Willkommen im Club

Foto: Walter Wetzler

Der „Club Berlin“ im bundesweiten „Cartell Rupert Mayer“ ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Ihm gehören vor allem Katholiken aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung an, die sich gegenseitig im Glauben bestärken möchten.

Einmal im Monat trifft sich im Berliner St. Vinzenzhaus eine Organisation, die selbst in katholischen Kreisen ziemlich unbekannt ist: Dabei existiert der Club Berlin, der inzwischen dem „Cartell Rupert Mayer“ angehört, bereits seit 1921. Doch was hat es mit diesem Cartell auf sich?

Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss katholischer Freundeskreise aus ganz Deutschland. In über 25 Regionalgruppen, zu denen auch der Club Berlin gehört, haben sich Menschen zusammengeschlossen, die feierlich versprochen haben, nach den Geboten Gottes und der Lehre der katholischen Kirche zusammenzuleben. Sie setzen sich dafür ein, christliche Grundsätze im gesellschaftlichen Leben zur Geltung zu bringen, reflektieren ihren Glauben durch gemeinsame Messfeiern oder durch Diskussionen und religiöse Bildung. Über 800 Mitglieder sind es bundesweit, in Berlin gehören derzeit 38 Personen dem Club an.

„Die Mitgliedschaft ist für mich Ermutigung“, sagt der Vorsitzende des Club Berlin, Michael Garmer. Er schätzt vor allem den Kontakt zu Gleichgesinnten in ähnlichen Situationen mit verantwortungsvollen beruflichen Aufgaben. Ihm sei es wichtig, in beruflichen und privaten Entscheidungen christliche Überzeugungen einfließen zu lassen. „Dazu gehört der Erfahrungsaustausch mit anderen Christen, die sich auf demselben Weg befinden.“

In Erinnerung an den Jesuiten Rupert Mayer entstand 1954 das gleichnamige Cartell, in dem vor allem Personen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur organisiert sind. Die bereits bestehende Hauptstadtgruppe schloss sich dem Cartell später an. Es ist jedoch eher ein lockerer Zusammenschluss, die Ortsgruppen sind weitgehend eigenständig.

Neben den Clubabenden zu theologischen, religiösen und politischen Themen gibt es Ausflüge, Gottesdienste, im Advent auch ein gemeinsames Essen. Allerdings hat der Club – wie andere Organisationen auch – ein Nachwuchsproblem: Der Großteil der Mitglieder ist im vorgerückten Alter. Neue Mitglieder kommen meist nicht selbst auf den Club zu, sondern werden angesprochen.

Dadurch ist auch die Verbundenheit untereinander groß. Maria Bassier gehört seit 15 Jahren dem Vorstand des Club Berlin an. „In dieser Zeit hat mich die Freundschaft zu anderen Katholikinnen und Katholiken animiert und unterstützt, mich zu Themen des christlichen Glaubens zu engagieren“, sagt sie. Wichtig sei es ihr immer gewesen, dass Raum sei für alle Ausrichtungen des Glaubens, sei es konservativ oder eher progressiv. „Dem Club Berlin ist es zudem seit mehr als 30 Jahren ein wichtiges Anliegen, dass Frauen gleichberechtigt ihre Rolle im Cartell Rupert Mayer und in der Kirche spielen.“

Das nächste Treffen des Club Berlin ist ein Gesprächsabend mit der ehemaligen Staatsministerin Monika Grütters. Im St. Vinzenzhaus (Kolonnenstraße 39, Berlin-Schöneberg) geht es am 19. März ab 18.30 Uhr um das Thema „Menschlichkeit im Meinungsstreit – Zum Stand der politischen Kultur in Deutschland“.