Anlässlich seines 75. Todestages am 5. November findet am Sonntag, 11. November 2018, 17.00 Uhr in der Gedenkkirche der Deutschen Katholiken Maria Regina Martyrum (Heckerdamm 232, Charlottenburg-Nord) eine „Ehrende Erinnerung“ an den Seligen Dompropst statt. Vorgesehen sind Grußworte von
P. Tobias Zimmermann SJ (Rektor der Gedenkkirche), Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (Charlottenburg-Wilmersdorf) und Erzbischof Dr. Heiner Koch, ein Vortrag der Diözesan-Caritasdirektorin Prof. Ulrike Kostka „Einmischen statt Wegschauen. Christentum und Politik – eine Beziehung im Umbruch“ sowie Gebete und musikalische Beiträge unter der Mitwirkung von Kantorin Esther Hirsch.
Am 5. November 2018 wurden die Gebeine des Verstobenen aus der Sankt Hedwigs-Kathedrale nach Maria Regina Martyrum umgebettet.
Bernhard Lichtenberg wurde am 3. Dezember 1875 geboren und verstarb am 5. November 1943. Im Jahre 1899 wurde er in Breslau zum Priester geweiht. Seit den nationalsozialistischen Pogromen am 9. November 1938 betete er an jedem Abend in der Sankt Hedwigs-Kathedrale – tausend Meter von der Reichskanzlei Hitlers entfernt – öffentlich für die verfolgten Juden. Mitte 1941 wurde er denunziert und verhaftet, am 22. Mai 1942 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Lichtenberg war damals schon ein schwerkranker Mann.
Nach der Verbüßung der Strafe galt er als „unverbesserlich“. Auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau starb er am 5. November 1943 in Hof/Saale. 1996 wurde Bernhard Lichtenberg durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. „Ich werde meinem Gewissen folgen“ – diesem Motto blieb er treu bis in den Tod.