Eine Eucharistiefeier mit Erzbischof Heiner Koch schloss die Gründung der neuen Pfarrei Christi Auferstehung ab. Elaine Rudolphi, pastorale Mitarbeiterin bei den „Funkturmkatholiken“, spricht über den Weg dorthin.
Nachdem sie auf dem Papier bereits am 1. Januar gegündet wurde, feierte die neue Pfarrei Christi Auferstehung am Freitag, 19. Januar mit Erzbischof Heiner Koch ihre Gründungsmesse in der Kirche St. Canisius. Zur Pfarrei, die im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf beheimatet ist, gehören die Orte St. Canisius (Witzleben), Heilig Geist (Westend), St. Karl Borromäus (Grunewald) und Salvator (Schmargendorf). Wegen ihrer örtlichen Lage nennen sich die Gemeinden gern auch „Funkturmkatholiken“.
Als Pfarrkirche und Sitz der Pfarrverwaltung, die sich gemäß Bestimmungen am selben Ort befinden müssen, wurde Heilig Geist festgelegt. Favorit der Funkturmkatholiken war wegen der guten Erreichbarkeit St. Canisius.
Der Patronatsname Christi Auferstehung sei basisdemokratisch von den Mitgliedern der bestehenden Pfarreien gewählt worden, erzählt Elaine Rudolphi, pastorale Mitarbeiterin der Pfarrei. In die engere Auswahl hätten es auch St. Katharina von Siena und heilige Cäcilia geschafft. „Die Mehrheit der Mitglieder hat sich dann für Christi Auferstehung entschieden – das Kerngeheimnis unseres Glaubens, hinter dem sich alle versammeln können.“ Rudolphi zufolge passe er auch zum Charakter der Pfarrei. „Die Auferstehung war ja so etwas wie der erste Auftrag zur Verkündigung, hat den Urimpuls der Kirche gelegt, ‚rauszugehen‘. Das deckt sich mit unserem Ansatz einer kreativen und experimentierfreudigen Pastoral.“
„Kreativität“, sagt die Seelsorgerin, habe es auch in dem dreijährigen pastoralen Prozess hin zur Pfarreigründung gebraucht, „ebenso wie Gelassenheit und Bereitschaft, sich am Machbaren zu orientieren“. Ihre Erfahrung: „Bei einer solchen Strukturänderung helfen Leute, die nicht zu sehr eingespannt sind und neutral an die Sache herangehen. Kampftypen sind kontraproduktiv.“
Wichtig sei zudem, dass die Leitung mit offenen Karten spielt: „Man darf nie sagen: ‚Macht euch keine Sorgen, alles bleibt, wie es ist.‘ Denn das stimmt fast nie.“
Mit Priestermangel wird die Pfarrei jedenfalls nicht zu kämpfen haben. Die ansässigen Jesuiten, Salvatorianer und Steyler Missionare stellen weiter große Teile des leitenden Seelsorgepersonals. Leitender Pfarrer der neuen Pfarrei ist der Steyler Missionar Pater Gerald Tanye.