die Fußwaschung. Jesus setzt ein Zeichen und macht so die Dynamik klar: Gott liebt bis zur völligen Entäußerung - und: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Das ist Zusage und Programm: Daran will ich mich immer wieder erinnern!

Christopher Maaß

28. Mar 2018

„Jeden Morgen weckt er mein Ohr …“

„Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.“ (Jes 50, 4-5).

Jeden Morgen öffnet uns der Herr für den neuen Tag Ohren und Augen, Herz und Verstand, damit wir wahrnehmen, was ist. Der Prophet Jesaja bekennt, dass er sich der Wirklichkeit stellen will. Was ist, ist: im eigenen Leben und in dem Leben der anderen.

Manchmal ist das, was wir wahrnehmen, vielleicht erschreckend und unangenehm. Jesaja nimmt es an. Jesus nimmt es an. Viele Jüngerinnen und Jünger nehmen die konkrete Wirklichkeit auch heute an. Das kann gelingen, solange wir glauben, dass Gott in jeder Wirklichkeit – in der angenehmen und in der schmerzlichen – lebt.

P. Manfred Kollig SSCC, Generalvikar Erzbistum Berlin

27. Mar 2018

Einer von euch wird mich verraten.

Einer von euch wird mich verraten. Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. (Joh 13,21.26)

Verrat und Mahlgemeinschaft – sind das nicht extreme Gegensätze? In der Regel führen solche Gegensätze zu Auseinandersetzungen und Verletzungen. Jesus gebraucht diese Gegensätze, um zu heilen: den Verrat des Judas durch seine Einladung zum gemeinsamen Mahl, den Aufschrei der Menschen durch sein stilles Aushalten, den Hass durch seine Liebe. Ein wunderbarer Arzt.

Prälat Stefan Dybowski

26. Mar 2018

"Damit salbte Maria Jesus die Füße."

„Ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl. Damit salbte Maria Jesus die Füße.“ (Joh 12,3).

Das klingt verrückt. Dieses Nardenöl kostete so viel, wie ein Tagelöhner im ganzen Jahr nicht verdienen konnte. Und Jesus wird nicht stolz, weil Maria ihn so sehr liebt. Auch hält er sich nicht für etwas Besseres, weil er mit so kostbarem Parfüm-Öl gesalbt wird. Und schon gar nicht werden in ihm Allmachtsphantasien wach, weil er ein von Maria Gesalbter ist.

Stattdessen erinnert ihn dieses sehr kostbare Öl und die liebevolle Salbung an seinen baldigen Tod. Was wäre, wenn uns das Schöne, Wunderbare und Wertvolle nicht zum Bleiben sondern zum Gehen ermutigt: Wandlung.

P. Manfred Kollig SSCC, Generalvikar Erzbistum Berlin

25. Mar 2018

„Hosianna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.“ (Mk 11,9)

Heute verdichtet sich in den Tageslesungen die Botschaft Jesu Christi vom nahegekommenen Reich Gottes: Der Einzug in Jerusalem als Messias ohne ein Zeichen von Macht, auf einem Esel, Begeisterung und Leidenschaft auslösend. Anschließend: Die Passion, Entäußerung Gottes. Auch sie zeigt Leidenschaft: Leidenschaft Gottes für die Welt - bis in die dunkelste Ecke hinein. Gott ist da!  Hosianna! Übersetzt: Sende Rettung! Heute – in einer Geste, einem Wort, einem Tun auch durch mich? Hosianna!

Christopher Maaß

24. Mar 2018

"Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben" (Joh 11,52)

Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. (Joh 11,52).

Wir können es täglich machen wie Christus, sterben für die Anderen.
Wir können nachgeben, statt zu streiten, wenn der Andere anders denkt.
Wir können lächeln, wenn uns jemand böse anschaut,
wir können den Anderen einfach lieben so wie er ist.

So können die menschlichen Beziehungen auferstehen, indem jeder für den Anderen stirbt.

Kerstin Land, Religionslehrerin in Ausbildung, Idente Familie Spandau

23. Mar 2018

Für welches der guten Werke wollt ihr mich steinigen? (Joh 10,31-32)

Da hoben die Juden Steine auf, um Jesus zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Für welches der guten Werke wollt ihr mich steinigen? (Joh 10,31-32)

Menschen, die Gutes tun, sind oft eine Herausforderung für die anderen. Sie verderben die Preise. Jesu Handeln war ein lebendiger Vorwurf gerade für die, welche meinten, im Namen Gottes zu handeln. Da gibt es nur zwei Alternativen: Steine werfen oder umkehren.

Prälat Stefan Dybowski

22. Mar 2018

"dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein." (Gen 17,7)

"Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein." (Gen 17,7)

Wir leben in Zeiten, in denen man den Eindruck bekommen kann, dass selbst schriftliche Verträge von heute auf morgen nichts mehr wert sind, dass das einmal gegebene Wort nur unter bestimmten Bedingungen oder nur für eine begrenzte Zeit gilt.
Gottes Zusage kennt kein Verfallsdatum: sie gilt bedingungslos, ohne Wenn und Aber! Er will unser Gott sein.
Wer ist Gott in meinem Alltag? Lasse ich ihn nur "einen guten Mann sein" oder ist er für mich der Gott, dessen Zusage mein Leben trägt? Der mich Schritt für Schritt meinen Weg gehen läßt, auch wenn dieser Weg kein Spaziergang ist? Der mich nicht in irgendeine Zukunft, sondern in SEINE Zukunft führt...

Schwester M. Hannelore Huesmann, Franziskanerin von Münster-Mauritz