Fastenimpuls

Zeitraum von:

Zeitraum bis:

31. Mar 2020

"…kamen viele zum Glauben an ihn." (Joh 8,30)

Es gibt zwei Worte, die fast deckungsgleich sind bis auf einen Buchstaben: Glaubensgut und Glaubensglut. Unser Glaubensgut ist ein Kosmos von Glaubenswahrheiten. Wir können sie darstellen, erörtern, theologisch vertiefen, als ein Fest im Kirchenjahr feiern. Wenn aber eine Glaubensglut in den Herzen fehlt, wirken Glaubenswahrheiten wie toter Stoff. Zum Glauben kommen heißt: von totem Stoff zu einer lebendigen Beziehung kommen.

P. Josef Schulte OFM


30. Mar 2020

Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. (Joh 8,6)

Die Schriftgenlehren bringen eine Frau zu Jesus, die beim Ehebruch ertappt worden war. Er soll dazu Position beziehen. Schweigend bückt Jesus sich zur Erde. In dieser Geste liegt die Bewegung seiner Menschwerdung. Christus kommt mit seiner Liebe allen Menschen nahe. Er schreibt mit dem Finger auf die Erde. Gottes Hände haben den Menschen aus Erde geformt. Hier geschieht unscheinbar Neuschöpfung. Der Frau wird neues Leben geschenkt.

Sr. Mechthild Brömel OCD

29. Mar 2020

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes! (Joh 11,27)

Marta sagte zu Jesus: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh 11,27)

Ich bewundere Marthas Glauben, der Raum lässt für ihre Fragen. In ihrer Trauer und ihrem Schmerz um ihren Bruder Lazarus vertraut sie auf Jesus und sein Gebet. Jesus nimmt sie an die Hand und führt sie immer tiefer in das Geheimnis seines Lebens und seiner Auferstehung hinein. Martha glaubt, bevor Lazarus auferweckt wurde. Ich möchte von Martha lernen: Sie ist es, die Jesus entgegengeht. Sie ist die Brücke zu ihrer Schwester Maria und öffnet ihr eine Tür für die Begegnung mit Jesus. Ihr Glaubensbekenntnis berührt mich.

Sr. Teresia Benedicta Weiner OCD, Karmel Regina Martyrum

28. Mar 2020

So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. (Joh 7, 40-53)

„Noch nie hat ein Mensch so gesprochen“, lautet die Meinung der Gerichtsdiener, „dieses Volk, das vom Gesetz nichts versteht.“ Anders die Pharisäer und klugen Köpfe, die meinen gut Bescheid zu wissen: „Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den Pharisäern zum Glauben an diesen Jesus gekommen?“ Nein. - Sie rechnen sich ihren Unglauben als Verdienst und Tugend an. Wer immer und überall das Richtige zu kennen meint, lebt dem Irrtum gefährlich nahe. 

Pater Dietmar Lenfers MAfr

27. Mar 2020

Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? (Joh 7, 1-2.10.25-30)

Wer schreibt sich das ins Stammbuch? „Sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der anderen nicht gleicht. Seine Wege sind grundverschieden.“  Die Heilige Schrift erklärt: „So tauschen die Frevler ihre verkehrten Gedanken aus.“ Wer nicht ist wie wir, „der ist uns unbequem. – Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren.“ So sagen die Frevler. Gibt es die auch heute in unserer Nähe?

Pater Dietmar Lenfers MAfr

26. Mar 2020

Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. (Joh. 5,31 – 47)

Zeuge – Garant- Leben!

Die Werke, die Jesus vollbrachte, die Worte die er sprach, die Wunder die er wirkte, sind Zeugnis dafür, dass ihn der Vater gesandt hat. Jesus hat um die Anerkennung seines Auftrages bei seinen Zuhörern gerungen. Welche Zeugen brauchen wir, um ihm zu glauben? Die „Propheten“: Fortschritt, Leistung, Erfolg, Können, Wissen, Reichtum, Macht?  Sie werden uns keine Antwort geben, wenn unser Leben dem Ende entgegen geht / in die Krise gerät.

Die Ehre Gottes war Jesu Leben, Sterben und Tod. Und Gott hat ihn auferweckt, am dritten Tag.
Wer Jesus glaubt, hat den Vater in sich. Eine beglückendere Botschaft gibt es nicht!

