Fastenimpuls

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21. Mar 2020

„An Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern, an Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfer.“ (Hosea 6,6)

Menschen haben eine Wirbelsäule und lernen schon als Kind den aufrechten Gang. Auch im christlichen Glauben müssen wir uns vor Gott nicht unnötig klein machen und zu ihm hin kriechen. Aufrecht und aufrichtig dürfen wir durch das Leben gehen und so – wie Gott eben auch – „Lust an der Liebe“ haben. Das im Leben zu erkennen und anzuerkennen, könnte auch und gerade in dieser Fastenzeit eine gute, spirituelle Übung sein.

P. Norbert Cuypers SVD

20. Mar 2020

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Mk 12, 28b-34)

In diesen Tagen nehmen wir alles durch einen besonderen Filter wahr, so auch das Wort Gottes. Jetzt, wo Abstand Anstand ist, fordert das Evangelium ein ganz neues Denken und Handeln von mir.

Gerade weil ich meinen Nächsten liebe, respektiere ich einen persönlichen Abstand und verzichte auf Berührung. Ich verzichte auf jede Form von Versammlung, weil ich mich und andere schützen möchte. Den Nächsten zu lieben habe ich mir immer ganz anders vorgestellt.

Wie schön ist es, zu entdecken, dass die Liebe erfinderisch ist!

Die Liebe geht weiter und das Leben auch!

Das drücken unzählbare Aktionen aus, die den Nächsten in dieser Krisenzeit im Blick behalten. 

Einmal mehr staune ich darüber, dass das Wort Gottes immer passt!

Bernd Ruffing SVD

19. Mar 2020

„Er kehrte mit seinen Eltern nach Nazareth zurück, er hörte auf sie und war ihnen gehorsam." (Lk 2, 51a)

Jesus Weg nach unten (Kenosis) und die Rolle seiner Eltern

Gottes Kommen in der Welt beginnt immer ganz unten. Obwohl er in Gottesgestalt war, hielt er nicht an seiner Gottgleichheit fest, sondern entäußerte sich und nahm Knechtsgestalt an. (Philipper 2,7). Und alle Menschen die "in diesen Weg nach unten" mit hineingezogen werden oder gerufen werden, waren was ihren sozialen Status betraf, von denen da ganz unten. Genau das zeigt sich an der Gestalt Josef, der Mann von unten den Gott auswählte - neben seiner Mutter Maria - gleichsam aus dem einfachen Volke, die dem ihn den Gottessohn den Weg in die Menschheit lehren sollten. Das heutige Evangelium zum Fest des Heiligen Josef sagt: „Er kehrte mit seinen Eltern nach Nazareth zurück, er hörte auf sie und war ihnen gehorsam" (Lk 2, 51a). Der Ort seines voll Menschwerdens brauchte eine Familie: Maria und Josef. Die religiöse Erziehung des Kindes lag ganz in den Händen des Vaters. Hier wurde er Mensch, denn sie zeigten ihm, was Mensch sein heißt. Maria und Josef waren von Gott bestimmt, den Gottessohn in einer Familie so zu lehren, dass er Menschsohn wird. Je mehr wir die Ungeheuerlichkeit der Menschwerdung begreifen lernen, je mehr stehen wir in Ehrfurcht vor Maria und Josef. Obwohl Josef immer vergessen wird. Es hat lange gedauert in der Theologie bis die Stellung Josefs in der Menschwerden Gottes voll erkannt wurde. Josef hat nie ein Wort gesprochen, und doch, wenn wir Gottes Menschwerdung und seinen Kenosis erst nehmen, hat Jesus den Namen für Gott in unserer menschlichen Sprache mit dem Wort Abba beschrieben, den Kindesnamen für Vater. Denn Josef hat dem Knaben Jesus ein greifbares Bild von seinem Vater im Himmel vorgelebt, so dass Jesus - wie einige Exegeten glauben - diesen Namen für Seine eigene Gotteserfahrung als Mensch den Namen Abba gewählt hat.  

P. Kristoforus Adeodatus SVD

18. Mar 2020

"Ich bin nicht gekommen, um zu erfüllen." (Mt 5,17)

Jesus erfüllt das Gesetz. Er füllt es aus, verkörpert es, er lebt es. Doch was lebt Jesus konkret? Eine tiefe, vertrauensvolle Beziehung zu Gott, seinem Vater. Von IHM bekommt er seine Identität zugesagt: „Du bist mein geliebtes Kind.“ Und aus dieser Beziehung ist er fähig zu einer Liebe, die sich auch dann nicht in sich zurückzieht, wenn es schmerzhaft wird und um‘s Ganze geht.

Auch wir müssen diese Liebe nicht aus uns selbst heraus leisten. Gott will sie uns schenken. Er will uns so mit seiner Liebe erfüllen, dass sie überströmt hin zum Nächsten. Wagen wir es, seine Liebe zu uns anzunehmen?

