Am Samstag, 30. Mai 2026, wurden Dennis Castillo Jiménez, Marco Marini, Theodor Meyer und Senad Mrkaljevic in der Sankt Hedwigs-Kathedrale durch Erzbischof Dr. Heiner Koch zu Priestern geweiht.
Dennis Castillo Jiménez (31), geboren in Santo Domingo (Dominikanische Republik), wuchs mit drei Geschwistern auf. 2007 trat er in die neokatechumenale Gemeinschaft ein. Nach einem Nationaltreffen für Jugendliche der Gemeinschaft entschied er sich, Priester werden zu wollen und trat 2013 ins Priesterseminar Redemptoris Mater ein. Nach Abschluss der Studien ist er seit September 2024 für die Berufseinführung in der Pfarrei St. Bernhard, Stralsund-Rügen-Demmin im Norden unseres Erzbistums eingesetzt.
„Besonders in der Diaspora habe ich gelernt, dass jeder Mensch wichtig ist und dass es sich lohnt, für die Menschen da zu sein, auch wenn es manchmal nur wenige sind.
Mein Weihespruch lautet: „Gib mir die Seelen, nimm alles andere“ (Hl. Johannes Bosco). Dieser Satz drückt für mich aus, worum es im Priestertum geht: nicht um Karriere oder Erfolg, sondern darum, die Menschen zu Gott zu führen und für sie da zu sein. Ich wünsche mir, ein Priester zu sein, der den Menschen Hoffnung schenkt und ihnen zeigt, dass Gott sie liebt und niemals vergisst.“
Marco Marini (39), geboren in Pistoia (Italien), ebenfalls Mitglied der neokatechumenalen Gemeinschaft, wuchs mit sechs Geschwistern auf. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst das Magisterstudium der Italianistik, bevor er 2014 ins Priesterseminar Redemptoris Mater eintrat und die philosophischen und theologischen Studien begann. Ebenfalls seit September 2024 ist er als Priesterkandidat für die Berufseinführung in der Pfarrei St. Jakobus, Berlin – Umland Ost, eingesetzt.
„Rückblickend erkenne ich mit großer Dankbarkeit, wie Gott mein Leben begleitet und geführt hat. Besonders durch die Gemeinschaft der Kirche durfte ich erfahren, dass ich angenommen und geliebt bin. Aus dieser Dankbarkeit heraus sage ich Ja zur Berufung zum Priestertum – im Vertrauen darauf, dass Gott mich sendet, damit auch andere Menschen durch meinen Dienst seine Nähe und seine bedingungslose Liebe erfahren können.“
Theodor Meyer (30) stammt aus dem Erzbistum Berlin. Er wurde in Potsdam geboren und wuchs hier mit zwei Brüdern auf. Engagiert in der Kinder- und Jugendarbeit, verbrachte er nach dem Abitur ein Jahr als Missionar auf Zeit in Ghana. Anschließend studierte er zunächst Urbanistik, bevor er sich zum Studium der Katholischen Theologie entschloss, das er 2024 erfolgreich in Erfurt abgeschlossen hat. Auch er hat im September 2024 die Berufseinführung begonnen und ist dazu in der Pfarrei St. Josef, Berlin Treptow-Köpenick, eingesetzt.
„Auf der Suche nach einer Antwort auf Gottes Ruf wurde mir bewusst, es gibt nichts Größeres, als mich ihm anzuvertrauen, denn: „Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68). Mit meinem Leben und priesterlichen Dienst möchte ich auf Gott verweisen und frei dafür sein, dass er durch mich wirken kann."
Senad Mrkaljevic (41), geboren in Brcko (heute Bosnien und Herzegowina), wuchs mit zwei älteren Brüdern nach der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Berlin in einer muslimisch geprägten Familie auf. Er interessierte sich als Jugendlicher für den christlichen Glauben und wurde getauft. Das Studium der Theologie absolvierte er im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen, einer Ausbildungsstätte für „Spätberufene“. Seit 2023 ist er für die Berufseinführung in der Pfarrei Hl. Edith Stein, Berlin Neukölln Süd, eingesetzt.
„Mein Entschluss, Priester zu werden, ist aus einem persönlichen Glaubensweg und der Suche nach Sinn und Orientierung gewachsen. Ich bin überzeugt, dass der christliche Glaube eine tragfähige Antwort auf die grundlegenden Fragen des Lebens bietet. Diese Erfahrung möchte ich im Dienst an den Menschen weitergeben – gerade auch an diejenigen, die der Kirche fernstehen. Priester zu sein bedeutet für mich, zuzuhören, zu begleiten und Räume der Hoffnung zu eröffnen. Leitend ist für mich mein Primizspruch von Papst Benedikt XVI.: „Christus nimmt nichts weg, und er gibt alles.“ Darin sehe ich die Zusage, dass der Glaube das Leben nicht einengt, sondern erfüllt und vertieft.“
Die Priesterweihe wurde im Livestream übertragen, damit sich insbesondere Angehörige und Weggefährten in Italien und in der Dominikanischen Republik sowie die neokatechumenale Gemeinschaft dem Gebet für die Neupriester anschließen können.