Vasen aus Blumen und MuschelnSt. Otto-Heim bleibt St. Otto-Heim – auch nach 100 Jahren

Nicht nur um den Altar standen viele Menschen. Weder die große noch die kleine Kapelle im St. Otto-Heim hätten all die Gläubigen fassen können, weswegen der Gottesdienst in der Alfred-Bengsch-Halle gefeiert wurde. Foto: Alexandra Wolff

Zinnowitz. Wie viele Kindheitserinnerungen hängen an diesem Haus! Am 16. Januar feierte das St. Otto-Heim in Zinnowitz sein 100-jähriges Bestehen. Den Gottesdienst dazu feierte – unter anderem – Erzbischof Heiner Koch. In seiner Predigt ging Erzbischof Koch auf das Wort „Begegnungen“ ein, heißt doch das ehemalige Kinderheim inzwischen „Haus für Begegnung und Familienferien“. „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“, zitiert Rektor Olaf Polossek Günter Schabowski um danach gleich wieder ernster zu werden: „Manche fragen, ob das St. Otto-Heim ein Kinderheim sei“, erläutert Pfarrer Polossek die Umfirmierung. „Aber mittlerweile sind wir ja eher ein Ferienheim. Das Wort ‚Heim‘ klingt aber sehr altbacken. ‚Ferienstätte‘ ist auch nicht besser, denn was ist eine ‚Stätte‘? Eine Gedenkstätte? Deswegen heißen wir jetzt ‚Haus für Begegnung und Familienferien‘. Aber für die meisten werden wir wohl immer das St. Otto-Heim bleiben.“ Ein Haus für Begegnung und Familienferien – wegen dieses Titels hatte sich Erzbischof Koch Marias Begegnung mit Elisabeth (Lk 1,39ff) als Evangelium ausgesucht. Dieses Treffen beinhalte seiner Meinung alle Etappen einer Begegnung: Das Sich-auf-den-Weg-machen (Vers 39), das Injemandes-Haus-gehen (Vers 40), der Gruß und das Zuhören (Vers 41). Mit Worten wie „Begegnung braucht Aufbruch“, „Maria ging in die Tiefe, in die Seele eines Menschen“, „mit einem Gruß beginnt jedes Gespräch, wir müssen das herzliche Wort füreinander haben, damit die Begegnung nicht oberflächlich bleibt“ und „man muss mit dem Herzen hören“, erläuterte der Erzbischof die entsprechenden Etappen. Viele Seufzer der Erinnerung seitens der Zuhörer gab es auch bei der Ansprache des Zinnowitzer Bürgermeisters Peter Usemann, der in der Nähe des St. Otto-Heims aufgewachsen ist: „Ich war vor 25 Jahren jeden Tag hier zu Gast und wurde immer herzlich empfangen. Damals lebte hier noch Familie Hasenleder. Mit ihr habe ich Vasen aus Blumen und Muscheln gebastelt. Das war damals eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.“

Außerdem konnte er verkünden, dass es noch in diesem Jahr zwei neue Rettungstürme geben werde, wovon einer beim St. Otto-Heim stationiert werden solle.