Erzbischof Dr. Heiner Koch hat am 6. Dezember 2025 auf dem Friedhof in Buckow einen Gedenkstein auf dem Grab des früheren Pfarrers der Gemeinde St. Hedwig Buckow-Müncheberg, Heinz Teichmann, eingeweiht.
Der des Missbrauchs beschuldigte Pfarrer war in Buckow beigesetzt worden, was in der Gemeinde als Ärgernis empfunden wurde. In Anerkennung des Leids und in enger Absprache mit den von Missbrauch Betroffenen wurde die Grabstätte umgestaltet. Der bisherige Grabstein wurde entfernt und durch einen Gedenkstein ersetzt.
Im Rahmen einer kleinen Andacht bat Erzbischof Koch um Entschuldigung „für den Schmerz, den wir als Kirche lange nicht wahrgenommen haben, nicht genügend beachtet, nicht zur Sprache gebracht, zu Konsequenzen geführt haben. Dieser Gedenkstein soll den Ort hier neu deuten und ihm eine neue Kraft geben, die von der Verdrängung zur Wahrheit und von der Sprachlosigkeit zur Mitverantwortung führt. Gott ist den zerbrochenen nahe, das ist die Botschaft des Advent, aber seine Nähe verpflichtet uns auch zu einer Aufarbeitung von Schuld und Versagen, zu Transparenz und Prävention. Möge der Gedenkstein uns daran erinnern, dass echte Umkehr nicht nur Worte braucht, sondern Haltung, Mut und Demut.“
Ausgelöst hatte den Prozess zur Umgestaltung das im Sommer 2021 veröffentlichte Gutachten „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich des Erzbistums Berlin seit 1946“. In Gesprächen mit unmittelbar und mittelbar Betroffenen wurde erarbeitet, welche Schritte es auf dem Weg zu einer Aufarbeitung des Erlebten braucht.
Friedhof Buckow:
Königsstr. 31, 15377 Buckow