Frust zulassen, Demokratie stärken Frust-O-Mat geht wieder online

Caritas startet wieder das erfolgreiche digitale Beteiligungsprojekt vor den Wahlen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt – 58.000 Menschen nutzten das Angebot bereits 2024

Was macht Menschen unzufrieden? Wo sitzt der politische Frust? Und was wünschen sie sich für die Zukunft? Antworten darauf können Nutzer:innen ab sofort wieder anonym im Frust-O-Mat der Caritas geben. Die Caritas startet das digitale Beteiligungsprojekt – im Vorfeld der Wahlen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Der Frust-O-Mat ist ab sofort online unter: www.frust-o-mat.de

Der Frust-O-Mat wurde 2024 im Rahmen der Kampagne #RadikalZugehört von der Caritas entwickelt. Schon damals zeigte sich, wie groß das Interesse an einem solchen Angebot ist: 58.000 Menschen riefen die Website zwischen August und Anfang Oktober 2024 auf. Der Frust-O-Mat 2026 knüpft an diese Erfahrungen an und richtet sich erneut besonders an junge und junggebliebene Menschen. „Wer Demokratie stärken will, muss Menschen ernst nehmen, bevor er sie überzeugen kann. Deshalb wollen wir nicht zuerst erklären, was richtig oder falsch ist. Wir wollen zuhören: Was macht Menschen wütend? Was bereitet ihnen Sorgen? Und was wünschen sie sich von Politik und Gesellschaft?“, erklärt Ulrike Kostka, Caritasdirektorin und Vorstandsvorsitzende.

Kein Wahl-O-Mat, sondern Raum zum Zuhören und für Ideen

Der Frust-O-Mat ist ausdrücklich keine Meinungsumfrage und gibt keine Wahlempfehlung. Nutzer:innen beantworten anonym Fragen zu ihrem Frust über Politik und Gesellschaft und können eigene Gedanken und Wünsche teilen. So entsteht ein leicht zugänglicher Raum, in dem Sorgen, Ängste und Ärger ausgesprochen werden können. „Politischer Frust darf einen Platz haben. Entscheidend ist, was daraus entsteht. Wenn Menschen ihre Unzufriedenheit äußern können, ohne sofort bewertet oder in eine politische Schublade gesteckt zu werden, kann daraus ein Gespräch entstehen“, so Alex Eichner, Leiter Kommunikation im Caritasverband. Die Caritas reagiert mit dem Frust-O-Mat auf ein gesellschaftliches Klima, das von Unsicherheit, scharfen politischen Debatten und hohen Umfragewerten für extremistische Positionen geprägt ist. Gerade vor Wahlen braucht es Räume, in denen Menschen ihre Erfahrungen und Erwartungen einbringen können – auch dann, wenn diese unbequem sind. Viele Menschen wünschen sich vor allem mehr Zusammenhalt, Wertschätzung und einen respektvollen Umgang miteinander. Der Frust-O-Mat setzt genau hier an. Aus dem Äußern von Unzufriedenheit soll ein Dialog entstehen, der Polarisierung entgegenwirkt und Vertrauen fördern kann.

Der Frust-O-Mat ist ein Kooperationsprojekt der Caritas im Erzbistum Hamburg, der Caritas im Erzbistum Berlin sowie des Deutschen Caritasverbandes und wird unterstützt von der Caritas im Bistum Magdeburg.