Sr. Melanie Kluth sa


17. Mar 2020

"Wie oft muss ich vergeben?“ (Mt 18,21)

Wie sehr sehnen wir uns doch nach Vergebung, danach, dass die Abneigung, die Bitterkeit, der Hass in unserm Herzen weichen möge und wir einander wieder offen in die Augen schauen zu können. Und wie schwer fällt es uns gleichzeitig oft zu vergeben? Pflegen wir nicht manchmal zu sehr unsere eigenen Wunden? Jesus lädt Petrus ein, siebenundsiebzig Mal zu vergeben.

Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass wir uns einerseits um eine innere Haltung der Vergebung bemühen, dass wie diese gleichzeitig aber nicht „machen“ können, sondern dass sie letztendlich Geschenk ist. So sind wir eingeladen, Christus darum zu bitten, in der Tiefe unseres Herzens vergeben zu können.

Sr. Regina Stallbaumer sa

16. Mar 2020

„Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.“ (Lk 4,24–30)

Dieser Satz, den Jesus den Menschen seiner Heimatstadt Nazareth in der Synagoge entgegenhielt, ist zum Sprichwort geworden, und es hat Gültigkeit bis heute. Das mussten schon viele Menschen leidvoll erfahren. Umgekehrt könnte man auch sagen: Das Wort des Propheten geht über die Grenzen hinaus und kann überall Gottes Heil bekannt machen. Das Wort Jesu im Evangelium geht in die ganze Welt hinaus. Lassen wir uns von ihm ansprechen, öffnen wir Ohren und Herz, damit es in uns auf fruchtbaren Boden fällt.

Gregor Wagner ofm

15. Mar 2020

"Herr, wir sind Menschen mit Durst nach Leben." (Joh 4,5–42)

Wir haben Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte, denen wir folgen.
Wir sind auf der Suche nach einer Quelle, die diesen Durst stillen kann.
Mit unseren Wünschen und Fragen, unseren Hoffnungen und Sehnsüchten
kommen wir heute zu dir. Wir dürfen feiern, dass alles ein tiefes und inneres Ziel hat: Gott, die Quelle allen Lebens.

Zeig uns immer den Weg zu dieser Quelle. Sprich zu uns Worte ewigen
Lebens und lass auch im Alltag dein Heil fließen und strömen, damit wir zu jederzeit aus dir leben.

Gregor Wagner ofm

14. Mar 2020

"Dort führte er ein zügelloses Leben." (Lk 15,13)

Ein Mensch sitzt auf dem Kutschenbock und hat die Zügel verloren. Vor ihm schäumende, wiehernde Pferde im Galopp. Er braust rasant dahin mit starken PS. Action & Adrenalin! Keine langweilige Spazierfahrt! Die Straße gehört mir! Ich bin King oft the Road! Spaß hoch drei!

Im Ernst: Kann das lange gut gehen? – Fastenzeit sagt: Die Zügel wieder in die Handnehmen, bremsen, Straße teilen – ehe es zu spät ist.

P. Manfred Hösl SJ

 

13. Mar 2020

„er ist zum Eckstein geworden“ (Mt 21,41)

„Was trägt“

Mit einem Eckstein fing damals alles an, von der Ecke her entstand alles. Ecksteine waren tragende Elemente eines Baus. Solche Steine mussten gut ausgesucht und bearbeitet werden. Nicht jeder Stein taugt dafür. Jesus als der Eckstein, auf dem sich etwas aufbauen kann, der tragend ist. Auch wenn Kirche schon über zweitausend Jahre alt ist, so bleibt es dennoch immer auch ein Bauprojekt. Immer wieder muss Gemeinschaft und Gemeinde ge- und erbaut werden mit neuen Steinen, mit lebendigen Menschen. Und immer wieder braucht es eines Ecksteins, von dem sich alles herleitet und der den Bau stabilisiert und trägt.

P. Markus Mönch SCJ

12. Mar 2020

„nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren“ (Lk 16,30)

„Not lehrt beten“

Wie oft begegne ich Menschen, die darunter leiden, dass sich so viele von Kirche und Glauben abgewandt haben und sind ratlos, wie es weitergehen kann. Viele Versuche sind unternommen und am Ende hat sich wenig getan. Alles nur Effekthascherei? Müssen wir am Ende wirklich die Not erfahren, wie der Reiche in der Hölle, um zu erkennen, worauf es wirklich im Leben ankommt? Manchmal ist es nicht die eigene Not, die ich erfahre, die mich umkehren lässt, sondern die Not eines anderen Menschen, die ich an mich heranlasse. Und es ist die Erfahrung, dass Kirche mehr ist, als die am Sonntag versammelte Gemeinde.

P. Markus Mönch SCJ