Gottes Botschaft kommt an – auch im Internet

Von links: Jesuit Pater Klaus Mertes, Redakteurin Martina Schneider und Jesuit Pater Manfred Hösl. Foto: Walter Plümpe

Die Jesuiten aus Berlin sind seit sechs Jahren täglich auf Sendung. Im „Canisius TV“ bringen sie kirchliche und biblische Themen auf den Punkt.

„Kurz und verständlich, ohne zu banalisieren, so wollen wir mit Canisius TV bundesweit den Glauben verkünden.“ Das sagen die Jesuitenpatres Klaus Mertes und Manfred Hösl über ihre tägliche Sendung im Internet. Seit dem 19. März 2020, dem Gedenktag des heiligen Josef, sind so fast 3000 Videos entstanden. 1500 Abonnenten haben sich die 33 000 Sendestunden angesehen, hinzu kommen viele Einzelzuschauer. 450 000 Aufrufe gibt es unter „Canisius TV“ im Internet.

Diese Erfolgsgeschichte ist aus der Corona-Not geboren. „Wenn die Leute nicht zur Kirche kommen können und dürfen, muss die Kirche eben zu den Leuten“, betont Pater Hösl. Als Corona vorüber war, hielt die Gemeinde St. Canisius an der Praxis der täglichen Videos fest. Jedes Video dauert fünf bis zehn Minuten. Es kann ab 5.30 Uhr als Morgenimpuls oder als Tagesabschluss angeschaut werden. „Gerade heute habe ich diesen Gedanken gebraucht“, ist eine häufig zu hörende Zuschauer-Resonanz.

Im Laufe der sechs Jahre entstanden zunächst situationsbezogene Videos, die noch ganz unter dem Eindruck der Corona- Pandemie gedreht wurden. Bald wurden biblische Bücher besprochen und biblische Gestalten in den Blick genommen. Weitere Themen sind Heilige, liturgische Zeiten im Jahreskreis, Kirchengeschichte, theologische und politische Fragen, Clips zur Canisius-Kirche, einem häufigen Drehort, Ankündigungen oder der Adventskalender.

Die meisten Videos hat die Redakteurin Martina Schneider ehrenamtlich mit Pater Mertes und Pater Hösl aufgezeichnet. Hinzu kommen „Gastreferenten“ wie die Jesuitenpatres Jan Korditschke, Klaus Schatz, Felix Körner, Marc-Stephan Giese; ferner Mitarbeiter vom Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) und Mitglieder der Gemeinde. Alle Sendungen enden mit Musik und dem Einblenden der Spendentafel für den JRS.

Wenn sich mal eine Sendung aus technischen Gründen etwas verspätet, kommt nicht selten eine Anfrage aus Südtirol oder Mainz: „Wo bleibt Canisius TV?“ – ein Beispiel für die hohe Bindung der Zuschauer an die „Fernsehstation“ der Jesuiten auf der Witzlebenstraße 30a. „Wie Paulus auf dem Areopag“, so Hösl, wollen sie den Glauben verkünden. Nicht im „Kirchen-Chinesisch“, sondern in verständlicher, dem Alltag abgelauschter Sprache. Seine mehr als 30 Jahre als Religionslehrer sieht Pater Mertes dafür als beste Ausbildung. „Kurz und verständlich, ohne zu banalisieren.“ Dabei spart er auch Schockierendes nicht aus, um in große Fragen hineinzukommen.

Die meisten Aufrufe verzeichnen die Buchtipps von Pater Mertes. Seine Leitgedanken zu den anderen Themen sind: Worauf können wir heute achten? Welche Bedeutung hat dieser Text für uns konkret? Welche Anregung steckt in diesem Wort? So entstehen auch langfristige Playlists (Staffeln) wie „Die Geschichte von Juda und Israel“ (78 Videos), über das Buch Exodus (215 Videos) oder „Durch das Jahr und durch den Tag“ (229 Videos). Alle Beiträge sind übersichtlich im Internet aufzufinden. Spirituelle Impulse in reicher Auswahl.