Wo der Norden den Horizont erweitert Abiturientin aus dem Erzbistum Berlin entdeckt mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes Schweden

Alma Petter (2.v.r.) freut sich auf ihre Zeit im Ausland. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (r.) und Projektkoordinatorin Lidia Fioravanti (l.) und Projektreferentin Eva Berlage (2.v.l.) wünschen ihr alles Gute. (Foto: Hartmut Salzmann)

Manche Reisen verändern nicht nur den Blick auf andere Länder, sondern auch den auf das eigene Leben. Für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesem Sommer mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes eine Reise, die weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. Sie führt nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie nach Lettland und Estland – dorthin, wo sie in Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Schulen und Bildungszentren mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und Menschen begegnen werden, die ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Dabei lernen sie nicht nur neue Länder mit ihren jeweiligen Kulturen kennen, sondern auch eine Kirche, deren Mitglieder ihren Glauben in einer kleinen Minderheit lebt.
Aus dem Erzbistum Berlin reist Alma Petter aus Greifswald am 31. August nach Schweden. Im „Stiftsgården Marielund“, der rund 30 Kilometer westlich von Stockholm liegt, startet die Abiturientin ihren Freiwilligendienst. Dort wird sie sich um die Betreuung der Gäste kümmern, Schlafzimmer und Mahlzeiten vorbereiten oder aber auch bei Besuchen von Erstkommunion- und Firmgruppen aus dem Bistum Stockholm mitwirken. Weitere Einsatzstellen in Stockholm, wie der „Caritas-Mötesplats“, ein Treffpunkt für Menschen, die neu in Schweden sind, können die Arbeit vor Ort ergänzen. „Seit einigen Jahren engagiere ich mich in meiner Freizeit in unserer Gemeinde in Greifswald. Das möchte ich nun auch im Ausland tun, da ich mich dafür interessiere, wie die katholische Kirche in anderen Ländern gelebt wird. Außerdem hoffe ich, meinen Horizont durch das ‚Praktikum im Norden‘ erweitern zu können und dabei an Erfahrungen zu wachsen“, erklärt die 18-Jährige.
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen macht deutlich, dass die Freiwilligen nicht nur in andere Länder reisen, sondern zugleich Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen: „Wer sich auf den Weg macht, verändert nicht nur seinen Standort, sondern oft auch seine Haltung. Das 'Praktikum im Norden' schafft Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können. Unser Freiwilligendienst ist eine Einladung, den eigenen Horizont zu weiten und Kirche als weltweite Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sind solche Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“
Während ihres Freiwilligendienstes werden die jungen Erwachsenen von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich mit dem Bonifatiuswerk im Austausch. Das Programm wurde 2011 gestartet und ermöglicht jährlich mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Auslandserfahrungen in Nordeuropa und dem Baltikum. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Es kann als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ (IJFD) anerkannt werden.