In Frankfurt (Oder) wurde am 16. April 2026 der erste Spatenstich für den Neubau der katholischen Kita "Heilig Kreuz" gefeiert. Zusammen mit Weihbischof Matthias Heinrich und vielen Gästen begann auf diese Weise ein neues Kapitel auf dem Gelände der Katholischen Kirche.
Aus der Rede von Weihbischof Heinrich:
Weihbischof Dr. Matthias Heinrich zitierte die Märkische Oderzeitung: "Die Katholische Kirchengemeinde der Stadt Frankfurt setzt auf die Zukunft", eine Überschrift, der er in seinem Grußwort zur Grundsteinlegung nur zustimmen konnte. Für ihn ist der Baubeginn, symbolisch mit dem ersten Spatenstich vollzogen, ein "Bekenntnis zur sozialen, karitativen und pastoralen Arbeit" für die Pfarrei Maria Magdalena Oderland-Spree wie für die Stadt Frankfurt (Oder). Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser und der Beigeordnete für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schulen und Sport, Jens-Marcel Ullrich, waren vertreten durch die Referentin Katrin Böhme, die Weihbischof Heinrich beipflichtete.
"Dieser Bau ist ein hoffnungsvoller Bau", so Weihbischof Heinrich weiter, und er sei ein grenzenloser Bau sein: "ein Bau, der Grenzen überwindet und Menschen zusammenführt. Ein Bau, der entgrenzen soll, und deshalb offen ist für die unterschiedlichsten Menschen. Ihre Stadt Frankfurt (Oder) weiß ja, was es heißt, mit Grenzen und Begrenzungen zu leben; denn Sie leben an einer Grenze, die lange Zeit zwei Nationen getrennt hat - nämlich Polen und Deutsche. Sie haben aber auch die deutsch-deutsche Grenze aus der Nähe erlebt, die nicht nur Nationen spaltete, sondern sogar Familien untereinander. Das Meiste davon ist - Gott sei Dank - überwunden. Frankfurt (Oder) ist eine Stadt geworden, die verbindet."
Träger der Kita ist und bleibt "Hedi Kitas", der Zweckverband der katholischen Kirchengemeinden im Erzbistum Berlin. Für Lena Przibylla, Geschäftsführerin von Hedi Kitas hat mit dem Spatenstich ein Bauprojekt begonnen, "das weit über die Errichtung eines neuen Gebäudes hinausgeht. Hier entsteht eine Kindertageseinrichtung, die von Anfang an als Ort der Offenheit, der Beziehung und der gelebten Gemeinschaft gedacht ist!"
Sie lädt zu einem Perspektivwechsel ein, nicht nur auf den Spaten im Boden sondern auf das, "was hier wachsen wird": "Sichtbar werden soll ein Haus, das verbindet – architektonisch wie pädagogisch. Ein zentrales Element wird der gläserne Verbindungsteil zwischen Alt- und Neubau sein, mit Blick zur Kirche. Dieses Glas ist mehr als ein gestalterisches Detail. Es steht sinnbildlich für das Selbstverständnis der Einrichtung und ihres Trägers: Transparenz, Offenheit und Durchlässigkeit. Es lässt Licht hinein und schafft Verbindung nach außen. Genau so versteht Hedi Kitas seine Einrichtungen – als Orte, die nicht abschließen, sondern einladen. Orte, an denen Kinder, Familien und Fachkräfte in Beziehung treten und sich als Teil einer größeren Gemeinschaft erleben. Kirchorte mitten in der Welt."
In ihrem Grußwort blickt Przibylla auf das Leitbild der katholischen Kitas: "Religionspädagogische Bildung ist kein zusätzliches Element, sondern eine Grundhaltung. Sie eröffnet Räume, in denen Kinder den Fragen nachgehen können, die ihrem Leben eingeschrieben sind: nach Sinn, nach Zugehörigkeit und nach dem, was trägt. In diesem Sinne meint sie die Ermöglichung von Welt- und Selbstdeutung im Horizont des Glaubens. Sie geschieht dort, wo Kinder ihre Wahrnehmungen und Fragen zur Sprache bringen können – nicht durch Vorgabe von Antworten, sondern im gemeinsamen Suchen, getragen von Beziehung und Resonanz. Leitend ist dabei der Gedanke der Communio als einer der Grundvollzüge der Kirche und zugleich konstitutives Element für Hedi Kitas. Gemeint ist ein tragfähiges Beziehungsgefüge, in dem Kinder, Familien, Mitarbeitende und Kirche miteinander verbunden sind. Bildung wird hier nicht isoliert verstanden, sondern als ein relationaler Prozess, der im Miteinander entsteht: im Teilen von Erfahrungen, im gemeinsamen Deuten und im wechselseitigen Vertrauen – und der darin seinen Ursprung und seine Qualität aus der gelebten Gemeinschaft selbst gewinnt.
Gerade dieses Vertrauen ist zentral: Familien vertrauen uns das Wertvollste an, was sie haben. Dieses Anvertrauen ist kein formaler Akt, sondern Ausdruck einer tiefen Erwartung an Verlässlichkeit und Beziehung. Hedi Kitas versteht dies als Auftrag, darauf in Treue zu antworten – nicht allein durch Konzepte und Strukturen, sondern in zugewandter Begleitung, in fachlicher Qualität und in der verlässlichen Präsenz für jedes einzelne Kind. So wird Betreuung mehr als Organisation – sie wird zu einer Beziehung, in der jedes Kind in seiner Einzigartigkeit gesehen und getragen ist."
Wie auch Weihbischof Heinrich würdigt die Geschäftsführerin der Hedi Kitas die Besonderheit des Standorts in Frankfurt (Oder), unmittelbar an der Grenze zu Polen: "Unterschiedliche Sprachen, kulturelle Hintergründe und Lebensrealitäten gehören hier selbstverständlich zum Alltag. Diese Vielfalt wird nicht nur mitgedacht, sondern bewusst als Chance verstanden. Die neue Kita soll ein Ort sein, an dem aus Unterschied Begegnung wird – und aus Vielfalt gelebte Gemeinschaft."