„Die gemeinsame Quelle feiern – das Band des Friedens knüpfen!“ Ökumenischer Festgottesdienst zum 900. Jahrestag der Gründung des Bistums Lebus

Das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz laden am Sonntag, dem 28. September 2025, zu einem außergewöhnlichen ökumenischen Fest nach Fürstenwalde ein: Um 14.00 Uhr wird im Dom St. Marien feierlich an die Gründung des Bistums Lebus vor 900 Jahren erinnert.

Das Bistum Lebus wurde 1124/1125 vom polnischen Herzog Boleslaw III. gegründet und erstreckte sich über Gebiete links und rechts der Oder. Es bestand mehr als 450 Jahre bis zu seiner Aufhebung im Zuge der Reformation. Der letzte Bischofssitz war ab 1376 Fürstenwalde. Evangelische und katholische Christen auf deutscher und polnischer Seite der Oder sehen im Bistum Lebus den gemeinsamen Ursprung ihres Glaubens. In dieser „doppelten Ökumene“ feiern sie das Fest.

Gemeinsam werden Bischof Dr. Christian Stäblein (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz), Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin) sowie ihre polnischen Amtskollegen Tadeusz Lityński (Bistum Zielona Góra-Gorzów) und Waldemar Pytel (Diözese Wrocław der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen) einen besonderen Festgottesdienst gestalten. Als Ehrengast wird der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke erwartet.

Der Festgottesdienst wird musikalisch begleitet von einem gemeinsamen Chor aus evangelischer und katholischer Kirchengemeinde, dem Fürstenwalder Bläserchor, einem polnischen Kinderchor und Domkantor Georg Popp an der Orgel.

Im Anschluss erwartet die Besucher ein geselliges Beisammensein auf der Domwiese mit Kaffee, Austausch und Spielangeboten für Kinder. Den Höhepunkt bildet das gemeinsame Knüpfen eines „Bands des Friedens“, das symbolisch um den gesamten Dom gelegt wird.

Besonders bemerkenswert: Das historische Bistum hatte die Form eines Herzens – mit je einer Hälfte auf deutscher und polnischer Seite der Oder. Diese symbolische Verbindung lebt heute in den Menschen fort, die wieder gemeinsam diese grenzüberschreitende Region bewohnen. „Noch einmal wollen die Kirchen ihren gemeinsamen Ursprung feiern und sich zum gemeinsamen Einsatz für eine gute Zukunft der Region verpflichten“, so die Veranstalter. In Zeiten vielfältiger Spannungen setzt das Fest ein starkes Zeichen für Glauben, Liebe und Hoffnung über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg.