In einer Zeit, in der viele Menschen sich nach mehr Miteinander und Zeichen gelebter Solidarität sehnen, lädt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit seiner Aktion „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder.“ dazu ein, selbst aktiv zu werden und Orte guter Taten zu schaffen. Die Aktion macht deutlich: Jede und jeder kann wie Nikolaus sein und anderen mit kleinen Gesten eine Freude bereiten.
Bundesweit entstehen in diesem Jahr 64 „Orte guter Taten“, an denen sich engagierte Menschen für zentrale christliche Werte wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft einsetzen. Im Erzbistum Berlin werden mit Unterstützung des Bonifatiuswerkes fünf lokale Nikolaus-Initiativen umgesetzt.
Verantwortliche der Pfarrei Heiliger Christophorus Barnim setzen vom 2. bis 10. Dezember ein starkes Zeichen gelebter Nächstenliebe. Ehrenamtliche besuchen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen insgesamt sieben Einrichtungen, in denen Kinder und Erwachsene leben, die oft mit schwierigen sozialen Bedingungen konfrontiert sind. Ihr Weg führt sie in zwei Pflegeheime in Bernau und Lobetal, in ein Flüchtlingsheim in Waldfrieden, in eine Einrichtung für obdachlose Frauen und Kinder in Berlin-Karow, in einen Hort und eine Schule in Britz sowie in ein Hospiz in Eberswalde und in das Frauenhaus in Eberswalde. Die Besuche werden liebevoll gestaltet: Für die jüngsten Bewohnerinnen und Bewohner bereiten die Ehrenamtlichen ein Kamishibai-Erzähltheater sowie Bastelaktionen vor. In allen Einrichtungen wird die Geschichte des heiligen Nikolaus erzählt und es werden Schokonikoläuse verteilt. „Im Heiligen Jahr 2025, das unter dem Motto ‚Pilger der Hoffnung steht‘ möchten wir mit der Aktion Kindern und Menschen aus verschieden Ländern, Kulturen und sozialen Situationen Hoffnung schenken“, sagt Ewelina Lipinska von der Pfarrei.
In der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf bei Berlin leben derzeit rund 500 Geflüchtete. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) begleitet sie dort mit Seelsorgeangeboten. Am 5. Dezember stellt der JRS den Bewohnerinnen und Bewohnern den heiligen Nikolaus und das damit verbundene Brauchtum vor. Mehrsprachige Infokarten und ein QR-Code bieten Hintergrundinformationen zu Nikolaus als Patron der Kinder und Armen und betonen seine Botschaft von Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Die Aktion soll auch den Einstieg in seelsorgerische Gespräche erleichtern und die Geflüchteten ermutigen, sich mit ihren Sorgen an den JRS zu wenden.
Die Pfarrei Christi Auferstehung lädt in diesem Jahr geflüchtete Mütter und ihre Kinder aus der nahegelegenen Unterkunft in Berlin-Charlottenburg zu einer besonderen Nikolausfeier ein. Rund 160 Personen – überwiegend Mütter mit Kindern sowie einige alleinstehende Frauen – finden im Gemeindesaal von St. Canisius einen warmen, festlichen Ort der Begegnung. Dort werden bei Kaffee, Kakao, Kuchen und Weihnachtsgebäck, gemeinsam Adventslieder gesungen und mit der Jugend von St. Canisius gebastelt. Im Mittelpunkt steht der heilige Nikolaus als Patron der Kinder und als lebendiges Zeichen christlichen Brauchtums. Die Aktion findet am 6. Dezember (16.30 Uhr) statt und möchte den Geflüchteten ein Stück Geborgenheit, Freude und adventliche Hoffnung schenken.
Am Otto-Rosenberg-Platz in Berlin-Marzahn/Hellersdorf, einem Ort, der besonders durch eine große Obdachlosenunterkunft und eine Gemeinschaftsunterkunft für Menschen mit Fluchterfahrung geprägt ist, möchte die Manege gGmbH in der Adventszeit ein Zeichen der Hoffnung setzen. Am 4. Dezember, von 16 bis 17.30 Uhr, verteilen Jugendliche aus verschiedenen Projekten der Manege Schokonikoläuse an die Bewohnerinnen und Bewohner. „Die kleinen Gesten und die damit verbundenen Gespräche sollen den etwa 2.000 Menschen vor Ort ein Stück Wärme, Aufmerksamkeit und Abwechslung im oft herausfordernden Alltag schenken“, sagt Pater Simon Härting, Leiter der Einrichtung.
Unter dem Motto „Jeden Tag eine gute Tat“ starten die Pfadfinder des DPSG Stamms Sanssouci in Potsdam eine besondere Nikolausaktion. Am 30. November sammeln sie auf dem Weihnachtsmarkt vor der Kirche St. Peter und Paul Lebensmittelkonserven für wohnungslose Menschen. Sie unterstützen damit die CRESO gGmbH, die sich in Potsdam für Wohnungslose engagiert. Jede abgegebene Konserve wird vom Nikolaus mit einem Schokonikolaus des Bonifatiuswerkes belohnt. In einer aufgebauten Jurte wird ein Feuer entzündet, die Nikolausgeschichte erzählt – und natürlich besucht auch ein „echter“ Nikolaus die Weihnachtsmarktgäste.
„Wer glaubt, Heldentaten seien nur etwas für Legenden, irrt. Unsere ‚Tat.Ort.Nikolaus-Aktion‘ zeigt: Jeder kann ein Actionheld sein und mit guten Taten echte Veränderungen bewirken. Wir erleben gerade große gesellschaftliche Veränderungen, die viele Menschen verunsichern. In solchen Situationen braucht es Zeichen des Zusammenhalts und der gegenseitigen Unterstützung. Wer sich – wie der heilige Nikolaus in lebendiger christlicher Tradition – für andere einsetzt, bringt Nächstenliebe und Hoffnung in eine Zeit, die beides dringend braucht“, sagt Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen.
Für jeden „Tat.Ort“ stellte das Hilfswerk Schokonikoläuse für Projekte mit karitativer oder diakonischer Ausrichtung zur Verfügung; zusätzlich konnte ein Sachkostenzuschuss beantragt werden. Bereits zum sechsten Mal führt das Bonifatiuswerk diese Aktion durch. In den vergangenen fünf Jahren entstanden so fast 400 Orte guter Taten.
Die Aktion „Tat.Ort.Nikolaus“ ist Teil der bundesweit bekannten Initiative „Weihnachtsmannfreie Zone“, die das Bonifatiuswerk bereits vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen hat. Ihr Ziel ist es, den heiligen Nikolaus mit seinen christlichen Werten wieder stärker in den gesellschaftlichen Blick zu rücken. Prominente Unterstützung erhält die Nikolausaktion neben Udo Lindenberg, der eigens für diese Aktion einen Nikolaus gemalt hat, auch von Maite Kelly. Als langjährige Botschafterin der Aktion setzt sich die Künstlerin immer wieder für Werte wie Menschlichkeit und Nächstenliebe ein. In diesem Zusammenhang betont sie: „Die Legenden besagen, dass der heilige Nikolaus ein echt guter Mensch war. Echtheit, Gütigkeit und die Bedeutsamkeit, menschlich zu sein, sind aktueller denn je. Ohne eine Kette aneinanderhaltender guter, echter Menschen droht diese Welt zu verdunkeln. Wir brauchen einander – in echter Menschlichkeit, in echter Heiligkeit“, erklärte Sängerin Maite Kelly, die schon viele Jahre Botschafterin der Nikolausaktion ist.