Sr. Irmgard Langhans OSF

25. Mar 2020

Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. (Lk 1,26-38)

Sicherlich hatten Maria und Josef Vorstellungen von ihrer gemeinsamen Zukunft und träumten von ihrem Glück. Aber plötzlich werden all diese Träume gesprengt. Marias Glaube wird extrem herausgefordert. Und sie fragt auch kritisch nach, sie lässt es nicht so einfach mit sich machen. Sie geht der Sache auf den Grund. Umso mehr willigt sie dann ein, lässt sich auf dieses riesige Wagnis ein.

Durch die Corona-Krise werden auch wir in dieser Zeit herausgefordert und an unsere Glaubensgrenzen geführt. Und wir dürfen auch Gott anfragen, ihm unsere Not hinhalten in aller Ohnmacht und versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Vielleicht kann uns Maria mit ihrem Mut und Glauben auch heute helfen, uns einzulassen in diese Herausforderung, indem wir schauen, wie wir unseren Mitmenschen behilflich sein können, ihnen Trost spenden, ihnen Mut machen, damit Hoffnung und Zuversicht wachsen können und Ostern durchbrechen kann.

P. Franz-Ulrich Otto SDB

24. Mar 2020

„Ich habe keinen, der mich in den Teich (Betésda) trägt.“ (Joh 5,7)

Das aufwallende Wasser des Teiches hat heilende Kraft, die Kranke und Behinderte wieder gesundmachen kann. Ein behinderter Mann hatte darauf fast ein Leben lang gehofft. Aber vergebens, es gab keinen, der ihn zur rechten Zeit in den Teich getragen hätte. Durch die Begegnung mit Jesus erfüllt sich seine Sehnsucht. Allein durch sein Wort wird er gerettet.

Das Wort Jesu vermag Grenzen aufzubrechen und aufzuheben, wenn es um das Heil von uns Menschen geht.

P. Josef Kahmann SDB

 

23. Mar 2020

„Geh, dein Sohn lebt.“ (Joh. 4,43-54)

Staunen – Fragen - Glauben?

Jesus kam wieder in die Stadt, in der er bei einer Hochzeit war (vgl.Joh.2,1ff) und mit seinem Wunder für Fragen und das Staunen der Menschen gesorgt hatte. Woher war der gute Wein? Wer ist dieser Jesus?
In derselben Stadt geschieht wieder Aufregendes. Ein krankes Kind zu haben, ist die größte Not eines Vaters, einer Mutter. Wohin, wenn ärztliches Können an Grenzen stößt? Ein königlicher Beamte nimmt Zuflucht zu Jesus und bittet ihn zu kommen. Jesus aber kommt nicht mit, sondern sagt nur: „Geh, dein Sohn lebt.“ Wo Jesus eingreift, findet Gotteserfahrung statt!
Hätte ich so überzeugt die Heimreise antreten können?

Sr. Irmgard Langhans OSF

22. Mar 2020

„Ich war blind, und jetzt kann ich sehen.“ (Joh 9, 25)

Mein Großvater war blind und ich habe immer bewundert, wie sicher er seine Wege durch die Dunkelheit navigierte. Hindernisse stellten sich ihm oft genug in den Weg.
Hoffnung fand mein Großvater in der Geschichte des heutigen Evangeliums. Sehend wurden seine Augen nie mehr, aber er lernte mit den „Augen des Glaubens“ zu sehen.

Dem Mann im heutigen Evangelium wurden die Augen geöffnet. Zum ersten Mal konnte er das Licht der Sonne sehen und den, der das Licht der Welt ist.
In der Fastenzeit stelle ich mir die Frage, was meine Sicht blockiert und wo ich meine blinden Flecke habe. Es gibt genug Ecken und Bereiche in meinem Leben, in denen etwas Licht gut tut, wo ich mir Heilung wünsche.
Mut braucht es, sich diesen Ecken zu stellen und sein spirituelles Blind- und Behindert Sein Gott anzuvertrauen. Nur so werde ich sagen können: „Ich war blind, und jetzt kann ich sehen.“
 
Frater Jorge Zetino SVD