Fastenimpuls

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10. Apr 2019

Im Vertrauen auf Gott

„Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.“ (Dan 3, 95)

Die drei Jünglinge im Feuerofen im Buch Daniel haben ihr Vertrauen ganz auf Gott gesetzt und Gott hat sie aus ihrer scheinbar völlig aussichtslosen Situation heraus gerettet.

Mich lädt diese Erzählung zu der Frage ein, worauf bzw. auf wen ich mein tiefstes Vertrauen setze. Ist mein Vertrauen auf Gott so groß, dass sich mein Reden und Handeln in meinem Alltag wirklich aus meiner Gottesbeziehung heraus nährt - auch im Gewirr verschiedener Stimmen und Emotionen und auch dann, wenn ich auf Widerstand stoße und es mich etwas kostet? Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mein Vertrauen auf ihn nicht enttäuschen wird, dass er auch in Situationen von Schmerz und Bedrängnis, dort wo es dunkel, hart und eng um mich herum wird, mich einen Weg heraus zum Leben führen möchte.

Sr. Regina Stallbaumer, Kongregation der Helferinnen

09. Apr 2019

„Unterwegs verlor das Volk den Mut.“ (Num 21,4)

Es gibt Tage, da ist es zum Verzweifeln! Auch das Volk Israel verliert auf dem Weg durch die Wüste die Geduld und zweifelt, ob der, der sie befreit hat, noch bei ihnen ist, mitgeht.

Wie sehr die Hoffnung  auf die Verheißung Gottes trägt, kann uns Dietrich Bonhoeffer zeigen. Heute ist sein Todestag. Er schreibt aus dem Gefängnis:  „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Christopher Maaß, Prozessbegleitung „Wo Glauben Raum gewinnt“

08. Apr 2019

„Auch verurteile dich nicht!“ (Joh, 8,1-11)

Wie schnell bin ich dabei über andere Menschen zu urteilen, aufgrund von Dingen, die ihnen vorgeworfen werden? Die persönliche Ebene und auch die Bereitschaft es anders zu machen bleibt außen vor. Es steht mir aber gut, es zu tun wie Jesus: die Ruhe bewahren und auf den Menschen zu schauen: Du darfst einen neuen Anfang wagen, ich verurteile dich nicht!

P. Markus Mönch, Klinikseelsorger im Vivantes Klinikum im Friedrichshain

07. Apr 2019

"Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" (Joh 8,11)

Jesus setzte sich, Jesus bückte sich, Jesus richtete sich auf … Eine Erzählung mit viel Aufwärts- und Abwärtsbewegung.

Doch die entscheidende Aufwärtsbewegung kann man zwischen den Zeilen lesen. Jesus richtet eine Frau auf, die von ihrer Schuld beladen und von den Menschen niedergeschrien wurde.

Mir kommen Worte des Propheten Jesaja in den Sinn: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht.“ Und am Ende: „Auf seine Botschaft warten die Menschen.“

Prälat Stefan Dybowski

06. Apr 2019

"Noch nie hat ein Mensch so gesprochen." (Joh 7,46)

Dass Gerichtsdiener einen Befehl nicht ausführen – auch auf die Gefahr, dafür gerügt oder sogar bestraft zu werden, muss schon einen triftigen Grund haben.

Ja, den hatten sie: Jesus selbst. Welche Worte er gesprochen hat, sagt die Bibel nicht. Auf jeden Fall muss er einen enormen Eindruck auf sie gemacht haben. Und aus diesem Eindruck heraus haben sie gehandelt: mutig und entschieden.

Prälat Stefan Dybowski

05. Apr 2019

„Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen“ (Lk 7,28b)

„Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit.“ (Lk 7,28b)

Für Jesus ist Sendung offenkundig vom Verwiesen-Sein auf den Vater her geprägt. ER ist der Ausgangspunkt jeder Sendung, die ER vielfältig und sich verändernd ausspricht. Das bedeutet unter anderem, dass Andere in gleicher Bedeutsamkeit wie ich selbst gesandt sind und dass es die Einheit in der Vielfalt ist, die Gott erahnen lässt. Es ist also wichtig, sich als jemand, der sich gesandt weiß, das Verwiesen-Sein auf Gott und die Tatsache, in einer Gemeinschaft von Gesendeten zu stehen, immer neu ins Bewusstsein zu rufen.

