Juri Gagarin soll nach seiner Rückkehr aus dem Weltraum erklärt haben, Gott habe er dort nicht gesehen. Eduard Rauer (35) wäre nicht auf die Idee gekommen, dort nach Gott zu suchen, obwohl – oder vielleicht weil? – er nach dem Abitur Luft- und Raumfahrt studiert und abgeschlossen hat.
In der Prüfungsphase, beim Beten des freudenreichen Rosenkranzes – so erinnert er sich – habe er zum ersten Mal den Ruf Gottes gehört: „Zuerst war es so, wie wenn man sich umdreht, wenn man angesprochen wird, weil ich gar nicht sicher war, dass ich gemeint bin und hoffte, jemand anderes stünde noch hinter mir.“
Zwei Fragen hat er sich daraufhin immer wieder gestellt, „ob es wirklich Gott war? Und ob er wirklich mich meint?“
Und irgendwann wurde ihm klar: „Ich muss auf diesen Ruf antworten, ich muss es wollen und ich will es auch, mir wurde klar, mein Glück liegt darin!“ – und eben nicht in der Luft- und Raumfahrt, auch wenn seine Faszination für das Fliegen noch spürbar ist.
2019 bewarb er sich um die Aufnahme als Priesterkandidat im Erzbistum Berlin und begann im gleichen Jahr das Propädeutikum in Bamberg. Den Studiengang Katholische Theologie absolvierte er erfolgreich an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen und in Valencia.
Eduard Rauer ist zweisprachig, auch in seinem Beten. Mit seiner Entscheidung für den Priesterberuf verbunden war daher auch die Frage, ob er in der Kirche in Spanien oder in Deutschland seiner Berufung folgt; geboren in Valencia (Spanien) und aufgewachsen mit fünf Geschwistern, kennt er beides sehr gut.
Mit der Klärung seiner Berufung hat er auch das geklärt und sich für den Dienst im Erzbistum Berlin entschieden. Seit September 2025 ist Eduard Rauer für die Berufseinführung in der Pfarrei St. Josef, Berlin Treptow-Köpenick eingesetzt, dort wird er auch als Diakon bleiben. Er freut sich, „zu sehen, wie Gott schon in den Menschen wirkt und sie zu sich führt, schon bevor wir tätig werden dürfen“.
Am Samstag, 13. Juni 2026, 10.00 Uhr, wird Eduard Rauer durch Erzbischof Dr. Heiner Koch in St. Antonius, Berlin-Oberschöneweide (Roedernstraße 2, 12459 Berlin), zum Diakon auf dem Weg zum Priester geweiht.
Bei der Diakonenweihe verspricht er auch das Zölibat, weil er „verfügbar sein will“, für Gott und die Menschen. Er ist dankbar, „dass Gott mir das zutraut“.