So oft haben ich sie gehört oder als Kind sogar nachgespielt: die Herbergsuche aus der Weihnachtsgeschichte. Maria und Josef standen draußen in der Kälte und fanden keine Aufnahme damals in Betlehem.
Ich möchte die Weihnachtsgeschichte nicht verändern. Aber in dieser Woche habe ich es anders erlebt: Ein Schwesternkonvent in Berlin-Schlachtensee war vom Stromausfall betroffen. Kein Licht mehr, keine Heizung, keine Möglichkeit zum Kochen … wie Maria und Josef mussten sie frieren und wussten nicht, wie sie diese Tage überstehen sollten.
Doch plötzlich veränderte sich ihr Schicksal. Die Marienschwestern in Lankwitz hatten Platz in ihrer Herberge und nahmen spontan 8 Schwestern aus Schlachtensee und ihren Pfarrer auf. Was wir inzwischen auf zahlreichen Ordenstagen und Ordenswallfahrten eingeübt hatten, das hat nun seine Bewährungsprobe bestanden: Die Schwestern haben sich über die Grenzen ihrer eigenen Gemeinschaft hinweg als große Familie erlebt, wo die einen Platz für die anderen hatten, so dass niemand frieren musste – äußerlich und innerlich.
Für mich, der ich jeden Morgen mit den Marienschwestern die Heilige Messe feiere, bot sich auf einmal vom Altar aus ein wunderschönes Bild: die Zahl der Schwestern hatte sich auf einmal enorm vermehrt. Schwestern von der Heiligen Elisabeth, Schwestern vom heiligsten Herzen Jesu und die Marienschwestern in einer Gemeinschaft vereint – weil in der Herberge doch für sie Platz war.