Fastenimpuls

Zeitraum von:

Zeitraum bis:

10. Apr 2020

„Da sagte die Pförtnerin zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sagte: Ich bin es nicht.“ (Joh 18,17)

Wenn offenbar alles aus den Fugen gerät, wenn Erwartungen und Hoffnungen enttäuscht werden, bleibt selbst für einen Petrus zunächst offenbar nur die Devise: Rette sich, wer kann! Besser auf Distanz gehen, nicht in Verbindung gebracht werden.

Wie reagieren wir, wenn wir nach unserer Beziehung zu Jesus gefragt werden und die Antwort für uns Konsequenzen haben könnte? Ermutigend und nachdenkenswert finde ich da die Grabinschrift unseres ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau: “Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth”!

Sr. M. Hannelore Huesmann, Franziskanerin von Münster-Mauritz

09. Apr 2020

„Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung“ (Joh 13,1b)

Das Geschenk der Eucharistie ist ein Liebesbeweis Gottes an die Menschen, - ein Zeichen der Zuneigung, so wie sich einer dem anderen zuneigt, wenn er ihm die Füße wäscht. Was bewegt Liebende, die einander auf Zeit ihre Liebe nicht zeigen können? Die Liebe wächst, sie vergeht nicht! Die Zuneigung findet Zeichen der Nähe über die Trennung hinweg. So geschieht auch Eucharistie nicht nur im Genuss der Nähe, sondern in dieser Welt auch im Gedächtnis an Liebe, in der Sehnsucht nach Vollendung.

P. Thomas Treutler OP

08. Apr 2020

„Bin ich es etwa, Herr?“ (MT 26, 22)

… der dich verraten und ausliefern wird?
… der dich nicht kennen will und dich nicht vor den anderen bekennt?
… der dir nicht vertraut und glaubt?
„Bin ich es etwa, Herr?“,…
… den du bedingungslos liebst?
... dessen Schuld und Versagen du verziehen hast und immer wieder neu verzeihst?
… für den du alles gibst: deinen Ruf, deinen Willen, dein Leben?
… auf den du hoffst, vertraust und den du mit einem Auftrag sendest?
Ich bin beides! – Ich kann beides sein!

ABER: bleibe ich in der Angst meiner Unzulänglichkeiten, Neigungen und Miseren verhaftet oder wage ich den kühnen Sprung in den tiefen Abgrund DEINER gnadenvollen Liebe und DEINES zärtlichen Erbarmens?
Ja, Herr! Auf DICH vertraue ich und fürchte mich nicht!

Sr. Susanne Schupp M.Id.   

07. Apr 2020

Der Herr sagte: ich mache dich zum Licht der Nationen, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reiche (Jes 49,6)

Mit diesen Worten aus dem Buch des Propheten Jesaja geht Jesus in das Dunkel seines Kreuzweges. Er sieht kein Licht, aber er glaubt an die Verheißung, dass sein Weg zum Heil für alle Menschen führt.
Auch wir gehen oft im Dunkeln und fragen nach Licht und Orientierung.

Der Glaube an Jesus Christus und das Vertrauen, dass er mit uns auf dem Weg ist, können unsere eigenen Schritte, unser Tun und Denken erleuchten.

Durch unser aufrichtiges und authentisches Handeln gibt es vielleicht auch für andere Menschen Lichtzeichen der Hoffnung auf dem Osterweg, hin zum Licht.
Ich denke, dass ein Lächeln, ein Hinweis auf die blühende Natur oder einfach das Anzünden einer Kerze, solche Lichtzeichen sind. Dann wird es heller über unseren Horizont hinaus.

Schwester Theresia Kucklick OSB, Kloster Alexanderdorf

06. Apr 2020

Er bringt den Völkern das Recht. (Jes 42,1)

So spricht Gott: Seht, das ist mein Erwählter. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt. Er bringt den Völkern das Recht. (Jesaja 42,1).

Eine tiefe Sehnsucht der Menschen in unserer zerrissenen Welt ist der Wunsch nach Recht und Gerechtigkeit. Wenn Christen an die Auferstehung glauben, dann ist dies auch eine Form des Protests gegen eine Welt voller Ungerechtigkeit. Christen glauben, dass Gott einstehen wird für diejenigen, die sich nicht korrumpieren ließen, selbst wenn es sie das Leben kostete.
Die Auferstehung ist der Triumph, den Gott den Gedemütigten und Getöteten schafft – gegen die gewalttätigen Sieger der Geschichte. Gott überlässt seine Getreuen nicht dem Tod. Er wird vielmehr Gerechtigkeit herbeiführen, indem er sie auferweckt. Christen glauben: An Ostern ist diese Hoffnung für Jesus Christus wahr geworden; und sie wird sich für alle Menschen erfüllen.

