Auf Einladung von Bischof Dr. Christian Stäblein (EKBO) und Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin) kamen am 2. Juni 2026 im Evangelischen Zentrum in Berlin zahlreiche Gäste aus Religionsgemeinschaften, kirchlichen Netzwerken und dem interreligiösen Dialog zusammen. Bei sommerlichen Temperaturen und in der besonderen Atmosphäre der Dämmerung bot der Abend Raum für Gespräch, Austausch und gemeinsames Nachdenken.
Erzbischof Dr. Heiner Koch betonte in seinem Beitrag die Bedeutung des interreligiösen Dialogs im säkularen Umfeld und hob hervor, wie religiöse Gemeinschaften mit ihren Erfahrungen, Traditionen und Ressourcen zu einem offenen gesellschaftlichen Miteinander beitragen können. An diese Perspektive knüpfte Bischof Dr. Christian Stäblein an, indem er biblische Texte aufgriff und die Motive von Vertrauen, Zuflucht und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte. Dabei eröffnete er einen biblischen Bezug zur Frage, wie interreligiöse Begegnung in einer vielfältigen Gesellschaft gelingen kann.
Daran anschließend stellte Tanja Berg ihr Forschungsprojekt „Religionen: Unterschätzte Potenziale gesellschaftlicher Konflikttransformation“ (ENRICO) vor und zeigte, welche Potenziale religiöse Traditionen, Gesprächskulturen und Rituale für den Umgang mit Konflikten und für demokratische Aushandlungsprozesse bieten. Ihr Beitrag verband wissenschaftliche Perspektive mit praktischen Erfahrungen aus der Arbeit an interreligiösen und gesellschaftlichen Schnittstellen.
Die musikalische Gestaltung übernahmen Kantor Assaf Levitin und der Akkordeonist Patrick Farrell. Levitin ist durch seine Arbeit im interreligiösen Musikprojekt TRIMUM bekannt, in dem jüdische, christliche und muslimische Traditionen musikalisch miteinander ins Gespräch gebracht werden. Farrell, der in Berlin lebt, ist als Akkordeonist, Komponist und langjähriger Interpret jiddischer Musik aktiv und hat unter anderem mit Yo-Yo Ma und dem Silk Road Ensemble zusammengearbeitet.
Unter den Gästen waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des House of One, des Berliner Forum der Religionen, der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie weitere Engagierte aus Berlin und darüber hinaus. Begrüßt wurden sie auch von Angelika Hilsebein und Pfarrerin Dorothea Gauland, die den Abend im Rahmen des interreligiösen Dialogs mit vorbereiteten und begleiteten.
Den Abschluss des Abends bildete ein Tischgebet von Erzbischof Koch, in dem auch die Bitte um Frieden ihren Ausdruck fand, sowie ein gemeinsames Buffet, das Raum für Austausch, Gespräche und vertiefte Begegnung bot.