Jeder Dritte tut es – und jede Dritte auch! Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich freiwillig, und morgen – am internationalen Tag des Ehrenamts – dürfen wir das feiern. Denn das Ehrenamtliche Engagement in Deutschland ist weltweit einzigartig, es ist gelebte Demokratie, prägt unser Land und wie wir miteinander umgehen.
„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, heißt es in der Bibel, und ein gläubiger Christ wird daraus seine Motivation finden, sich zu engagieren. Wie zum Beispiel Angelika aus Moabit. Sie ist 68 Jahre alt und unterstützt die Notübernachtung St. Pius/St. Nikolaus seit 20 Jahren: einmal pro Woche ist sie verlässlich von abends sieben Uhr bis morgens acht Uhr da für die, die dort Schutz vor Kälte suchen.
Die Motive, sich für andere einzusetzen sind unterschiedlich, das Ehrenamt selbst verbindet. „Not sehen und handeln“ heißt das Motto unserer Caritas, und wer in diesem Sinn die Caritas ehrenamtlich unterstützt, muss dafür nicht getauft oder gar katholisch sein.
Und wenn die freiwillig Engagierten sich respektvoll über ihre unterschiedlichen Motivationen austauschen, trägt auch das zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei. Diesen Kitt können wir dringend brauchen.
Ehrenamt kann nicht alle Probleme lösen, Ehrenamt darf auch kein Lückenbüßer sein für das, was der Staat nicht finanzieren kann. Aber Ehrenamt bringt uns zusammen, weil wir nicht auf uns selbst schauen, sondern den anderen – wir würden sagen: unseren Nächsten – im Blick haben und ihre und seine Not sehen.
Der internationale Tag des Ehrenamts soll dem freiwilligen Engagement mehr Anerkennung bringen. Das geht nicht mit Geld – sonst wäre es ja kein Ehrenamt mehr – aber mit Versicherungsschutz, guter Ausstattung, Qualifikation und Supervision. Damit noch mehr Menschen ihren Beitrag leisten für unsere Gesellschaft.