„… und sie kehrten zurück“Pfingstnacht der Jugend eröffnete den Dekanatstag von Potsdam und Brandenburg

Foto: Thomas Marin

Mit der Pfingstnacht der Jugend in Brandenburg an der Havel erhielt der Dekanatstag der Dekanate Brandenburg und Potsdam-Luckenwalde am Pfingstmontag im Kloster Lehnin zum zweiten Mal einen geistlichen Vorlauf. Wieder kamen fast 100 Jugendliche.

Spätestens seit dem Erfolg des „Nightfever“-Formats in vielen Städten dürfte die Behauptung, junge Christen seien für das Gebet nicht zu begeistern, widerlegt sein. Die erste Pfingstnacht vor einem Jahr, am Vorabend des wegen der Bundesgartenschau nach Brandenburg verlegten Dekanatstages, deutete in die gleiche Richtung. Für die zweite Auflage unter dem Motto „... und sie kehrten zurück ...“ kamen erneut fast 100 Jugendliche in die Havelstadt. Wie die Apostel nach der Himmelfahrt Jesu nach Jerusalem zurückgekehrt und im Gebet zusammengeblieben waren, sollten auch sie Gott loben und Christus in der Anbetung begegnen. Die Organisation lag dabei fast vollständig in der Hand Jugendlicher.

Lobpreis in der ältesten Kirche des Erzbistums

Zunächst sammelten sich die Teilnehmer in der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit. Neben den Gastgebern waren vor allem Jugendliche aus den Pfarreien Sanctissima Eucharistia in Teltow und St. Antonius Potsdam-Babelsberg vertreten. Mit Spielen im Pfarrhof und einem Abendbrot im Saal in Kontakt gekommen, zogen sie durch die Altstadt zur romanischen Nikolaikirche. Mit der Komplet, sonst eigentlich der Gebetsabschluss eines Tages, begann die Gebetsnacht. Die älteste Kirche des Erzbistums, im 12. Jahrhundert aus Backstein erbaut und seit den 1990er Jahren wieder katholisch, bot den Rahmen für den Wechsel aus Lobpreis, Taizégesängen, eucharistischer Anbetung und Gespräch. Die Babelsberger Mädchenschola wechselte sich mit Musikern aus Brandenburg ab.

Pater Hubka, der mit dem Beichtmobil von „Kirche in Not“ auch beim Dekanatstag in Lehnin vertreten war, und Ortspfarrer Matthias Patzelt standen in den Seitenschiffen als Beichtväter zur Verfügung. Bis Mitternacht hieß es „Unser Beten steige auf zu dir wie Weihrauch, Gott, vor deinem Angesicht“. Für den persönlichen Austausch war der Wechsel in eine Lounge vor der Kirche möglich, wo wegen der Außentemperaturen wärmende Decken gefragt waren. Mehr als die relative Wärme zog jedoch die intensive Gebetsatmosphäre immer wieder zurück in die Kirche und zur Begegnung mit Gott.

Die anschließende Nacht in den Räumen der Dreifaltigkeits-Pfarrei war für viele nur kurz, bevor sie der Bus zum Dekanatstag nach Lehnin brachte. Die Aufmerksamkeit bei der Predigt von Weihbischof Matthias Heinrich wird durch die Müdigkeit bei manchen Teilnehmern reduziert gewesen sein, der Festgottesdienst in der einmal mehr mit über tausend Gläubigen gefüllten Klosterkirche war dennoch eindrucksvoll. Nach den letzten Tönen der Chorgemeinschaft aus Potsdam und Teltow ging der Dekanatstag im Amtshof des Klosters weiter.

Trotz kühler Temperaturen blieben viele – nicht zuletzt zur Freude der Jugendlichen aus der Region, die mit dem Angebot von Kaffee und Kuchen um Spenden für ihre Fahrt zum Weltjugendtag nach Krakau warben. Auch die Lounge, eine Art Jugendecke, war wieder gut besucht.

Katholisches Familientreffen seit Jahrzehnten

Der Dekanatstag, seit Jahrzehnten eine Art katholisches Familientreffen der Gläubigen beider Dekanate, lebte natürlich auch wieder von der Mischung bewährter und beliebter Angebote. Von der Anbetung in der Torkapelle über den Vortrag zur Barmherzigkeit Gottes und den Büchertisch der Buchhandlung Sonnenhaus bis zum Fußballturnier, für das man sich zuvor beim Imbissangebot der Fazenda gestärkt hatte, ging es zum gemeinsamen Abschluss. Der Potsdamer Gospelchor zog schließlich noch einmal in den Amtshof, wo der Tag mit Gebet und Segen ausklang.