Kirchlich heiraten?

Auf der Hochzeitsmesse „Trau dich“ in Berlin-Treptow waren das Erzbistum und das evangelische Segensbüro Berlin am zweiten Novemberwochenende mit einem Stand vertreten.

„Wir sind beide aus der Kirche ausgetreten, wünschen uns aber trotzdem den Segen Gottes.“ Diese Aussage bekam Bettina Schade am Kirchenstand der Hochzeitsmesse „Trau dich!“ zu hören. Ein Team aus katholischen und evangelischen Seelsorgern stand am 11. und 12. November bereit, um Paare über kirchliches Heiraten zu informieren oder sich bei einem Würfelspiel mit Fragen rund ums Heiraten, Ehe und Beziehung noch besser kennenzulernen. „Beim Wunsch nach Segen konnte das evangelische Segensbüro mit seinen verschiedenen Segensangeboten besser punkten“, berichtete Bettina Schade nach dem Wochenende. Erwartungsgemäß hätten sich auch mehr Paare für eine evangelische Trauung interessiert.

Sie habe aber eine Reihe Gespräche mit Paaren gehabt, die nach dem katholischen Ritus heiraten möchten und zum Teil auch bereits in Kontakt mit einer Gemeinde sind, darunter ein Brautpaar, bei dem der Mann Moslem ist und ein katholisch-buddhistisches Paar. Beide erhielten eine Einladung zu Ehevorbereitungs-Workshops des Erzbistums.

Was, wenn man schon mal verheiratet war?

Diejenigen, die die katholische Kirche bei ihren Heiratsplänen ernsthaft in Betracht ziehen, kamen mit einer Vielzahl von Fragen. „Wir leben in Berlin, möchten aber in Österreich heiraten. Auf was müssen wir da achten?“, wollte ein Paar zum Beispiel wissen. Andere fragten, ob die Trauzeugen unbedingt katholisch sein müssen, oder ob sie sich auch in der schönen evangelischen Kirche, die in der Nähe des Festlokals liegt, katholisch trauen lassen dürfen. Wir überlegen, kirchlich zu heiraten, wissen aber gar nicht, wie wir das angehen sollen“, sagte ein noch zögerliches Paar. Die beiden erhielten den Hinweis, dass der erste Schritt immer ein Termin in der Wohnortpfarrei sei. Über den „Pfarreifinder“ im Internet fanden die Standbetreuer für sie heraus, zu welcher Pfarrei sie gehören.

Einen Heiratswilligen, der schon einmal katholisch verheiratet war, ermutigten sie zu einer Prüfung der ersten Ehe durch das Offizialat. Sollte dies nicht erfolgreich sein, könnten sie in ihrer Gemeinde wegen eines Segens nachfragen oder sich noch einmal im Familienreferat melden, schlugen sie vor.

„Unser Traupfarrer hat gesagt, wir können die Fürbitten selber gestalten. Wir wissen aber gar nicht, wie das geht“, erwähnte ein Paar, das mit den Hochzeitsplänen schon weiter vorangeschritten war. Dieses Paar erhielt konkrete Tipps und darüber hinaus den Hinweis auf passende Seiten im Internet zur Gestaltung von Traugottesdiensten. Bettina Schade hat die katholische Kirche schon mehrfach bei Hochzeitsmessen vertreten. Viel Lob hörte sie in diesem Jahr für die neue Gestaltung des bunten und auf das Wesentliche reduzierten ökumenischen Standes.

Paar-Würfel schafft Kontakt zu Passanten

Gut angekommen bei den Messebesuchern sei auch das Würfelspiel. Die Kirchenvertreter gingen mit einem großen Schaumstoffwürfel auf Passanten zu und fragten sie: „Haben Sie Lust, mal mit unserem Paar-Würfel zu würfeln?“ Auf den Würfelflächen standen Fragen, die nicht nur am Hochzeitstag, sondern das ganze Leben lang in Beziehungen wichtig sein können: „Was schätzt ihr aneinander?“, „Wodurch fühlt ihr euch verbunden?“, „Was möchtet ihr unbedingt vermeiden?“, aber auch „Ihr zwei – und Gott dabei?“ Häufig kam das Gespräch dann auch auf die Frage, ob kirchlich heiraten in der eigenen Partnerschaft ein Thema ist.