Schwester Bernadette Pruß, Benediktinerin im Kloster Alexanderdorf

05. Apr 2020

„Als Jesus in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das?“ (Mt 21,10)

Heute noch bejubelt und morgen schon durch den Kakao gezogen. Jesus ging es nicht anders, als so manch einen in der Öffentlichkeit stehenden Menschen heute. Nicht nur in der Öffentlichkeit, auch in meinem Alltag erfahre ich das.

Wer regt mich an? Und wem bin ich bereit zu glauben und warum? Auf der Suche nach wahrhaftigen Menschen braucht es Geduld und einen offenen Blick.
Wer bist du, Jesus? Antwort: Ich bleibe bei dir, alle Tage, auch wenn es schwer wird. Ich bin für dich da.

Sr. Magdalena

04. Apr 2020

Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen.

Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. (Joh 11,56)

Ostern steht unmittelbar vor der Haustür! Mit Spannung warteten schon damals die Leute, ob Jesus wohl nach Jerusalem kommen würde. Wird er sich trauen, obwohl er darum weiß, dass seine Verfolger ihm schon auflauerten? Dies schwingt in der aufgeworfenen Frage mit.  
Wir wissen darum, dass Jesus auch vor diesem schweren Schritt nicht zurückgewichen ist und nach Jerusalem ging entgegen vieler Erwartungen.
Wie häufig werden auch wir herausgefordert etwas zu tun, dass so keiner von uns erwartet hätte und durch dass wir den Anderen in Erstaunen versetzen können.
Ich lade uns Alle ein, die Dinge, die uns ängstigen trotzdem mutigen Schrittes zu tun. Dass wir uns nicht durch das Gerede oder die Erwartungen eines Anderen davon abhalten lassen Gutes zu tun, zum Beispiel jemanden zu helfen der unsere Hilfe braucht oder jemandem Einen Brief zu schreiben, der nicht damit rechnet. Tun wir die unerwarteten Dinge und versetzten den Anderen in Staunen.

Mirjam Jansen Missionare Identes

03. Apr 2020

Der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren.

Ich werde deine Rache an ihnen (meinen Widersachern) erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut! (Jer 20,12)

Jeremia hat viel gelitten, leidenschaftlich Menschen zur Umkehr gerufen. Er fühlt sich wahrlich von Gott auf Herz und Nieren geprüft. Nun stößt aus seinem Innersten der unterdrückte Schrei nach Gerechtigkeit auf: ‚Ich werde deine Rache an meinem Widersachern erleben‘!
Doch im gleichen Atemzug ringt er sich durch: ‚Dir hab‘ ich meine Sache anvertraut‘!  Der Prophet müht sich um ein Durchhalten, um nicht das Vertrauen auf Gott aufzugeben. Schließlich hatte er in seinem ganzen Leben alles auf diese eine Karte gesetzt – auf ihn, seinen Gott.
Halten auch wir uns mit aller verfügbaren Kraft fest an Gott, mitten in den Tiefpunkten des Lebens, wenn Krisen uns ängstigen und bedrohen. ‚Dir Gott, hab ich meine Sache anvertraut‘!

Marlies Pöpping  Säkularinstitut St. Bonifatius

02. Apr 2020

„Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen…“ (Joh 8, 51 - 59)

Mir scheint als würde Jesus diese Botschaft jetzt und zu uns sagen. In diese unsere Zeit, wo der Tod plötzlich näher gerückt zu sein scheint ….. Wir wissen nicht was auf uns zukommt aber dieses Wort Jesu gibt mir Hoffnung! Hoffnung, dass das eigentliche Leben, das Leben mit und bei Gott stärker und wirklicher ist als jeder Tod.

Sr. Annette Fleischhauer ssps

01. Apr 2020

Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien.

Es ist nicht entscheidend, ob wir Juden, Christen oder Atheisten sind, entscheidend ist, ob wir frei sind! Freiheit gehört zu den wichtigsten Werten der Menschheit. Vielleicht zu den ersehntesten Werten, auch heute.

Das Evangelium zeigt uns einen Weg, wie wir zur Freiheit gelangen.
„In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8,31)

Das verBLEIBEN also in Jesu WORTen, führt uns zur WAHRHEIT.
Ein bekanntes Lied drückt das so aus: „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht, es hat Hoffnung und Zukunft gebracht, es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit“.
Ihnen und uns selbst wünschen wir für unseren Alltag die befreiende Kraft der Wahrheit.

Sr. Alicja Piszczek ssps, Sr. Brigitta Jarzyna ssps