„Wir sind wie eine Arche“, meint Kita-Leiterin Bernadette Grützmacher aus Greifswald. Daher feierte die katholische Kindertagesstätte St. Joseph ihren 80. Geburtstag auch unter dem Thema „Arche“.
„So, wie Schwester Angela Prex die Kinder vor 80 Jahren zusammenholte, ihnen einen Schutzraum und Geborgenheit gab, so machen wir es heute immer noch in unserer Kita. Wenn sie dann sechs oder sieben Jahre alt sind, entlassen wir unsere Kinder quasi in die Welt“, sagt die Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Joseph in Greifswald, Bernadette Grützmacher (Foto). Schwester Angela Prex vom Orden der Töchter der göttlichen Liebe kam 1939 nach Greifswald. Im Juni 1945 sah sie die Notwendigkeit, sich um die Kinder zu kümmern. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges war auch Greifswald voll von Geflüchteten, die Männer waren noch nicht zurückgekehrt, die Frauen mussten arbeiten. Im jetzigen Pfarrer- Wachsmann-Haus gründete sie daher einen katholischen Kindergarten.
Ende Juni feierte die Kindertagesstätte (Kita) im vorpommerschen Greifswald ihren 80. Geburtstag – mit einer Festwoche zum Thema „Arche“ für alle 59 Kinder. Beim Festgottesdienst am 27. Juni waren auch die Eltern der Sprösslinge und ehemalige Erzieherinnen mit von der Partie. Am 18. September öffnet die Einrichtung dann die Türen für alle Interessierten.
Bernadette Grützmacher leitet seit 1997 die Einrichtung. Schon als Kind ging sie in den Kindergarten, der damals zur St. Joseph-Gemeinde gehörte. Der katholische Schwerpunkt sei immer noch wichtig für die Einrichtung. „Wir sind ein Ort des Glaubens“, sagt sie. „Es gibt Morgenkreise und es werden Feste gefeiert. Uns ist auch der gemeinsame Gottesdienst wichtig.“ Aber die Elternschaft habe sich stark verändert. „Es gibt wenig Menschen, die wirklich in der Gemeinde verankert sind. Die Eltern sind immer noch interessiert, lehnen den christlichen Schwerpunkt nicht ab“, berichtet sie.
Acht Erzieherinnen und ein Erzieher kümmern sich derzeit um die Jungen und Mädchen von einem bis sechs Jahren. Zum Januar 2024 änderte sich dann der Träger. Der Zweckverband „Hedi-Kitas“ wurde im Erzbistum Berlin gegründet, „um Gemeinden von der bürokratischen Arbeit zu entlasten“, wie Bernadette Grützmacher sagt. Alle 73 Kitas an den Standorten in Berlin, Brandenburg und Vorpommern werden nun von dem Verband getragen. Im Alltag mit den Kindern sei diese Änderung nicht zu spüren. „Es gibt auch ein Kuratorium bestehend aus der Kirchengemeinde vor Ort, dem neuen Träger und der Kita selber, um gerade die seelsorgliche Perspektive abzudecken und unser Kaplan kommt auch regelmäßig vorbei“, berichtet die Leiterin.
Derzeit wird im „Angela Prex-Haus“, was 2006 direkt hinter der Kirche an das Pfarrer- Wachsmann-Haus angebaut wurde, viel gewerkelt. Die Küche der Kindertagestätte muss umziehen. Sie befand sich noch im Nebenhaus. Hier hat die Kirchengemeinde vor dem Trägerwechsel aber Bedarf für Büroräume angemeldet. „Wir müssen einfach ein wenig umstrukturieren“, sagt Bernadette Grützmacher. Im Kita-Alltag der Kinder fiele es kaum auf. Und sie hofft, dass zum Tag der offenen Tür am 18. September alles fertig ist.