Thema: Bildung und Ersatzschulfinanzierung
Position der katholischen Kirche
Die Katholische Kirche betrachtet den Bildungsauftrag sowohl im Sinne der Bildung jedes einzelnen Menschen als auch der sozialen Bildung der Gesellschaft. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch von Gott Gaben empfangen hat, die er durch Bildung entdecken und entfalten kann. Sie tritt dafür ein, dass auch im Bildungssystem - schulisch wie außerschulisch - Menschen lernen sollen, mit der Vielfalt aufgrund von Herkunft, Veranlagung und Biografie konstruktiv umzugehen, Schwächere nicht auszugrenzen, sondern sie soweit wie möglich zu integrieren und zu fördern.
Ein Kern der kirchlichen Bildungsarbeit ist es, die Menschen erfahren zu lassen, dass Gott alle Menschen liebt - mit ihren Stärken - und nicht wegen ihrer Stärken - und mit ihren Schwächen.
Position der CDU
- setzt auf ein vielfältiges Schulsystem und die Wahlfreiheit der Eltern zwischen unterschiedlichen Schulformen auch die Wahl zwischen Förderzentrum und inklusiver Schule soll weiterhin möglich bleiben
- möchte über Verbeamtung, Möglichkeiten des Quereinstiegs sowie Ein-Fach-Lehrkräfte mehr Personal für Schulen gewinnen
- fordert eine Qualitätsoffensive für Kitas mit Schwerpunkt auf Sprachbildung und Qualifizierung des pädagogischen Personals
Position der SPD
- lehnt ein Wahlmodell zwischen Ethik- und Religionsunterricht ab
- freien Schulen, die wie öffentliche Schulen arbeiten, sollen eine Vollfinanzierung erhalten
- will die Zahl der Gemeinschaftsschulen erhöhen und lehnt eine Ausweitung grundständiger Gymnasien ab, der Übergang aufs Gymnasium soll neu geregelt werden
- forderte eine Erhöhung der Fachkräfte-Quote in den Kitas und fordert die Umsetzung des Verpflichtenden letzten Kita-Jahres
Position der Grünen
- halten am freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterricht fest und wollen ihn stärken
- Privatschulen mit einer höheren sozialen Durchmischung sollen mehr öffentliche Mittel erhalten, schlechte soziale Durchmischungen wirken sich negativ auf die Förderung aus
- setzen auf langes gemeinsames Lernen durch die Erhöhung der Zahl der Gemeinschaftsschulen sowie eine Grundschule bis zur sechsten Klasse
- wollen den Zugang zu Kitas erleichtern und den Personalschlüssel verbessern
Position der Linken
- bekennt sich zum Ethikunterricht und lehnt verpflichtenden Religionsunterricht ab
- setzt sich für eine verbindliche Schulgeldtabelle an freien Schulen ein und lehnt öffentliche Anreize für Neugründungen freier Schulen ab
- bekennt sich zur gebührenfreien Bildung von der Kita bis zur Hochschule und will die Zahl der Gemeinschaftsschulen deutlich erhöhen und langfristig das gegliederte Schulsystem überwinden
- will Inklusion und die Unterstützung von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf ausbauen
- der Personalschlüssel sowie die Quadratmeterzahl soll erhöht werden, außerdem soll der Eigenanteil der Kitaträger verringert werden
Position der AfD
- fordert Religionsunterricht und Ethik als Wahlpflichtfächer
- setzt auf ein differenziertes Schulsystem nach Leistung und den Erhalt der Förderschulen
- will die Gründung freier Schulen erleichtern und eine Vollkostenfinanzierung ermöglichen
- setzt einen höheren Betreuungsschlüssel und verpflichtendes Deutsch in Kitas, fordert ein Landeserziehungsgeld alternativ zum Kitabesuch
- lehnt eine uneingeschränkte inklusive Beschulung ab und fordert, dass geflüchtete Kinder separat in den Curricula der Herkunftsländer unterrichtet werden, außerdem möchte sie ein Online-Portal für die Schulwahl einrichten, das u.a. die Quote von Schülerinnen und Schülern mit nicht-deutscher Herkunftssprache aufführt*
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Die Reihenfolge der aufgeführten Parteien entspricht der Reihenfolge der bei der letzten Berliner Wahl erreichten Stimmenzahlen.
Die Auswahl erfolgte nach Sichtung und Stichwortsuche in den Programmen; sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.