Heute ist Silvester. Wissen Sie eigentlich, liebe Hörerin, lieber Hörer, warum wir den letzten Tag eines Jahres als „Silvestertag“ bezeichnen?
Der Tag erinnert an einen Mann, der vor rund 1.700 Jahren in Rom lebte: Papst Silvester I.
Während seiner Amtszeit wurde im Römischen Reich allen Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf freie Religionsausübung eingeräumt. Eine kulturelle Revolution! Oder: Wie wir heute sagen würden: Eine Zeitenwende.
Am 31. Dezember 335 starb dieser Papst und seitdem gedenken wir ihm jedes Jahr an diesem Tag.
Zeitenwende – es ist das „Wort des Jahres“ 2022. Denn es passt:
Der Krieg in der Ukraine erschüttert uns weiterhin zutiefst, die Folgen spüren viele von uns am eigenen Leib. Im Iran und in China gehen Menschen für Ihre Freiheit auf die Straße. In Großbritannien wechselte im letzten Halbjahr zwei Mal der Premierminister und Queen Elisabeth verstarb. In Deutschland kleben sich Menschen für ihre Überzeugungen auf die Straße.
Der Rückblick auf das vergangene Jahr kann einen überwältigen. Zu Recht! Ein so volles Jahr, gespickt mit Ereignissen, die erschüttern und nachdenklich machen.
Trotz der vielen Krisen, die auch mich als Bischof verunsichern, habe ich dennoch Hoffnung.
Vielleicht ist es für mich als Christen etwas einfacher, auch in Krisenzeiten von Hoffnung zu sprechen, weil ich nicht nur auf mich selbst oder auf andere Menschen vertraue, sondern auf Gott. Ich weiß Gott ist bei mir und bei uns allen. Meine Hoffnung auf ein besseres Morgen ist getragen von der Begleitung Gottes in meinem Leben, die ich schon so häufig erfahren durfte. Und seiner Zusage: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt. 28,20)
Und deswegen halte ich die Hoffnung hoch.
Die Hoffnung, dass es nie im Furchtbaren, sondern immer im Guten endet. Die Hoffnung, dass das Leben gewinnt und nicht der Tod. Es ist die Hoffnung auf eine himmlische Zeitenwende.
Die Geschichte von Papst Silvester I. passt für mich gut zum Jahreswechsel. Lassen wir das Alte und Vergangene hinter uns, und gestalten mutig und voller Tatendrang die Zukunft. So können wir zu Hoffnungsstiftern werden für ein helles und gutes Morgen.
Hoffnung, Kraft, Gesundheit und Gottes Segen – das wünsche ich Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer. Kommen Sie gut ins neue Jahr!
