Hexenwahn ist kein Relikt der Vergangenheit – Sr. Lorena in Berlin

Wenn Krankheit, Armut oder ein Todesfall eine Gemeinschaft erschüttern, suchen Menschen nach Erklärungen. In vielen Ländern weltweit werden dann noch immer Frauen, Kinder oder ältere Menschen als „Hexen“ beschuldigt. Die Folgen sind brutal: Ausgrenzung, Folter und oft der Tod.

Hexenverfolgung ist kein Kapitel aus längst vergangenen Zeiten. missio dokumentiert aktuell Gewalt im Zusammenhang mit Hexereivorwürfen in 46 Ländern weltweit (in Afrika, Asien, Ozeanien, dem Nahen Osten sowie Mittel- und Südamerika). Besonders betroffen sind Menschen, die ohnehin kaum Schutz erfahren: Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Eine Frau, die diesem Unrecht seit Jahrzehnten entschlossen entgegentritt, ist Schwester Lorena Jenal in Papua-Neuguinea.
Seit mehr als 40 Jahren lebt die Schweizer Ordensfrau an der Seite der Menschen im Hochland Papua-Neuguineas. Was sie dort erlebt, ist geprägt von Armut, Gewalt und sozialer Unsicherheit. Besonders Frauen und Kinder leiden unter familiärer Gewalt, Alkoholmissbrauch und wachsender Perspektivlosigkeit.

Seit einigen Jahren beobachtet Schwester Lorena zudem eine erschreckende Entwicklung: Immer häufiger werden Menschen der Hexerei beschuldigt und grausam verfolgt. Frauen und Männer werden zu Sündenböcken gemacht, wenn Krankheit, Unglück oder Tod keine einfache Erklärung finden.

Schwester Lorena schaut nicht weg.

Mit unermüdlichem Einsatz rettet sie Betroffene aus akuter Lebensgefahr, bringt Verletzte in Sicherheit und begleitet Opfer auf ihrem Weg zurück ins Leben. In den vergangenen Jahren konnte sie gemeinsam mit ihrem Netzwerk 352 Frauen vor dem Foltertod bewahren.

Dabei geht ihre Hilfe weit über den Moment der Rettung hinaus. Schwester Lorena schenkt Schutz, medizinische und seelische Begleitung sowie neue Hoffnung. Gleichzeitig setzt sie auf Aufklärung in den Gemeinden, um den gefährlichen Mythen und der Gewalt dauerhaft entgegenzuwirken.

Gemeinsam mit Projektpartnerinnen und Projektpartnern unterstützt missio Menschen, die verfolgt und ausgestoßen werden. missio schafft Schutzräume, leistet konkrete Nothilfe und stärkt Gemeinden durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit.
Denn die Angst und die Unwissenheit dürfen niemals in Gewalt umschlagen.

Am 20. Mai 2026 wird Sr. Lorena in Berlin sein und von ihrer Arbeit in der Gemeinde St. Matthias in Schöneberg berichten. Sollten Sie Interesse an dem Vortrag haben, dann finden Sie alle Informationen dazu hier.