Er wolle nicht nur „gedanklich dazugehören“, erläuterte Karsten Weicht seine Motivation, katholisch zu werden. Zusammen mit knapp 90 Gleichgesinnten feierte er am 13. Februar die Zulassungsfeier zum Empfang der Taufe in der St.-Hedwigs-Kathedrale. 65 Katechumenen, Taufbewerber und 25 Konversionsanwärter hatten sich für die Feier in der St.- Hedwigs-Kathedrale angemeldet. Bei so vielen Menschen war es nötig, die Tauf- und Konversionsbewerber in drei Gruppen auf die Altarinsel zu bitten. Zuvor befragte Erzbischof Heiner Koch die Begleiter und Taufbewerber zu ihrer Glaubensüberzeugung, was diese mit „Ich bezeuge es“, beziehungsweise „Ich bin bereit“ beantworteten. Anschließend stellten sie sich auf der Altarinsel im Halbkreis auf, der Begleiter hinter seinem Bewerber. Jeder einzelne Bewerber wurde dem Erzbischof namentlich vorgestellt. Danach legte dieser jedem die Hand auf.
Eine wichtiger Tag – nicht nur für Taufbewerber
Für all die Menschen, die in der Osterzeit getauft werden, ist die Aufnahme in die Schar der Taufbewerber eine wichtige Etappe der Vorbereitung auf die Taufe. Damit soll sichtbar gemacht werden, dass viele, über die Diözese verstreute Menschen, sich auf das gemeinsame Ziel der Taufe vorbereiten. Doch nicht nur für die Taufbewerber war das ein wichtiger Tag. „Seit meinem ersten Tag hier in Berlin ist diese Feier ein Höhepunkt, auf den ich mich lange gefreut habe“, sagte Erzbischof Koch während seiner Begrüßung. In der Predigt betonte er: „Wir feiern in den Sakramenten, dass Gott unseren Weg mit uns geht. Ich möchte Sie ermutigen, Ihre Geschichte mit Gott zu erzählen. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Glauben weitertragen.“ In den vergangenen Monaten bereiteten sich Taufbewerber und Konvertiten in ihren Heimatgemeinden darauf vor, in die katholische Kirche aufgenommen zu werden.
„Ich wusste, ich bin angekommen“
Denise Klemowicz beispielsweise besuchte seit September vergangenen Jahres den Glaubenskurs von Pfarrer Arduino Marra. „Ich bin schon längere Zeit dem Glauben sehr nah und verspürte im Laufe der Jahre immer wieder den Drang, mich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen, danach zu leben, in die Kirche zu gehen und alle christlichen Feiertage zu würdigen“, sagt die 24-Jährige. „Deshalb möchte ich mich taufen lassen. Es ist der Anfang von etwas sehr Schönem.“ Der Punkt, an dem für sie klar wurde, dass sie sich „auf den Weg machen“ müsse, kam bei ihr vor knapp einem Jahr als sie die Abendmesse in der Kathedrale besuchte. „Ich verspürte eine so große Barmherzigkeit und Liebe Gottes, dass ich wusste, ich bin angekommen.“ Die Schwestern der Missionares Identes brachten ihr viel über den katholischen Glauben bei. „Ich bin dankbar, das Licht in mir erkannt zu haben und denke, dass ich das für alle hier anwesenden Katechumenen sagen kann.“ In der Regel empfangen die Taufkandidaten das Sakrament am Osterfest in den Gemeinden.