Bitten wir in dieser Österlichen Bußzeit den Heilige Geist, uns insbesondere durch die Sen-dung der Anderen dazu anzuleiten, unserer je eigenen Sendung immer neu auf die Spur zu kommen und offen dafür zu bleiben, von Gott neu gesendet zu werden.

P. Heribert Kerschgens SDS

04. Apr 2019

"Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen ein Bild eines Stieres, der Gras frisst" (Ps. 106,20)

Gottvergessenheit ist kein Privileg heutiger Menschen. „Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der einst in Ägypten Großes vollbrachte“, heißt es im Psalm 106. Die Ersatzgötter? Schon zu zu biblischen Zeiten lächerlich: „Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, der Gras frisst.“ (Vers 20).

Das erwählte Volk wird gerettet, weil Moses „in die Bresche springt“. Spätere Zeiten werden darin ein Vorausbild für das Wirken Jesu erkennen!

Wird auch heute jemand für uns in die Bresche springen? Und wenn ja: Werden wir dem Glauben schenken? Schon die Jünger Jesu taten sich schwer damit, und Jesus selbst hatte seine Not damit! (Joh 5,31-47) Ist er deswegen vielleicht ans Kreuz gestiegen?

P. Max Cappabianca OP, Hochschulpfarrer, Studierendengemeinde Hl. Edith Stein

03. Apr 2019

„… ich vergesse dich nicht.“ (Jes 49,15)

Täglich schaue ich in viele Gesichter – lachende, verträumte, sorgenvolle… Für eine kleine Weile nehme ich Anteil an dem Menschen mir gegenüber, in der U-Bahn oder im Wartezimmer. Doch wie schnell ist die Begegnung vom Alltag überdeckt und das fremde Gesicht wieder vergessen.

„Ich vergesse dich nicht,“ sagt Gott heute. Bei Gott ist alles Lachen aufgehoben, alle Träume, alle Sorgen. Die meinen und auch die meines Gegenübers. Auch wenn ich diesen Menschen längst wieder vergessen habe - Gottes Herzensgedächtnis ist er vertraut. Ebenso wie ich es bin. Wie gut zu wissen!

Sr. Thekla Schönfeld, Missionsärztliche Schwestern (MMS)

02. Apr 2019

"Wohin der Fluß kommt, dort bleibt alles am Leben" (Ez 47,9)

Auch heute gilt die Verheißung: „wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.“ Und da liegt ein gelähmter Mensch schon eine sehr lange Zeit am Wasser und niemand hilft ihm. Erst Jesus ist es, der ihn sieht und heilt. Der Fluss des Lebens, der Liebe, hat den Geheilten so lange getragen, auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst war. Er wird nur gefragt, ob er wirklich Heilung will. Wenn es Dinge gibt, die mich lähmen, versuche ich, mit der Quelle der Liebe in Kontakt zu kommen und auf Heilung aus der Tiefe zu hoffen. Der Versuch lohnt sich.

Sr. Angelika Kollacks, Missionsärztliche Schwestern (MMS)

01. Apr 2019

"Geh, dein Sohn lebt!" (Joh 4,50)

Ein Kind ist schwerkrank. Von dieser für Eltern dramatischen Erfahrung spricht das Evangelium heute. Der Vater, ein königlicher Beamter, kein gläubiger Jude, hört von Jesus, dem Heiler, und läuft ca. 30 km, um Jesus dringend zu bitten, zu ihm zu kommen. Als er bei ihm ist, fleht er zweimal: Komm bitte! – Doch Jesus sagt: Geh, dein Sohn lebt! Darauf verlässt sich dieser Mann und eilt den weiten Weg heim.

Das beeindruckt mich: Obwohl Jesus ganz anders reagiert, als dieser Mensch es sich vorher überlegt hatte, glaubt er Jesu Wort. Mir zeigt das: Glaube braucht diesen kleinen Moment des Loslassens von eigenen Plänen: Du, ich verlasse mich auf Dich, auf Dein Wort!

Von dieser Stunde an haben Leben und Heilung eine neue Chance.

Sr. Beate Glania, Missionsärztliche Schwestern (MMS)